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Alle Beiträge von Projekt SEWAStrom – ein knappes Gut
Die beiden wichtigsten SEWA-Projekte drehen sich vereinfacht gesagt darum, Strom in ländliche Gebiete zu bringen. Doch auch in Ouagadougou ist die Stromversorgung äußerst labil.
Gerade jetzt, auf dem Gipfel der Trockenzeit lassen uns die Dieselgeneratoren aus den 60er Jahren, die Ouagadougou mit Strom versorgen, vermehrt im Stich. Denn nun ist der Verbrauch der Stadt besonders hoch: Jeder, der kann, stellt seine Klimaanlage oder seinen Ventilator auf volle Leistung. Das zum kühlen benötigte Wasser wird auch zunehmend knapp, die Anlagen können nicht auf Maximalleistung fahren. Der Strom reicht also nicht mehr aus um damit die ganze Stadt zu versorgen.
Deshalb wurde der Strom nun rationiert und eine Art “Fahrplan” für Elektrizität erstellt. Auf dem kann man nachlesen, wann welches Viertel Strom hat - und wann nicht. Nach ihm werden die Viertel “durchgeschaltet”. Montags gehen um 7.30 Uhr in Somgandä die Lichter aus. Bis 13 Uhr, dann gehen sie wieder an, dafür muss Dapoya die kommenden 6 Stunden ohne Strom auskommen. Dann Zogona, Cissin, Dasasgo, usw.
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Was macht ein Schädelknochen in einem burkinischen Klassenzimmer?
Während unserer letzten Reise bemerkten wir in einer Schule, dass in jedem Klassenzimmer mehrere Schädelknochen von Ziegen und Schafen herumlagen. Wir fragten den Direktor der Schule, was es damit auf sich hat und er erzählte uns, wie er im Schulalltag mit einer kontrovers diskutierten Problematik im burkinischen Schulsystem umgeht: dem Sprachenkonflikt.
Im Norden Burkina Fasos liegt die Analphabetenquote bei den Erwachsenen in fast allen Dörfern bei über 90 %, die allermeisten Menschen sind nie zur Schule gegangen. Das bedeutet auch, das unter den Erwachsenen über 90 % entweder gar nicht oder nur äußerst bruchstückhaft Französisch sprechen. Die Muttersprache der Kinder auf den Dörfern ist daher entweder Moorö, Fulfuldü oder eine andere afrikanische Sprache und da sie auch äußerst selten Zugang zu Radio oder gar Fernsehen haben, spielt Französisch in ihrem Alltag so gut wie keine Rolle. Französisch ist jedoch in Burkina Faso seit der Unabhängigkeit des Landes 1960 die alleinige Amtssprache. Die Bildungspolitiker des Landes haben daher entschieden, dass in den Grundschulen des Landes ausschließlich auf Französisch gesprochen und gelehrt werden soll. Die Lehrer haben den klaren Auftrag, mit den Kindern von Anfang an Französisch zu sprechen und jegliche Kommunikation auf einer Stammessprache zu vermeiden.
Die burkinischen Grundschullehrer sind mit dieser Problematik alltäglich im Unterricht konfrontiert. Bei einem Schulbesuch in der Region Soum erzählt uns der Direktor einer Grundschule, auf welche Schwierigkeiten er stößt: “Wir haben hier nur drei Lehrer und viele, viele Schüler. In jeder Klasse sitzen über 50 Kinder. Die Lehrer sind völlig überfordert damit, die Schüler dazu zu bringen, auch untereinander Französisch zu reden. Französisch ist für sie eben eine Fremdsprache, sie fühlen sich nicht wohl damit.” Das erinnert uns stark an unsere Englisch- und Französischstunden am Gymnasium. Auch damals haben unsere Fremdsprachenlehrer oft vergeblich versucht, die Benutzung der deutschen Sprache im Unterricht so weit es geht zu vermeiden. Doch der Fremdsprachenunterricht war ja auf ein oder zwei Stunden am Tag begrenzt und außerdem waren wir schon älter. Von der ersten Klasse an jeden Tag pausenlos mit diesem Sprachenkonflikt konfrontiert zu werden? Für uns unvorstellbar.
lese noch weiter! » Wie sieht Ouaga eigentlich aus?
Ja wie sieht sie eigentlich aus, die Hauptstadt Burkina Fasos, der Stützpunkt für SEWA Burkina, die neue Heimatstadt der Zivis? Ein kleines Video mit Eindrücken einer Motoradfahrt. Ganz ohne Kommentare.
