Tolle Fussballstimmung in Ghana. Das alltaegliche Leben kommt am Thema Fussball nicht vorbei. Es ist das alles beherrschende Thema – ueberall. Radio, TV, Zeitung – auf der Strasse, im Taxi, auf dem Markt, beim Frisoer, Automechaniker, Krankenhaus,Polizeikontrolle – wirklich einfach ueberall.
Dazu hat sich auch noch Ghana, welches mit der U20 zuletzt in Aegypten gegen Brasilien Weltmeister wurde (und das mit nur 10 Mann!!!), als einzigst verbliebenes afrikanisches Land fuer das Viertelfinale bei dieser Weltmeisterschaft in Suedafrika qualifiziert. Was fuer ein Triumph. Auf den Strassen gab es kein Halt mehr. Hier ein paar Reaktionen. Schade ist nur, dass das Spiel abends war – die Lichtverhaeltnisse sind miserable.
Einen Tag spaeter qualifizierte sich Deutschland. Ein paar Nachbarsjungen kamen zu mir und borgten sich meine Deutschlandflagge aus. Das ganze Dorf sollte sehen, das Deutschland gewonnen hat :)
Die Finalteilnehmer stehen mit Ghana und Deutschland bereits fest. Wir haben unsere ghanaischen/afrikanischen Beziehungen spielen lassen. Nur muessen wir am Freitag fuer Ghana und am Samstag fuer Deutschland weiter die Daumen druecken, damit die Schiebung auch ja nicht auffaellt.
Nach Ghanas Auftaktspiel im Kampf um die Weltmeisterschaft steht hier alles Kopf!
Trompeten, Trommeln und Menschenmassen auf den Straßen in den Autos und aus den Fenstern, sie rufen, singen, tanzen und feiern ihre Black-Stars! Der souveräne Elfmeter von Gyan sorgt für einen gelungenen Start in die WM.
Februar 2, 2010 um 8:19 pm
verfasst von Jörn Preuß
Liebe Leser,
an dieser Stelle moechten wir auf den Freiwilligendienst von African Information Movement (AIM.) aufmerksam machen.
In Ghana besteht die Möglichkeit, als Freiwilliger für uns in der Projektregion direkt bei AIM. mitzuarbeiten. Einsatzmöglichkeiten sind vor allem die Arbeit mit dem Jugendclub vor Ort und die Mitarbeit in den einzelnen Entwicklungsprojekten im Bereich Musik/Kultur, Umweltschutz und Bildung/Computer training. Freiwilligendienste, die mindestens sechs Monate dauern, werden im Rahmen des weltwärts-Programms der Bundesregierung finanziell gefördert. Ein Freiwilligendienst bei unserem Projekt in Ghana wird auch als Ersatz für den Zivildienst (ADiA-Anderer Dienst im Ausland) anerkannt. Es ist ebenso möglich, ein kürzer dauerndes Auslandspraktikum (selbstfinanziert) bei uns zu machen, auch im Rahmen des Studiums (z.B. Auslandssemester).
Aktuell laufen die Bewerbungsverfahren. Daher, erkundige dich rasch auf http://aim-ev.org/mitarbeit.htm und bewerbe dich fuer einen Freiwilligendienst bei AIM> Ghana.
Derzeit leben und arbeiten 5 deutsche ‘weltwärts’-Freiwillige bei uns: Milena, Toma, Adrian, Hanna und Pia. In Kuerze wird Stefanie fuer drei Monate zu uns stossen. Sei der/die naechste Freiwillige, unterstuetze unsere Projektarbeit in Ghana und sammele einzigartige Erfahrungen in einer anderen Kultur an der ghanaischen Atlantikkueste.
Dezember 26, 2009 um 4:11 pm
verfasst von Jörn Preuß
… und zwar in Gestalt von African Information Movement (AIM.).
In einer langen, dunklen Augustnacht kam ein Container für AIM. Ghana aus Deutschland in Komenda an. Fast fünf Monate ist das nun her und all die Computer, Scanner, Drucker und Monitore, die Schubkarre, die Fliesen, der Betonmischer und die Fahrräder und noch einiges mehr haben uns Projekte ermöglicht und viele Arbeiten erleichtert. Bestes Beispiel hierfür ist das AIM. Cyber Café, welches nun seit einigen Wochen erfolgreich geöffnet ist.
