Am 18. August hat Jan Burkina Faso verlassen und ist nach knapp 13 Monaten in Westafrika wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Eine kleine Geschichte eines schweren Abschieds und einer langen Reise.
Es sollte meine letzte Nacht in Ouaga werden. Nachdem ich die letzte Mücke unter meinem Moskitonetz erlegt hatte und mich hingelegt hatte, war die Müdigkeit des Tages verschwunden. Anstatt einschlafen zu können hörte ich mir ein letztes Mal die vertraute nächtliche Geräuschkullisse Somgandés an: Das dröhnende Wummern des Kraftwerks das vom anderen Ufer des großen Stausees herüberschallt, ab und an ein Motorrad und schließlich die Gesänge der Muezine, die die Gläubigen zum Gebet rufen. Ein gutes Jahr hatte ich nun in diesem Land verbracht, unzählige schöne, schwierige aber vor allem einmalige Momente erlebt. Und ich kann es nicht leugnen, ich bin ziemlich wehmütig geworden. Die neugewonnenen Freunde zurückzulassen ist mir nicht leicht gefallen.
Doch auch Burkina schien mich nicht so schnell loswerden zu wollen. Denn als mich am nächsten Abend meine Freunde und Kollegen an den Flughafen brachten und ich mich eigentlich schon von allen verabschiedet hatte, stellte sich heraus, dass mein Flieger in dieser Nacht nirgends hinfliegen würde: die marokanischen Piloten streikten. Stattdessen vertröstete man uns auf den nächsten Tag. Okay, also ab nach Hause, um eine allerletzte Nacht in Ouaga zu verbringen.
Der nächste Tag war ein wenig ulkig, da alle das Gefühl hatten Gespenster zu sehen wenn ich aufkreuzte. Der zweite Versuch in Ouaga abzufliegen begann wenig vielversprechend: Endlose Schlangen von Flugpassagieren, die durch den Streik schon mehr als 40 Stunden in Ouaga festsaßen, ließen alle Hoffnungen auf einen Platz im Flieger verschwinden. Nach einigen Stunden Wartezeit klappte es aber doch noch und mit knapp 19 Stunden Verspätung verließ ich Ouaga in Richtung Niamey, Casablanca und schließlich Frankfurt.
Schon auf der Landebahn des frankfurter Flughafens machte sich der erste kleine Kulturschock bemerkbar: Es war so viel los! Ich hatte ein Jahr in einer Stadt gelebt, in welcher der Flughfen in der Mitte der Stadt liegt, was aber niemanden stört, da am Tag sowieso nur etwa fünf Flieger landeten. In Frankfurt jedoch ein weitaus weniger gemächliches Bild: als ich die Landebahn hinuntersah konnte ich schon die nächsten vier Flugzeuge ausmachen, die sie anflogen. Auf dem Rollfeld eine Vielzahl an Fahrzeugen die in halsbrecherischem Tempo hin- und herdüsten. Kaum am Terminal angelangt fingen meine Landsleute an im Laufschritt zur Gepäckausgabe zu rennen, als würden ihnen ihre Koffer sonst weglaufen. An der Gepäckausgabe angekommen, begrüßt einen ein Monitor: “Ihr Gepäck kommt in 7 Minuten”. Zum ersten mal konnte ich so richtig nachfühlen, was Yéral meinte wenn er sagte “Jeder Europäer hat eine Armbanduhr aber nie Zeit.” Ja, Deutschland ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig nach mehr als einem Jahr in Westafrika.
Zum Abschluss möchte ich all meinen Unterstützern danken, die mir dieses Jahr ermöglicht haben: Allen, die mich mit Spenden und Rat unterstützten, den Aktiven von SEWA, Nils und Lukas und natürlich meinen Kollegen in Burkina. Danke auch an die zahlreichen fleißigen Blog-Leser, die uns durch ermutigende Nutzungsstatistiken immer wieder zu neuen Blogeinträgen angestachelt haben.
Das letzte Kapitel des ADABlogs ist aber hiermit noch lange nicht geschrieben: Wir werden versuchen, noch den ein oder anderen kurzen Artikel zu veröffentlichen und somit die Wartezeit zu überbrücken, bis dann im Oktober unsere Nachfolger Marco und Stefan anfangen können, aus Ouagadougou zu bloggen. Natürlich weiterhin hier auf dem ADABlog!
Was ist eigentlich eine Trockentoilette? Wie viele Brunnen gibt es in Komenda? und Wo entsorgt man am besten seinen Abfall ohne die Umwelt dauerhaft zu schaden?
Fragen ueber Fragen – und AIM. begibt sich auf die Suche nach Antworten.
In Kooperation mit zwei Ingenieuren aus Deutschland, die bereits ueber viel Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit verfuegen, ist AIM. nun einen ganzen Schritt weiter in der Planung und Realisierung des Umweltprojektes, welches zum Ziel hat die Toiletten- und Abwassersituation in Komenda zu verbessern.
Hauptbestandteil soll der Bau von EcoSan Toiletten sein, die ohne Wasser funktionieren. Ausserdem wird duch dieses Toilettensystem oekologischer Duenger aus den Ausscheidungen gewonnen. Des weiteren besteht die Idee, einen oeffentlichen Platz zum Waeschewaschen und Duschgelegenheiten anzuschliessen um auch die Umweltverschmutzung durch Abwasser zu vermindern.
