Februar 5, 2008 at 3:27 pm
Verfasst von Markus Maassen
Am letzten Samstag fand in der nähe des Waisenhauses AMPO die Einweihung des zweiten Mia-Hauses statt - ALMA.
Für 20 Mädchen und junge Frauen, wie deren Kinder, die durch ihre Krankheit - AIDS - von der Gesellschaft ausgestossen werden, gibt dieses Haus Zuflucht und Geborgenheit. Hier leben die jungen Frauen mit ihren Kindern in einer Gemeinschaft - arbeiten, kochen und versuchen den Alltag zu leben. So wie bereits im Haus Mia seit Jahren sehr erfolreich funktioniert.
Kahtrin Rohde, Mama Tenga, von den Einheimischen genannt, Gründerin von AMPO, organisierte den Bau dieses neuen AMPO-Hauses, das nun etwa das zehnte Haus von AMPO schon sein müsste. Die bereits bestehenden Projekte und Häuser: AMPO-Jungen, AMPO-Mädchen, Krankenstation, Schneiderei, Restaurant, Boutique, Seifenherstellung, Behindertenwerkstätten, StraÃenjungen-Projekte , die Ausbildungsfarm Ton-Tenga, das Aufklärungsprojekt Pili Pili, das Haus Mia und vieles mehr…
Verantwortlich für den Bau war Issaka, die rechte Hand von Kathrin Rohde. Er hat ein sehr schönes und idylisches Haus bauen lassen, in dem man sich sofort wohl fühlt.
Der Spender dieses neuen Hauses ist eine Familie vom linken Niederrhein, die Familie Trienekens. Sie spendeten die gesamte Finanzierung des Projekts inkulisve der Unterhaltungskosten von 5 Jahren. Dazu spendete das Landwirtschaftsministerium an diesem Tag 5 Tonnen Reis für alle AMPO-Projekte. Diese Spende ist die erste Geste des burkinschen Staats AMPO material bzw. finanziell zu unterstützen.
Mit etwa 100 geladenen Gästen, darunter einige Prominenten (Botschaftern, Vertretern verschied. Organisationen,…), feierte auch ich die Einweihung. Die Schirmherrschaft dieser Einweihung trug der deutsche Botschafter, der eng mit AMPO zusammenarbeitet.
Mit westafrikanischer Trommel-Musik, AMPO-Kinder-Chor, Reden und Danksagungen und zum Schluss mit Imbiss (Pizza) gestaltete sich ein wunderschönes unvergessliches Fest.
Februar 1, 2008 at 10:22 pm
Verfasst von Markus Maassen
Ja, es ist wieder Messe in Ouagadougou - die chinesisch-taiwanesische Kooperation hat mit der burkinischen Regierung eine große Messe “SAHEL-Woche” in der SIAO organisiert.
Dort präsentieren sich alle großen Firmen und Organisationen. Unter anderem auch unser Partner im Karité-Projekt - die Frauen Organisation RIMTEREB-SOM. Sie sind auch Partner der chinesisch-taiwanesisch Kooperation und können somit diese Woche dort ausstellen. Natürlich ist auch das Gemeinschaftsprodukt -”Karité Solaire” auf dem Präsentierteller.
M. Kaboré, die Präsidentin der Organisation, ist begeistert von der Messe - “Unmengen an Menschen und großes Interesse an Karité-Produkten - ich mache großen Gewinn”. Wie bei der letzten Messe im Dezemeber ist “Karité Solaire” sehr beliebt.
Doch nicht nur unser Partner für das Karité-Projekt ist vertreten, sondern auch viele andere namhaften Firmen und Organisationen. Somit konnten wir bereits einige alten Kontakte auffrischen und neue Kontakte für die Projektarbeit knüpfen.
Die Veranstalter der Messe haben sich wirklich ins Zeug gelegt, um eine beeindruckende Ausstellung zu veranstalten. Von großen Traktoren über Bewässerungsanlagen, Mühlen, Pumpen, Fisch-Auqarien, Essen und Trinken bishin zur Live-Musik …
Dem SIAO-Gast wird reichlich was geboten…
…und wir freuen uns auf die nächste Messe bei dir wir selbst als SEWA präsent sein können.
Januar 31, 2008 at 12:14 am
Verfasst von Hannes Mehrer
Was für den Europäer erst nur eine Erweiterung der bisherigen Kommunikationsmöglichkeiten gewesen ist, war in Ländern wie Burkina eine Revolution sonder gleichen:
Mit der Einführung des Handys in Burkina Mitte der Neunziger konnte man nicht nur schnurlos telefonieren, sondern in den meisten Gegenden des Sahel-Staates überhaupt erst miteinander reden, obwohl der andere Meilen weit entfernt war. Zu diesem Zeitpunkt hatte es zwar schon Festnetztelefone gegeben, aber für die Menschen auf dem Land -und auch die meisten in der Stadt- gab es keine Möglichkeit, sich über so weite Distanzen auszutauschen.