Im Dezember stapelten sich jedoch noch immer Bettücher, Kissen, Plüschtiere, Spielzeug und Anziehsachen in unserem Lagerraum, welche keine direkte Verwendung in der Projektarbeit von AIM. fanden. So entstand die Idee all die Gegenstände an ein Waisenhaus zu spenden und den Kindern so eine ordentliche Weihnachtsüberraschung zu bereiten.
Gesagt, getan – ein uns bekanntes,serioeses Waisenhaus im KEEA-Distrikt wurde kontaktiert und am 18. Dezember packten Jörn, Solomon und Janna alle Sachen zusammen und machten sich, in Begleitung eines Journalisten des Daily Graphic, auf den Weg nach Eguafo zum Sankofa Mbofra Fie Kinderheims.
In Eguafo wurde deutlich, dass die Spenden hier dringend benötigt wurden, Bettücher und Kissen waren so gut wie nicht vorhanden und auch Kleidung und Spielsachen wurden dringend benötigt, wie David, der engagierte Gründer, berichtete. Zusätzlich zum Heim hat er auch eine angeschlossene Schule für die Kinder gegründet, die auch andere Kinder aus dem Ort besuchen können. Vor der gewaltigen Kulisse des Regenwaldes lernen hier die Kinder unter Bambusdächern auf wackligen Holzbänken, während David fleißig Spenden sammelt, um die Schule erweitern zu können. Bis jetzt, berichtete David, können die Heimkinder nur bis zum Abschluss der Junior High School unterrichtet und im somit auch im Heim beherbergt werden – das möchte er so schnell wie möglich ändern. Seit 2006 besteht das Heim, welches sich ausschließlich über Spenden finanziert.
Zurück am Haus fand dann die große Bescherung statt. Die Augen der Kinder wurden immer größer, genau wie der Haufen auf der Mauer vor dem Haus, auf dem ein großer Kapitän Blaubär thronte. Zusätzlich zu den bereits erwähnten Dingen spendete AIM. noch fünf Säcke Reis um Weihnachten auch kulinarisch aufzuwerten. Nach einer kleinen Ansprache von Solomon und Jörn und einem Gruppenfoto mit einigen der Kinder wurde dann alles im Haus verstaut, mit den Plüschtieren gekuschelt, vor allem aber wurde sich herzlichst bedankt für die große Weihnachtsüberraschung.
August 26, 2009 um 6:34 pm
verfasst von Jörn Preuß
Was ist eigentlich eine Trockentoilette? Wie viele Brunnen gibt es in Komenda? und Wo entsorgt man am besten seinen Abfall ohne die Umwelt dauerhaft zu schaden?
Fragen ueber Fragen – und AIM. begibt sich auf die Suche nach Antworten.
In Kooperation mit zwei Ingenieuren aus Deutschland, die bereits ueber viel Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit verfuegen, ist AIM. nun einen ganzen Schritt weiter in der Planung und Realisierung des Umweltprojektes, welches zum Ziel hat die Toiletten- und Abwassersituation in Komenda zu verbessern.
Hauptbestandteil soll der Bau von EcoSan Toiletten sein, die ohne Wasser funktionieren. Ausserdem wird duch dieses Toilettensystem oekologischer Duenger aus den Ausscheidungen gewonnen. Des weiteren besteht die Idee, einen oeffentlichen Platz zum Waeschewaschen und Duschgelegenheiten anzuschliessen um auch die Umweltverschmutzung durch Abwasser zu vermindern.
Als ersten Schritt galt es jedoch sich einen detaillierten ueberblick ueber die akuten Wasserversorgungs- und Abfallprobleme in Komenda zu verschaffen:
Karte von Komenda mit allen Brunnen
Nachdem eine Kartenskizze vom Stadtgebiet Komendas erstellt wurde, haben sich Francis und Janna aufgemacht jeden noch so versteckten Brunnen aufzustoebern und auch in die verdrecktesten Toilettenschuessel einen Blick zu werfen. Alles wurde genau in den Karten vermerkt, so dass es nun neun verschiedene Karten mit je allen Brunnen, oeffentlichen Toiletten, Wassertanks, Muellhalden, durch Faekalien verschmutzte Gebiete, allenSchulen samt Toilettenvorrichtungen, allen oeffentlichen Wasserhaehnen mit Frischwasser und allen Polytanks gibt.
