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AIDS – Der Entwicklungskiller

Anlässlich des gestrigen Welt-AIDS Tages richtete sich die allgemeine Aufmerksamkeit kurz wieder auf eine der schlimmsten Krankheiten der Menschheit.

Schon lange bewegt sich die Wahrnehmung von AIDS zwischen Gleichgültigkeit und Verzweiflung. Während hierzulande die Präventation propagiert wird und die Infizierten therapiert werden können, ist AIDS in Entwicklungsländern eine Katastrophe für Gegenwart und Zukunft gleichermaßen.

Laut aktuellen Schätzungen der UNO sind allein dieses Jahr weltweit drei Millionen Menschen an AIDS gestorben. Wenn wir jeden Tag die Zeitung aufschlagen würden, wo uns eine Schlagzeile wie „Gestern wieder 6.000 Menschen an AIDS gestorben“ entgegen springt, wären wir wohl schon längst vollkommen verzweifelt – oder hätten wir die nötigen Schritte forciert?

Immerhin gibt es Möglichkeiten zur Präventation – es gibt Verhütungsmethoden und es gibt Medikamente/Therapien die zumindest den qualvollen Tod ersparen.

Doch den Regierungen in den Entwicklungsländern fehlt wie so oft das Geld um der Probleme Herr zu werden. Nichteinhaltung der DOHA Erklärung, die besagt dass Patentrechte auf die Medikamente bei öffentlichen Gesundheitskrisen außer Kraft gesetzt werden sollten finden oft nicht die nötige Beachtung bei ausländischen Herstellern.

AIDS als Entwicklungskiller

Das auch Länder mit einer etwas weiterentwickelteren Wirtschaft mit AIDS zu kämpfen haben zeigt das Beispiel Südafrika. Mit 5 Millionen HIV-Infizierten geht das Land auf 250.000 Tote jedes Jahr zu. Unlängst hat die Regierung erhebliche Summen für Therapienprogramme bereitgestellt, welche allerdings nach Meinungen von Kritikern zu langsam anlaufen.

Ein weiteres Beispiel ist Botswana. Der wirtschaftliche Aufschwung der demokratischen Republik mit reichlichen Diamten-Vorkommen ist in großer Gefahr. In diesem Jahr ist der Anstieg der Bevölkerung seit der Unabhängigkeit von 1966 nicht mehr gestiegen sondern gefallen, und zwar um 1 Prozent – tendenz steigend.

Die botswanische Regierung ruht sich nicht auf dem Diamanten-Reichtum aus und investiert 30 % der gesamten Staatseinnahmen in die Bildung und das mit großen Erfolg: 7 Prozent der jungen Botswaner schießen heute mit einem Hochschulabchluß ab. Davon ist man in den Nachbarländern noch weit entfernt.

Das größte Problem und die größte Sorge Landes sind die HIV-Infektionsraten. Mit 37% der erwachsenen Bevölkerung sind 600.000 Menschen betroffen. Präsident Mogae zeigt sich allerdings äußerst engagiert im Kampf gegen die Krankheit, welche die wirtschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahre so sehr bedroht. So stehen seit 2005 allen Infizierten die Medikamente kostenlos zur Verfügung, die bei der bostwanischen Regierung mit 207 Millionen € pro Jahr zu Buche schlagen. Botswana gibt damit fast ein drittel von insgesamt 530 Millionen € des Staatshaushaltes für die Bekämpfung von AIDS aus.

Doch nicht jeder afrikanische Staat kann von sich behaupten eine Regierung zu haben, die laut Transparency International weniger Korruption als Italien oder Griechenland innehat und über ein Wirtschaftswachstum von durchschnittl. 9 % pro Jahr verfügt.

So bleibt AIDS in restlichen Teilen Afrika eine Katastrophe, die jegliche Entwicklung bedroht oder gar ausschließt. Wie soll sich auch eine intakte Wirtschaft, ein funktionierender Staat entwickeln, wenn junge Menschen von einer Epidemie dahingerafft werden die doch so dringend nötig sind für den Aufbau?

Afrika hat mit 65 % aller weltweit infizierten das Problem noch lange nicht im Griff und könnte selbst Länder wie Botswana oder Südafrika wieder in die tiefste Armut zurückziehen. Wenn sich die internationale Gemeinschaft nicht bereit erklärt, die Therapien sowie vor allem die Präventation zu fördern und afrikanische Regierungen ihre Mittel nicht richtig einsetzen, wird Afrika sich niemals aus der Armut befreien können.

weiterführende Informationen

> wikipedia – AIDS in Afrika

> brandeins.de – Artikel zur Entwicklung in Botswana

> Spiegel ONLINE – AIDS in Südafrika

> UNAIDS.org

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