UNO - Afrika ist Schlusslicht beim Human Development Index
Das Entwicklungsprogramm der UNO (UNDP) hat am 7. September den Regierungsvertretern der 191 UNO Mitgliedsstaaten den Human Development Report vorgelegt.
Im Bericht wird davor gewarnt, dass in den nächsten 10 Jahren mehrere Millionen Menschen sterben könnten, wenn die Milleniums-Entwicklungsziele vom UNO-Milleniumsgipfel von vor 5 Jahren nicht rasch umgesetzt werden. Damals haben sich die Staatsvertreter darauf geeinigt, bis 2015 die extreme Armut zu halbieren, die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu verringern und die allgemeine Grundschulbildung weltweit zu gewährleisten.
Leider hat die Weltgemeinschaft bisher zu wenig getan, um dieses Ziel bis 2015 zu erreichen. Der leitende Autor des Berichts, Kevon Watkins, warnt vor den katastrophalen Folgen für die Menschen in den armen Ländern der Welt wenn nicht schnell gehandelt wird.
Der Human Development Index (HDI) bewertet den menschlichen Entwicklungsstand nach Faktoren wie dem Einkommen, der Bildung, dem Pro-Kopf-Einkommen und der Lebenserwartung.
Bei den 50 Ländern, die mindestens einem der UNO-Milleniumsziele nicht gerecht werden, sind 24 in Afrika. Die traurigen letzten Plätze dieses Berichts gehören Niger und Burkina Faso.
Die Autoren des UNO Berichts verlangen vor allem verstärkte Anstrengungen, um Schulbildung und Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Sie rechnen vor, dass 2015 weltweit noch immer ganze 47 Millionen Kinder keine Bildung genießen können. 19 Millionen dieser Kinder leben in Afrika.
Der Leiter des UNDP Projektes, Kemal Derviş, ist sich sicher, dass die Milleniumsziele erreichbar sind, doch die Anstrengungen müssen massiv verstärkt werden. Er betont dabei die Verantwortung der reicheren Länder: „In einer von gegenseitigen Abhängigkeiten geprägten Welt hängen unser Wohlstand und unsere kollektive Sicherheit entscheidend von den Erfolgen gegen die Armut ab.“
So wird neben den elementaren Dingen für die Entwicklung auch verlangt, die wirtschaftliche Eingliederung armer Länder in die Weltwirtschaft voranzutreiben. Viele arme Länder haben noch immer die weltweit höchsten Zölle, während viele Industrienationen riesige Beträge an wettbewerbsverzerrenden Subventionen ins eigene Land pumpen. Es wurde ausgerechnet, dass die sog. protektionistischen Maßnahmen bzw. Subventionen den Entwicklungsländern etwa 72 Milliarden USD Schaden im Jahr zufügen – ein Betrag der dem gesamten weltweiten Entwicklungshilfebetrag von 2003 entspricht.
weiterführende Informationen
> UNDP.org - Kurzbericht
> UNDP.org - HDR Flash Weltkarte
> UNDP.org - Human Development Report
> UN.org - UNO-Milleniumsziele (MDGs)