Die Notwendigkeit etwas zur Verbesserung der Muell- und Wassersituation in Komenda zu tun wurde bei diesem einmal mehr deutlich: in einigen Teilen der Stadt gibt es nur unzureichenden Zugang zu Frischwasser, viele Schulen besitzen keine- oder kaputte Toiletten, die oeffentlichen Toiletten, die es gibt sind verdreckt und kaputt, waehrend die Benutzung Geld kostet. Besonders in Flussnaehe, am Strand und an der Lagune vermischen sich riesige Abfallberge mit schmutzigem Abwasser – ausgerechnet hier ist eine sehr hohe Bevoelkerungsdichte, viele Kinder spielen in diesem Dreck.
Mit dem neu gewonnenen Material und der Unterstuetzung unserer Partner sind wir nun auf der Suche nach interessierten Sponsoren um sobald wie moeglich unser Konzept in die Tat umzusetzen.
August 20, 2009 um 2:34 pm
verfasst von Jörn Preuß
Waehrend Solomon und Joern einen Besuch bei AIM. Deutschland in Freiburg abstatten, hat AIM. Ghana ersatzweise auch Besuch aus Deutschland bekommen - Jannik und Flo stellen sich vor:
Nach alter Tradition war unsere Planung, am 25. Juli nach Ghana zu reisen, eher von unstrukturierter und aufregender Natur. Das Visum mussten wir persönlich in Berlin abholen, weil wir den ersten Visumsantrag ohne Reisepass geschickt hatten, das Ticket (bestellt im Internet) sah eher nach einer unverständlichen spanischen Rechnung aus und unser Schlafplatz in Komenda musste erst noch gefunden werden.
Natürlich wusste “unsere” NGO AIM. das wir kommen, nur das “wann” und “was wir tun” stand lange in den Sternen. So machten wir uns also dann auf den Weg und flogen doch glatt in der Buisness Class, dank der lieben Lufthansa, für 2 Monate nach Ghana.
Wir, Florian Koch (Vorsitzender der Jugendarbeit AIM. in Freiburg) und Jannik Held (ehemaliger Koordinator von AIM. und dem Rotteckgymnasium), sind beide aus Freiburg und engagieren uns seit ein paar Jahren mit vollem Einsatz für AIM..
Da wir uns gerade in der Schwebephase zwischen Schule und Studium befinden und wir uns mit dem Zivildienst das nötige Kleingeld erarbeitet haben, beschlossen wir, Ghana mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und AIM. Ghana zum wiederholten mal zu besuchen. Unser letzter und erster Besuch liegt jetzt schon 3 Jahre zurück- die Planung war ähnlich chaotisch.
Die Zielsetzung unseres jetzigen Aufenthaltes war eine einmonatige Reise durch das Land, die Mitarbeiter von AIM. Ghana persönlich kennenzulernen und die Fortschritte der NGO zu begutachten. Im Grunde hat sich unsere Zielsetzung voll und ganz erfüllt und sich unser Aufenthalt total gelohnt! Wir wurden sehr nett in die AIM. Family aufgenommen und uns wurde mit großer Offenheit alles gezeigt, erklärt und wenn nötig auch aufgemalt. (Es wurde gerade ein Stadtplan von Komenda erstellt.) Wir konnten fleißig mithelfen, einen Container voller Computer, Fahrräder, Tischen, Stühlen etc. auszuräumen, haben einige Jugendclubstunden geleitet, den AIM. Mitarbeitern Deutschunterricht gegeben und zusammen mit dem Jugendclub die Stadt aufgeräumt.
Gegen Ende unseres Aufenthalts war der Betrieb von AIM. durch die Ferien und Geschäftsreise einiger AIM. Mitarbeiter nach Deutschland eingeschränkt und wir konnten auch wegen unseren regelmäßigen Aufenthalten im Krankenhaus weniger Initiative zeigen.
Trotzdem nehmen wir genügend Photomaterial, Eindrücke und neue Motivation mit nach Hause und werden am Rotteckgymnasium unsere Errungenschaften und Erfahrungen über die Arbeit von AIM. so bald wie möglich präsentieren.
(Unsere Reise durch Ghana war mit Sicherheit sehr erlebnisreich und horizonterweiternd, hatte aber auch ihre Rückschläge: unsere Krankheitsbilanz war leider insgesamt verheerend und zeitraubend – aber zum Glück nichts wirklich schlimmes!!!)
Vielen Dank an die ghanaischen Mitarbeiter von AIM., die Voluntäre‚ und natürlich Joern dem “director” :).