Aus europäischer Sicht war das quasi ein Sprung aus dem Mittelalter ins digitale Zeitalter, ohne dabei die Zwischenschritte wirklich miterlebt zu haben.
Heute gibt es drei große Netzanbieter (celtel, telecel, telmob), die selbst in manch vergessenem Dorf die Möglichkeit eröffnen, zu erfahren, was in der Hauptstadt abends im Kino läuft.
Darüber hinaus kann man aber seit Dezember nicht nur in den entlegendsten Ecken telefonieren, sondern -das Handy an den PC angeschlossen- auch ins Internet.
Januar 20, 2008 at 2:03 am
Verfasst von Hannes Mehrer
Am Wochenende fand die Hochzeit der Schwester eines Freundes statt, zu der auch wir eingeladen waren. Wie solch ein bedeutungsvoller Tag hier in Burkina gefeiert wurde, wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Ähnlich wie bei uns wird zum Fest eine Karosse geschmückt, die das Brautpaar von der standesamtlichen Trauung nach Hause bringt.
Dabei tragen die meisten umwerfende, traditionelle Gewänder.
Nachdem das Bürokratische erledigt war, das auch in Burkina nicht gering ist, wurde sich auf ewig die Treue geschworen und das Ganze mit einem Kuss besiegelt.
Anschließend ging es nach draußen in die burkinsche Mittagssonne, die selbst im tiefsten Winter erbarmunglos scheint. Dort wurden -ganz “comme il faut”- die Familienfotos geschossen.
Um in angemessenem Rahmen zu feiern, ging es mit großem Lärm nach Hause, wo ein rauschendes Fest gefeiert wurde.
Am späten Nachmittag ging es noch in die Moschee, um die Trauung auch auf religiöser Ebene zu vollziehen.
Vom Ablauf her gar nicht so ungewöhnlich. Und doch war alles sehr anders als zu Hause.
Januar 17, 2008 at 7:12 am
Verfasst von Markus Maassen
…im November und Dezember2007 haben wir einiges für die Solar-Kocher Verbreitung und Sensiblisierung getan. Zudem machte unsere Promotion der solaren Karité-Butter Fortschritte.
Zunächst haben wir bei der Frauenorganisaiton RIMTEREB-SOM am 24.11.2007 eine Fortbildung mit insgesamt 25 Frauen zum Solar-Kochern “Papillon” gemacht. Diese organisierten wir zusammen mit der Päsidentin von RIMTEREB-SOM M. Kaboré. Die eigentliche Sensibiliserung übernahm Kadissa Paré, die mit ihren Mooré- und Fachkenntnissen dies deutlich kompententer leiten konnte, als wir selbst.
Am 9.12.2007 war bereits ein weiteres Treffen mit einer anderen Frauenorganisation names ICCV / Nazemse. Dort arbeitet eine befreundete Freiwillige, die den Kontakt zu dieser sehr engaierten Organisation herstellte. Dort hatten wir zwar keinen Solar-Kocher für die praktische Vorführung zur Verfügung, dennoch diskutierten wir mit den 35 anwesenden Frauen über Solar-Kocher und solare Karité-Butter.
Vom 15.12 bis 24.12 präsentierten wir uns mit unserem Partner RIMTEREB-SOM auf der SIAO (Promotionsmesse). Dort stellten wir mit Banner, Flyer und Solar-Kocher unser gemeinsames Projekt vor und verkauften gemeinsam unser Produkt “Karité Solaire”. Die Messe war jedoch leider sehr rar besucht und somit konnten wir das Projekt, die Butter als auch den Solar-Kocher nur sehr wenigen Interessenten vermitteln.
…nun haben wir im Dezemeber auch noch einen Solar-Kocher reparieren lassen und drei weitere Kocher in das Viertel Tampouy gebracht, um sie dort drei verschiedenen Frauenorganisationen als Leihgabe zur Verfügung zustellen.
… am kommenden Wochende stehen nun insgesamt drei Fortbildungen zur Solar-Kocher-Nutzung aus… natürlich wieder mit Kadissa Paré.
Januar 10, 2008 at 9:49 pm
Verfasst von Markus Maassen
Vom 15. bis 24.Dezember fand auf dem großen Messegelände Ouagadougous - der SIAO - eine Promotionsmesse statt. Bei der wir, wie schon berichtet, mit der Frauenorganisation RIMTEREB-SOM unser Karité-Projekt mit Karité-Butter, Flyern und einem Solar-Kocher präsentierten.
