50 Jahre Unabhängigkeit für Afrika
Vor 50 Jahren endete Afrika’s Kolonialzeit. Die ZEIT schreibt darüber und zeigt den Wandel am Beispiel Kongos.
Geht es aufwärts mit diesem Land? Wenigstens ein bisschen? Mein Stadtführer heißt Clement Mwaha, leitet eine lokale Radioshow, in der die Hörer sich per Handy über korrupte Steuerbeamte, überhöhte Brotpreise und prügelnde Polizisten empören können. Meinungsscheu waren die Kongolesen noch nie. Geht es also aufwärts? »Das wird Gott entscheiden«, sagt Mwaha und führt mich zum Gefängnis. Ein Bau, der ebenso erbärmlich wie gespenstisch aussieht. »Sie interessieren sich doch für unsere Geschichte. Hier haben sie ihn eingesperrt.« Wen? »Lumumba.« An einem Flussübergang weiter nördlich wurde der Premierminister am 1. Dezember 1960 gefangen genommen und kurz hier inhaftiert. Ilebo hieß damals noch Port Francqui. Die Gefängniszelle heißt immer noch »la cellule du Lumumba«. Aber man könne sie nicht mehr benutzen, sagt Mwaha, weil keiner mehr die Tür aufkriege.
Aus dieser Pointe würde man jetzt gern auf einen schlampigen Sicherheitsapparat schließen. Aber dem ist nicht so.