Theophilus Elton Exbert Onumah, genannt Theo, hat uns verlassen. Unser geliebter Sohn, Bruder und Freund; frueherer Leiter des AIM. Jugendclubs in Komenda, Vorstandsmitglied und Betreuer der Praktikanten.
Er ist bei einem tragischen Unglueck am Sonntag, den 19. Juli 2009, im Alter von 21 Jahren ums Leben gekommen.
Ein grosser Schock fuer AIM., seine Familie und Komenda. Er war einer unserer engsten Mitarbeiter; stets motiviert fuer die Entwicklung in Komenda und das Wohl von AIM. Ein brillanter und vielversprechender junger Mann, der eine aussichtsreiche Zukunft vor sich hatte. Ein Freund, auf den man sich verlassen konnte; ein Bruder, der immer fuer einen da war; ein Sohn, auf den man voller Stolz geblickt hat.
Wir koennen es immer noch nicht fassen, und koennen doch daran nichts aendern. Es bleiben die schoenen Erinnerungen an ein ganz besonderes Mitglied der AIM. Familie.
Danke, Theo, fuer deine Hingabe, deine Liebe und deine Begeisterung. Danke fuer die Zeit, die wir mit dir verbringen durften.
Ruhe in Frieden!
Gez. AIM. Ghana / AIM. Deutschland
Theo wurde am Freitag, den 24. Juli 2009, in Komenda beerdigt.
AIM. moechte seine Familie bei der Finanzierung der Trauerzeremonie unterstuetzen! Spenden an das AIM. Spendenkonto (siehe Website) sind erwuenscht. Stichwort ‚Abschied von Theo’. Vielen Dank fuer Ihre Unterstuetzung.
Einen Uebersicht/Tribut ueber Theo’s Verdienste fuer AIM. koennen Sie auf der englischsprachigen AIM. Website finden: http://www.aim-ev.org
Die CD-Produktion geht ihrem Ende entgegen, wir planen ein großes Musik-Video und die Jugendlichen werden von Woche zu Woche “Auftritts-Reifer”.
Da es nun eine Deadline Mitte August gibt, bei der alle Songs fertig aufgenommen sein müssen und nach Deutschland geschickt werden sollen, verbrachten wir mehrere Tage im Studio in Cape Coast.
Auch in Accra war ich wieder auf der Jagd nach guten Feature-Musikern für das Album. Glücklicherweise klappte diesmal alles hervorragend. Sammi B., Atsu Koliko und Old Sodja haben uns ihre erfolgreichen Stimmen geliehen.
Aus der Zusammenarbeit wurden sogar enge Freundschaften und wir können uns an einer großen Unterstützung erfreuen.
Teilweise wurde die Zeit bis hin zur Deadline sehr knapp, da ich die Kinder nur Samstags ins Studio mitnehmen konnte. Denn die Schule geht bis Nachmittags und Sonntags steht die Kirche ganz oben auf dem Tagesablauf der Schüler.
catherine, Jugendclubmitglied, bei Studioaufnahmen in Cape Coast
Die wenigen Samstage, die ich mit den Jugendlichen im Studio verbringen konnte, waren großartig. Mir wurde bewusst, dass die meisten von Ihnen überhaupt nie aus ihrem Dorf rauskommen. Sie kamen morgens überpünktlich zum Treffpunkt, was ich schon sehr erfreulich fand und trugen ihre besten und schicksten Kleider, die sie besitzen.
Wenn sie gerade nicht mit Aufnahmen dran waren, übten sie fleißig ihren nächsten Part.
Nach Beendigung der Arbeit ging es noch an den Strand mit einem erfrischenden Eis. Es war schön, die glücklichen Gesichter mit Stolz in den Augen zu sehen.
Wenn die Musik im fertig im Kasten ist, möchten wir ein professionelles Musikvideo zu “Stick together”, einem der sieben Songs, drehen. Dazu steht wieder viel Arbeit an: eine Choreographie, Handlung, Kostüme etc…
Unterstützt werden wir vorraussichtlich von Old Sodja und Atsu Koliko, die beide bei dem Song vertreten sind.
Auch in Deutschland arbeitet der Jugendclub an sieben Songs für die CD. Das Album wird also sehr vielfältig sein. Wir sind alle sehr gespannt. Gemeinsam machen wir uns nun Gedanken über die Gestaltung des CD-Booklets. Bei einer Sache sind wir uns auch schon einig: der Name der CD soll “African Kiss” sein, gleichnamig zum African Kiss Festival in Freiburg, welches dieses Jahr im November stattfinden wird.