Afrika Helfen
Afrika Helfen.
Africa- Help.org Afrika Helfen.
:

Africa-Help.org - Afrika Helfen

Solaranlagen in Burkina Faso - SEWA

COMPUTERSCHULE IN GHANA - AIM

JUGENDZENTREN IN CABO VERDE - DELTA CULTURA

 

 

 

zurück zur Blog-Übersicht

NIGER: Erneute Tuareg-Rebellion: Hypotheken der Vergangenheit?

Seit Februar dieses Jahres schwelen im Norden der Republik Niger erneut Unruhen. Bereits werden zahlreiche Tote – darunter auch Zivilisten – und Vermisste gemeldet. Werden ungelöste Konflikte zur Neuauflage der Ereignisse von 1990-95 führen?

Zahlreiche Tuareg rund um Vertreter der Tuareg-Rebellion der Neunziger Jahre haben sich im vergangenen Februar zu einer neuen Front mit dem Namen „Mouvement des Nigériens pour la Justice“*, kurz MNJ, zusammengeschlossen. Seither ist es zu mehreren bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der Armee des Niger und dem MNJ gekommen. Auch wurden mehrmals kommerzielle ausländische Einrichtungen angegriffen, so zum Beispiel ein Uran-Bergwerk der französischen Firma Areva.

Die Verhaftung und Ermordung von drei zivilen, hochbetagten Tuareg-Männern durch das Militär in der Region Tezirzayt (inzwischen durch mehrere, auch militärische Quellen in Niger bestätigt) und Vermisstmeldungen von über 250 nach Verhaftungen verschwundenen Zivilisten, brachte den Konflikt zur Eskalation. Als Vergeltungsakt haben die Rebellen des MNJ einen Angriff auf den militärischen Stützpunkt in Tezirzayt unternommen, wobei 17 nigrische Soldaten getötet, weitere 43 verletzt und über 70 gefangen genommen wurden. Kurz nach dem Angriff rief der MNJ das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) an, die medizinische Versorgung der schwerverletzten Gefangenen zu sichern. Am 25. Juni wurden die 30 schwerstverwundeten Soldaten freigelassen und einer Delegation des IKRK zur Überführung ins Spital von Arlit übergeben.

Trotz der internationalen Beachtung, welche die Ereignisse in den letzten Wochen fanden, spricht die Regierung des Niger weiterhin von “bewaffnetem Banditentum” und “Drogenschmuggel“. Sie weigert sich, die Tuareg-Rebellen und ihre Organisation MNJ anzuerkennen, welche sich gemäss der MNJ-Website für alle Nigerier, unabhängig ihrer ethnischen Zugehörigkeit, einsetzt. Entsprechend haben sich bereits zahlreiche Nicht-Tuareg den MNJ-Kämpfern angeschlossen.

Neben der Weigerung der Regierung, die Rebellion anzuerkennen, wird eine aktive Pressezensur betrieben: Am 1. Juli wurde die unabhängige Zeitung “Aïr Info” in Agadez aufgrund ihrer Berichterstattung über die Geschehnisse für 3 Monate suspendiert. Drei andere private Zeitungen in Niamey erhielten Verwarnungen.

Aktuell hat der französische Radiosender RFI Radio France International ein Sendeverbot für 1 Monat erhalten. RFI hatte gegen das Verbot der Regierung von Niger, einen Sonderberichterstatter in die Konfliktzone zu entsenden, Widerspruch eingelegt. Der RFI-Sonderberichterstatter Moussa Kaka, ist daraufhin von einem der obersten nigrischen Militärs, General Moumouni Boureima, mit dem Tode bedroht worden.

Die Tuaregrebellen haben mehrmals ihre Bereitschaft zu Gesprächen mit der Regierung signalisiert. Dies jedoch unter der Bedingung, dass diese ihre Organisation MNJ als Rebellionsbewegung anerkennt.

Mehrmals kuriserten (allerdings unbestätigte) Informationen, gemäss welchen die Regierung des Niger andere Länder um militärische Untersützung angefragt hätte. Zuletzt wurde am 3. Juli auf der Website des MNJ gemeldet, Präsident Mamadou Tandja wolle von der Ukraine Kampfhubschrauber des Typs MI-24 erwerben, um die Lager des MNJ anzugreifen.

Die Gründe für den Konflikt sind in der anhaltenden Benachteiligung des Nordens sowie in der Ausbeutung und Exploration (insbesondere durch Frankreich und China) der reichen Uranvorkommen zu sehen, die ein bedeutendes Gesundheits- und Umweltrisiko für die dort lebende Bevölkerung darstellt. Unter der Mediation von Frankreich, Algerien und Burkina Faso war 1995 der letzte bewaffnete Aufstand der Tuareg durch ein Friedensabkommen zwischen den Tuareg und der nigrischen Regierung beendet worden. Dieses Abkommen beinhaltet neben einer umfassenden administrativen und militärischen Dezentralisierung des Landes auch vermehrte Investitionen in die nördliche Region, insbesondere in das Bildungswesen und die medizinische Grundversorgung. Ebenso wurde der Bevölkerung des Nordens, grösstenteils aus Tuareg bestehend, gewisse Selbstverwaltungsrechte zugestanden. Gemäss dem MNJ wurden die Zugeständnisse aus dem Friedensabkommen von 1995 von der Regierung allerdings nur punktuell bis gar nicht in Tat umgesetzt.

* Bewegung der Nigerier für die Gerechtigkeit

newsgroup.nordniger

newsgroup.nordniger berichtet über Ereignisse im Norden Nigers seit Frühjahr 2007, insbesondere über die Aktivitäten von MNJ und alle damit in Zusammenhang stehenden Ereignisse und Hintergründe.


In der newsgroup.nordniger sind engagierte Menschen aus dem deutschsprachigen Raum aktiv, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die ansonsten nicht bzw. wenig verbreitete Nachrichten über die Situation im Norden von Niger, die sogenannte. Tuareg-Rebellion, die Aktivitäten von MNJ und alles, was damit im Zusammenhang steht, weiter zu verbreiten.

newsgroup.nordniger steht in Kontakt mit anderen Gruppen gleicher Zielsetzung.

E-Mailadresse:

Internetquelle MNJ: http://m-n-j.blogspot.com/

siehe auch: RFI
http://fr.news.yahoo.com/afp/20070719/tbs-niger-france-violences-touareg-armee-f41e315.html
und: REUTERS
http://www.alertnet.org/thenews/newsdesk/L19455420.htm
Share and Enjoy: These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages.
  • Digg
  • del.icio.us
  • MisterWong
  • Technorati
  • StumbleUpon

Kommentiere diesen Beitrag

Blog Information Profile for k0ochy

Add to Netvibes

Design based on Beccary, Weblogs.us and Africa-Help.org

Africa-Help.org Sponsoren - Werbit, Spreadshirt & HUYNH Communications

· XHTML · CSS



2005-2008 Africa-Help.org e.V. | Impressum & Kontakt | Presse
Details Blog Beitraege