Strom – ein knappes Gut
Die beiden wichtigsten SEWA-Projekte drehen sich vereinfacht gesagt darum, Strom in ländliche Gebiete zu bringen. Doch auch in Ouagadougou ist die Stromversorgung äußerst labil.
Gerade jetzt, auf dem Gipfel der Trockenzeit lassen uns die Dieselgeneratoren aus den 60er Jahren, die Ouagadougou mit Strom versorgen, vermehrt im Stich. Denn nun ist der Verbrauch der Stadt besonders hoch: Jeder, der kann, stellt seine Klimaanlage oder seinen Ventilator auf volle Leistung. Das zum kühlen benötigte Wasser wird auch zunehmend knapp, die Anlagen können nicht auf Maximalleistung fahren. Der Strom reicht also nicht mehr aus um damit die ganze Stadt zu versorgen.
Deshalb wurde der Strom nun rationiert und eine Art “Fahrplan” für Elektrizität erstellt. Auf dem kann man nachlesen, wann welches Viertel Strom hat - und wann nicht. Nach ihm werden die Viertel “durchgeschaltet”. Montags gehen um 7.30 Uhr in Somgandä die Lichter aus. Bis 13 Uhr, dann gehen sie wieder an, dafür muss Dapoya die kommenden 6 Stunden ohne Strom auskommen. Dann Zogona, Cissin, Dasasgo, usw.
Schade ist nur, dass man nicht davon ausgehen kann, dass es zu allen anderen Zeiten durchgehend Strom gibt. Immer wieder füllt er aus, mal für ein paar Minuten, manchmal für mehrere Stunden.
Im Büro haben wir deshalb ein solares Backupsystem, das sofort anspringt, wenn die Spannung vom Netz abfällt. Das ist Fluch und Segen zugleich. Segen, weil “Stromausfall” nur noch selten gleichbedeutend mit “Datenverlust” ist und wir fast durchgehend problemlos arbeiten können. Fluch, weil der Deckenventilator nicht am Backupsystem hängt und wir im Büro ohne ihn fast verdunsten, wir aber trotzdem weiterarbeiten können und uns damit die Ausrede fehlt uns ins nächste Schwimmbad zu flüchten.










