Change has come to America
Auch im fernen Ouagadougou wollten wir natürlich wissen, wer Präsident George W. Bushs Nachmieter im Weißen Haus wird. Dafür opferten wir sogar unseren Schlaf.
Selbst hier in Burkina spielten die US Wahlen eine wichtige Rolle, zwar weniger im täglichen Leben der Menschen, dafür umso mehr in den Medien. Nicht nur RFI (Radio France International), auch die lokalen Fernseh- und Radiostationen sendeten Reportage um Reportage. Für viele Burkinabé (und was man so höt für viele Afrikaner generell) bedeutete die Aussicht auf einen schwarzen US-Präsidenten eine Mischung aus Stolz und Hoffnung. Ein Traum, der nun Wirklichkeit wurde.
Um die Wahlen live und direkt zu Verfolgen machten wir uns am Dienstag Abend also auf den Weg ins American Cultural Center. Die dortige Wahlparty war allerdings nur für geladene Gäste und die Sicherheitsvorkehrungen schreckten mich (Jan) und meinen US-Kumpel Seth so sehr ab, dass wir uns lieber nach nebenan ins Recreation Center der Botschaft verzogen, um dort mit einigen Peace Corps Leuten bei ein paar Bier den Nachrichten auf ABC und NSBC zu folgen.
Ich (Nils) blieb hartnäckig, kam mit etwas Überredungskunst durch die Sicherheitsschleuse vor des American Cultural Center und wurde mit einem leckeren Buffet, Freigetränken und einem netten Unterhaltungsprogramm belohnt. Es wurden Präsidentschaftsdebatten simuliert, Vorträge angeboten, eine Wahlsimulation durchgefürhrt und immer wieder gab es Live-Musik zwischendurch.
Die Wahlparty war aber leider schon um Mitternacht zu Ende. Um die nach dem guten Essen aufkommende Müdigkeit zu bekämpfen zog es mich (Nils) dann noch in einen zufällig in der Nähe entdeckten Nachtclub. Und obwohl von den Besuchern des Clubs mindestens die Hälfte noch nie etwas von den aktuellen Wahlen in den USA gehört hatten, war das Obama-Fieber sogar schon bis hierher vorgedrungen: Der DJ rief immer wieder enthusiastisch “Obama, Obama!” in sein Microphon! Nach dem ich mich wieder etwas wach getanzt hatte, gesellte ich mich wieder zu den anderen in das Recreation Center.
Gegen 4 Uhr in der Früh dann endlich die Nachricht auf die alle anwesenden Amerikaner (und wir beiden Deutschen) gehofft hatten: Obama hat die nötigen 270 Wahlmänner beisammen! Wenig später trat dann auch McCain vor die Kameras, um seine Niederlage einzuräumen. Schließlich dann der Höhepunkt des Morgens: Obamas Rede als US President elect in Chicago, live, schönes Gänsehaut-Gefühl.
Und so konnten wir uns dann um halb 6 Uhr morgens endlich auf den wohlverdienten Weg nach Hause machen, natürlich noch über den kleinen Umweg zur Bäckerei, die mit ofenfrischem Baguette für alle morgendliche Kälte (!) auf dem Mofa entschädigte.

