Längste SEWA-Mission aller Zeiten absolviert!Insgesamt neun Tage waren wir zusammen mit unserem Mitarbeiter Yral und den MicroSow-Technikern Dimaz, Basil und Hamidou im Norden Burkinas unterwegs und haben dabei in fnf Schulen Solaranlagen installiert.
Am letzen Tag unserer Reise wurden wir noch mit einem ganz besonderen Spektakel belohnt: In Djibo fand ein Dohi-Festival statt. Dohi ist die traditionelle Musik des Peulh-Volkes und ist unmglich mit Worten zu beschreiben. Zu dem Festival versammelten sich aber nicht nur verschiedene Peulh-Gruppen, sondern auch Touareg, die mit beeindruckenden Tnzen brillierten. Auch wenn wir dem eigentlichen Wettbewerb der Gruppen leider nicht mehr folgen konnten, war es doch ein interessanter Einblick in die Kultur der Volksstmme im Norden Burkinas, die wir noch kaum kennen. Ihr Browser unterstützt die Anzeige der Karte leider nicht. Dorffest in Patiriß
Vergangenes Wochenende waren wir in Patiri, einem Dorf im Norden von Ouagadougou, auf einem traditionellen Dorffest. Seit SEWA 2005 die Schule des Dorfes mit einer Solaranlage ausrüstete, läd der Naaba (König) des Dorfes, das SEWA-Team jedes Jahr zu seinem Fest.
Und so machten wir uns zusammen mit Tim, einem AIM-Volontär aus Ghana, der gerade zu Besuch war, auf den Weg von Ouaga nach Patiri - per Anhalter. Mit dem Stadtbus ging es bis an die Mautstelle am Stadtrand Ouagas und von dort aus ließen wir uns erst von einer Französin und dann von einem Wirtschaftsanwalt und Freund des Königs im tonnenschweren Luxus-SUV mitnehmen.
In Patiri angekommen staunten wir nicht schlecht über die Menge an Leuten, die sich in dem kleinen Dorf versammelt hatten. Und noch mehr über das Spektakel um uns herum. Denn plötzlich fanden wir uns inmitten von Salutschüssen, Trommlern und Tänzern wieder, als der Naaba in seinen Hof einzog. Da unser Kollege Yüral uns leider nicht begleiten konnte, waren wir auch ziemlich auf uns allein gestellt und hatten niemanden, der uns vor etwaigen Fettnäpfchen hätte bewahren können. Denn wie begrüßt man einen König? Dürfen wir das überhaupt? Und so haben wir uns auf Geheiß erst ein wenig ehrfurchtsvoll dem König genöhert, aber als wir wie alle anderen auch die Schuhe abstreifen wollten, bevor wir den Teppich vor ihm betreten, hat er nur lachend abgewinkt und uns die Hand geschüttelt. Ganz unkompliziert.
Nachdem alle Dorfchefs den Naaba gegrüßt hatten, gab es in den noch leerstehenden Räumen der frisch fertiggestellten Krankenstation ein riesiges Festmahl. Danach wurde getrommelt, getanzt, getrunken, gegrüßt und gelacht.
Natürlich haben wir uns die Gelegenheit auch nicht entgehen lassen um noch einmal bei der von SEWA elektrifizierten Schule vorbeizuschauen. Da die Schule bereits 2005 elektrifiziert wurde, ist die offizielle Projektlaufzeit vorbei - dennoch ist es natürlich immer gut, wenn wir uns auch nach dem dritten Nachbesuch persönlich ein Bild von der Situation machen können.
Wir haben uns sehr gefreut zu sehen, dass die Anlage in perfektem Zustand ist, gut gewartet und stark genutzt wird. Seit letztem Jahr wird die Schule von einem neuen Direktor geleitet, der aber bestens über die Wartung bescheid wusste - der Wissenstransfer scheint also gut funktioniert zu haben.
Noch bevor wir mit den Lehrern redeten, haben wir ein paar Kinder aus dem Dorf gefragt, ob sie abends in die Schule gehen können. Sie erzählten uns, dass sie abends dort ihre Hausaufgaben machten und lernten - bei elektrischem Licht.
Patiri scheint sich also wie ein Musterprojekt zu entwickeln. Bleibt zu hoffen, dass in ein bis zwei Jahren, wenn die Batterie durch eine neue ersetzt werden muss, genug Geld angespart wurde, um diese Investition zu stemmen.
