Durch Spiel und Spaß ein bisschen Welt verstehen
Seit einigen Monaten – wie ja schon bekannt ist – beschränken sich die Projekte von African Information Movement nicht mehr nur auf Komenda, sondern sind auf das benachbarte Dorf Ayensudo ausgeweitet worden. An den Junior High Schools New Town und Zion finden Video-, Theater, und Musikworkshops statt.
Jeweils Dienstag- und Freitagnachmittag macht sich Jojo, der mit Felix, dem Magazinprojekt-Voluntär, zusammen in Ayensudo im Wohnungskomplex von Projekt-Mentor Solomon Appiah wohnt, bepackt mit Kamera und Stativ auf den Weg zur Junior High School in New Town, Ayensudo. Die Schule liegt etwas weiter im Ortsinneren, und ist kombiniert mit einer Primary School, was in Deutschland der Grundschule entsprechen würde.
Die Gruppe der AIM.-Members in dieser JHS ist sehr unterschiedlich alt, und lustigerweise variiert die Größe der Gruppe auch ziemlich frei. Jedoch bildet sich so langsam ein Kern von einigen sehr interessierten und motivierten Schülern, die immer zum Meeting kommen.
Zu Beginn sollte Theorieunterricht über Film und seine Einzelheiten ein Fundament für spätere Praxis legen. Schnell wurde klar, dass dies ganz schön langweilig werden kann. Demnach wird seither (fast) jede Stunde durch ein Praxisbeispiel geschmückt. Um zu veranschaulichen, das Film aus 24 bzw. 25 Bildern pro Sekunde besteht, drehte man einen kleinen Stopmotion-Film mit einer Fotokamera, und um Wirkung von Einstellungsgrößen und eigentlich allem, was man mit der Kamera macht, zu testen, entstand ein weiteres kleines Übungsfilmchen.
Inzwischen ist ein erster Dokumentarfilm in Planung. Nichts großes, auch ohne großen Anspruch, aber eine gute Gelegenheit, erste richtige Praxiserfahrungen zu sammeln, und von Fehlern und auftretenden Schwierigkeiten lernen. Verschiedene Themen wurden gesammelt, von „process in farming“ über “teenage pregnancy“ bis zu „human right abuse“. Entschieden hat man sich aber für das Thema „problems facing our school“. Ausführlich wurde nun über die Probleme diskutiert, und die wesentlichen wie „lack of canteen“, „lack of toilet facilities“ und „inadequate first aid“ wurden herauskristalisiert. Nun erarbeitet sich die Gruppe Stunde für Stunde Schritt um Schritt näher an ihr erstes Drehbuch für den ersten Dokumentarfilm heran. Diese leider wiederum etwas diskussions- und theoriebelasteten Meetings werden geschmückt durch weitere Praxisübungen, wie zum Beispiel Führen von Interviews.
In der JHS, Zion, ist alles noch ein wenig in den Anfängen. Außer Improvisationspielen und Kennenlernübungen – was jedoch auch zu den wichtigsten Voraussetzungen gehört, um frei Theater machen zu können, ist leider noch nicht so viel passiert.
Jugendprojekte durch Video und Theater sind unglaubliche Gruppenerlebnisse und eine große Chance, Dinge, über die man sich Gedanken macht und die man sagen möchte, auf ganz andere Art und Weise zu diskutieren und auszuleben, weil man sie theatral oder durch Video darstellen kann.
Durch Spiel und Spaß Welt verstehen.
Ich, Jojo, habe durch Jugendprojekte in Theater und Video, wie sie bei AIM. stattfinden, weit mehr Bewusstsein für Gemeinschaft, Welt, andere Menschen und nicht zu Letzt über mich selbst für meine Zukunft gelernt, als durch Tafelbilder aus der Schule, oder Zeigefinger-Texten und Regeln aus Zeitung, Fernsehen und den Behauptungen von anderen Menschen.
Gerade weil das Thema des Videos oder des Theaterstücks nicht mit voller Ernsthaftigkeit immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und der Konzentration steht, kann man mit mehr Freiheit und Experimenten an die Essenz des Themas herankommen, und im allerbesten Falle, es durch Schauspiel oder als wachsamer Beobachter durch den Kamerasucher am eigenen Leibe erleben und mit Erfahrungen bereichert aus jedem einzelnen Projekt hervortreten.