Am Samstag dem 22. Dezember kam auch Prominenz vorbei: Der burkinische Präsident Blaise Compaoré.
Na da hatten wir uns schon so gefreut - doch leider ließ er wegen seiner Anwesenheit die Ausstellung für 7 Stunden schließen, da er im benachbarten Gebäude eine Konferenz mit den Jugendvertretern des ganzen Landes hatte. Dabei spendete er eine Millarde Francs CFA - etwa 1,5 Mio. Euro für die Jugendarbeit in Burkina.
Seinen Auftritt nenen die Leute hier nicht ohne Grund, wie den eines Königs.
Hier einige Fotos von der Konferenz
… und von der “Abschiedszeremonie” des Präsidenten.
Januar 4, 2008 at 5:04 pm
Verfasst von Markus Maassen
Weihnachtszeit ist auch Ferienzeit, also nahm ich, Markus, mir einige Tage frei, um mit zwei deutschen Freunden und einem brukinischen Freund den Süden Burkina Fasos um Bobo-Dioulasso und Banfora zu erkunden.
Am 25. Dezember gings dann mit dem Reise-Bus nach Bobo, dort verweilten wir bei der Tante meines Freundes Adama.
Zu nächst besichtigten wir die Altstadt Bobo-Dioulasso, die im 15 Jh. gegründet wurde, von Animisten, Muslime, Gauklern/Händlern, und der Ethnie Dioula. Dabei wurde uns die tradionelle Herstellung von Dolo-Bier (Hirse-Bier) erklärt und wir durften auch mal kosten. Danach gings in die große Moschee von Bobo, die eines der bedeutestens Bauwerke Westafrikas ist - zum klettern bestiegen wir die Türme
Am nächsten Tag fuhren wir nach Banfora, um die Wasserfälle und Felsformationen zubesichtigen. Wirklich beeindruckend.
…weiter gings schließlich an einen Fußpferde-See, leider sahen wir jedoch keine.
… am letzten Tag gings dann nochmal mit den Mopeds in die Umgebung von Bobo - wir besichtigten das auf einem Berg gelegene Dorf Koro - hier leben Animisten, Protestanten und Muslime auf engsten Raum in einer harmonischen Gemeinschaft wie vor hunderten von Jahren.
Als letztes Highlight besichtigten wir einen Wald - hört sich seltsam an, aber war sehr schön: Man fühlte sich beinahe so als wäre man im tropischen Regenwald - zum Glück war es nicht so schwül.
… abschließend noch ein Blick auf die Straßen von Bobo. Hier leben zwar auch 450.000 Menschen, dennoch ist es hier im Gegensatz zu Ouaga tags und nachts recht ruhig, generel nicht sehr verdreckt und sehr grün.
Am 29. kehrten wir reichlich mit Eindrücken und Bildern nach Ouaga zurück, um am 31. ins neue Jahr zu feiern.
Dezember 30, 2007 at 3:12 am
Verfasst von Markus Maassen
Die vorletzte Woche verbrachten Hannes und ich in Fada N’Gourma. Übersetzt von fulfuldé: Zuhause der Gourmantché, die vorherrschende Ethnie im Osten Burkina Fasos]. Dort machten wir keinen Urlaub oder Änliches, nein, es ging für das Schulen-Projekt zu insgesamt 7 Schulen, die sich in der Region um Fada befinden.
Zu nächst wurde am ersten Tag die Schule von Nagré repariert: 4 neue Lampen, ein neuer Laderegler und eine neue Blei-Gel-Batterie wurde von Hannes und mir eingebaut. Nach 20 Minuten konnten sich die Lehrer und Bewohner des Dorfs wieder über einen hellleuchtenden Klassenraum freuen.
Darauf ging es nach Gnindouga, um einen regulären Nachbesuch durchzuführen. Dort waren wir positiv überrascht: Alle vorherigen Fremdenutzungen waren eingestellt worden.
…und dann wurden in den folgenden Tage noch die Schulen von Komangou, Komandougou, Bogré, Fonghin und Lantaogo besucht.
Mit meist erfreulichen Ergebnissen konnten wir dann nach 4 Tagen harter Arbeit die Rückreise antreten und ins heimische Ouaga zurückkehren (Hannes blieb noch 3 Tage in Niaamey (Niger)).
Somit haben wir nun in den letzten 3 Monaten alle Schulen von SEWA bis auf die fünf in Djibo besucht - vorab kann man sagen: Die Ergenbisse und technischen Zustände der Anlagen sind deutlich besser als bei den vorherigen Besuchen. Fremdnutzungen sind kaum noch vorhanden, doch ist die Wartung weiterhin ein Problem.