Da wir im Vorfeld vom Dorf gebeten wurden, auf dem Fest ein wenig zu filmen, ist es uns gelungen, ein paar einmalige Impressionen festzuhalten. Viel Spaß beim ansehen! Zwischenseminar in GhanaJede Zivi-Generation nimmt etwa zur Halbzeit des Dienstes an einem Zwischenseminar teil, das traditionell in Ghana stattfindet und von der FID-Stelle der AGEH (Arbeitsgemeinschaft fr Entwicklungshilfe) organisiert wird, die auch schon unser Vorbereitungsseminar in Kln ausgerichtet hat.
AIM. gegen den KinderhandelHallo aus Komenda,
nachdem ich euch beim letztenmal ueber das Komenda Beach Cafe berichtet habe, möchte ich euch diesesmal etwas über ein Projekt berichten, das sich an Kinder, Jugendliche und Familien richtet, die deutlich unter der von der Weltbank definierten absoluten Armutsgrenze leben. Bei dem Projekt geht es um Kinderhandel im Zusammenhang mit Kinderarbeit und Kinderprostutition.
Hintergrund: Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) in Cape Coast, Central Region arbeitet im Bereich Good Governance zusammen mit dem regionalen Entwicklungsdienst CEDECOM (Central Region Developement Commission) und ist mit dem Angebot einer Kooperation und der Bitte einer Konzeptionierung an unsere NGO, African Information Movement, herangetreten. Ich denke, das spricht fuer unsere Arbeitsweise und ermutigt uns, uns nicht ausschliesslich auf den Bau des Trainingcentre’s und dem Computertraining zu konzentrieren, sondern gleichzeitig bereits mit gezielten Aktivitäten an der Entwicklung Komenda’s teilzuhaben.
Bevor wir mit der Konzeptionierung des Projektes starteten, haben wir erst einmal Teams gebildet, welche besonders in den Staddteilen direkt am Meer (Amotoe, Sesem und Dutch Komenda) Recherchearbeit leistete. Unsere Recherchen haben ergeben, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Einige Familien, vor allem Grossfamilien, sind nicht in der Lage alle Kinder zur Schule zu schicken, da nicht genügend Geld für Schuluniformen, Bücher, Stifte und eine Mahlzeit vorhanden ist. Oftmals haben Familien nicht einmal Geld für den normalen Lebensunterhalt von ihren eigenen Kindern. Dies ist der Grund, warum Kinder, manchmal bereits im Alter von 8 Jahren oder jünger, an Haendler und Schleuser weitergegeben werden, oft mit dem Glaube und der Hoffnung verbunden, dass die Kinder eine anständige Schulausbildung fuer Ihre harte Arbeit erhalten. Eine Analphabetenrate von mancherorts 50% bei Jugendlichen unter 15 Jahren spricht eine deutlich andere Sprache. FESPACO 2009Ouagadougou ist in diesen Tagen fr Frunde des afrikanischen Films die Hauptstadt der Welt, denn es ist FESPACO. Dieses Jahr feiert das wichtigeste afrikanische Fimfest auch noch seinen 40. Geburtstag!
Praktisch ist, dass die ganze Woche die Mittagspause entfllt und bis drei Uhr durchgearbeitet wird, damit man sich Nachmittags ins FESPACO-Vergngen strzen kann. Neben den Kinos locken nmlich noch Gratiskonzerte auf dem riesigen Place de la Nation und eine Handwerksmesse, die wie eine kleine Ausfhrung der SIAO anmutet. Sicherlich ist die FESPACO auch ein Moment des Aufatmens fr die Kinobesitzer. Denn seit DVD-Player so erschwinglich geworden sind, dass sie zur Grundausstattung einer jeden Bar gehren und man an jeder Strassenecke chinesische Raubkopien zu erschwinglichen Preisen bekommt, musste der grsste Teil der Kinos in der “Kinometropole” Ouagadougou schliessen. Mit dem Filmfest wird vielleicht wieder etwas Geld in die Kassen der Kinos gesplt, wobei ich ehrlich gesagt aber nicht wei, wieviel vom Eintritt tatschlich an die Kinos geht. Fr uns ist die Fespaco auf jeden Fall ein riesiger Spass und eine tolle Abwechslung! Schn anzuschauen war auch die Erffnungsfeier im Fussballstadion, die an eine kleine Olympia-Erffnungsfeier erinnerte. Dazu haben wir auch ein kleines Video gedreht. Viel Spass beim ansehen!
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