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FESPACO 2009

Ouagadougou ist in diesen Tagen für Frunde des afrikanischen Films die Hauptstadt der Welt, denn es ist FESPACO. Dieses Jahr feiert das wichtigeste afrikanische Fimfest auch noch seinen 40. Geburtstag!

Und die Freunde des afrikanischen Films kommen in Scharen! Ouaga ist ungewöhnlich überlaufen von Weissen, die Hotels sind voll und so manche Straße kleidet sich mit einem roten Teppich. Eine Woche lang sind die afrikanischen und Nord-amerikanischen B-Pictures aus den Kinos verbannt, stattdessen laufen anspruchsvollere Filme aus der ganzen Welt, vor allem aber aus Afrika. Die tollsten Gerüchte kursieren in der Stadt, wenn man der Deutschen Welle glauben darf: Denzel Washington und Will Smith sollen sich die Ehre geben, ebenso wie Tiken Jah Fakoly, was allerdings schon wahrscheinlicher ist.

Die Kinosäle sind meist prall gefüllt, sodass wir uns oft mit Plätzen auf den Treppenstufen begnügen müssen. Schade sind allerdings die Eintrittspreise. Mit 1000 CFA (1,50 €) pro Kinokarte ist der Eintritt für die allermeisten Burkinabé recht teuer, was es nicht weiter verwunderlich macht, dass das Kinopublikum oft größtenteils weiß ist. Das wirft die Frage auf, ob ein solches Filmfest nicht auch dazu genutzt werden könnte, einer breiteren Masse, der sonst eher fragwürdige Filme im Fernsehen, Kino oder auf DVD zur Verfügung stehen, qualitativ hochwertige Filme näher zu bringen. Denn nach wie vor ist es so, dass die meisten guten afrikanischen Filme ihren Erfolg eher im europäischen Ausland feiern, während der heimische Markt in Schrottfilmen ertränkt wird.

Praktisch ist, dass die ganze Woche die Mittagspause entfällt und bis drei Uhr durchgearbeitet wird, damit man sich Nachmittags ins FESPACO-Vergnügen stürzen kann. Neben den Kinos locken nämlich noch Gratiskonzerte auf dem riesigen Place de la Nation und eine Handwerksmesse, die wie eine kleine Ausführung der SIAO anmutet.

Sicherlich ist die FESPACO auch ein Moment des Aufatmens für die Kinobesitzer. Denn seit DVD-Player so erschwinglich geworden sind, dass sie zur Grundausstattung einer jeden Bar gehören und man an jeder Strassenecke chinesische Raubkopien zu erschwinglichen Preisen bekommt, musste der grösste Teil der Kinos in der “Kinometropole” Ouagadougou schliessen. Mit dem Filmfest wird vielleicht wieder etwas Geld in die Kassen der Kinos gespült, wobei ich ehrlich gesagt aber nicht weiß, wieviel vom Eintritt tatsächlich an die Kinos geht.

Für uns ist die Fespaco auf jeden Fall ein riesiger Spass und eine tolle Abwechslung! Schön anzuschauen war auch die Eröffnungsfeier im Fussballstadion, die an eine kleine Olympia-Eröffnungsfeier erinnerte. Dazu haben wir auch ein kleines Video gedreht. Viel Spass beim ansehen!

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