Als ersten Schritt galt es jedoch sich einen detaillierten ueberblick ueber die akuten Wasserversorgungs- und Abfallprobleme in Komenda zu verschaffen:
Karte von Komenda mit allen Brunnen
Nachdem eine Kartenskizze vom Stadtgebiet Komendas erstellt wurde, haben sich Francis und Janna aufgemacht jeden noch so versteckten Brunnen aufzustoebern und auch in die verdrecktesten Toilettenschuessel einen Blick zu werfen. Alles wurde genau in den Karten vermerkt, so dass es nun neun verschiedene Karten mit je allen Brunnen, oeffentlichen Toiletten, Wassertanks, Muellhalden, durch Faekalien verschmutzte Gebiete, allenSchulen samt Toilettenvorrichtungen, allen oeffentlichen Wasserhaehnen mit Frischwasser und allen Polytanks gibt.
Die Notwendigkeit etwas zur Verbesserung der Muell- und Wassersituation in Komenda zu tun wurde bei diesem einmal mehr deutlich: in einigen Teilen der Stadt gibt es nur unzureichenden Zugang zu Frischwasser, viele Schulen besitzen keine- oder kaputte Toiletten, die oeffentlichen Toiletten, die es gibt sind verdreckt und kaputt, waehrend die Benutzung Geld kostet. Besonders in Flussnaehe, am Strand und an der Lagune vermischen sich riesige Abfallberge mit schmutzigem Abwasser – ausgerechnet hier ist eine sehr hohe Bevoelkerungsdichte, viele Kinder spielen in diesem Dreck.
Mit dem neu gewonnenen Material und der Unterstuetzung unserer Partner sind wir nun auf der Suche nach interessierten Sponsoren um sobald wie moeglich unser Konzept in die Tat umzusetzen.
Waehrend Solomon und Joern einen Besuch bei AIM. Deutschland in Freiburg abstatten, hat AIM. Ghana ersatzweise auch Besuch aus Deutschland bekommen - Jannik und Flo stellen sich vor:
Nach alter Tradition war unsere Planung, am 25. Juli nach Ghana zu reisen, eher von unstrukturierter und aufregender Natur. Das Visum mussten wir persönlich in Berlin abholen, weil wir den ersten Visumsantrag ohne Reisepass geschickt hatten, das Ticket (bestellt im Internet) sah eher nach einer unverständlichen spanischen Rechnung aus und unser Schlafplatz in Komenda musste erst noch gefunden werden.
Natürlich wusste “unsere” NGO AIM. das wir kommen, nur das “wann” und “was wir tun” stand lange in den Sternen. So machten wir uns also dann auf den Weg und flogen doch glatt in der Buisness Class, dank der lieben Lufthansa, für 2 Monate nach Ghana.
Wir, Florian Koch (Vorsitzender der Jugendarbeit AIM. in Freiburg) und Jannik Held (ehemaliger Koordinator von AIM. und dem Rotteckgymnasium), sind beide aus Freiburg und engagieren uns seit ein paar Jahren mit vollem Einsatz für AIM..
Da wir uns gerade in der Schwebephase zwischen Schule und Studium befinden und wir uns mit dem Zivildienst das nötige Kleingeld erarbeitet haben, beschlossen wir, Ghana mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und AIM. Ghana zum wiederholten mal zu besuchen. Unser letzter und erster Besuch liegt jetzt schon 3 Jahre zurück- die Planung war ähnlich chaotisch.
Die Zielsetzung unseres jetzigen Aufenthaltes war eine einmonatige Reise durch das Land, die Mitarbeiter von AIM. Ghana persönlich kennenzulernen und die Fortschritte der NGO zu begutachten. Im Grunde hat sich unsere Zielsetzung voll und ganz erfüllt und sich unser Aufenthalt total gelohnt! Wir wurden sehr nett in die AIM. Family aufgenommen und uns wurde mit großer Offenheit alles gezeigt, erklärt und wenn nötig auch aufgemalt. (Es wurde gerade ein Stadtplan von Komenda erstellt.) Wir konnten fleißig mithelfen, einen Container voller Computer, Fahrräder, Tischen, Stühlen etc. auszuräumen, haben einige Jugendclubstunden geleitet, den AIM. Mitarbeitern Deutschunterricht gegeben und zusammen mit dem Jugendclub die Stadt aufgeräumt.
Gegen Ende unseres Aufenthalts war der Betrieb von AIM. durch die Ferien und Geschäftsreise einiger AIM. Mitarbeiter nach Deutschland eingeschränkt und wir konnten auch wegen unseren regelmäßigen Aufenthalten im Krankenhaus weniger Initiative zeigen.
Trotzdem nehmen wir genügend Photomaterial, Eindrücke und neue Motivation mit nach Hause und werden am Rotteckgymnasium unsere Errungenschaften und Erfahrungen über die Arbeit von AIM. so bald wie möglich präsentieren.
(Unsere Reise durch Ghana war mit Sicherheit sehr erlebnisreich und horizonterweiternd, hatte aber auch ihre Rückschläge: unsere Krankheitsbilanz war leider insgesamt verheerend und zeitraubend – aber zum Glück nichts wirklich schlimmes!!!)
Vielen Dank an die ghanaischen Mitarbeiter von AIM., die Voluntäre‚ und natürlich Joern dem “director” :).
… besonders bei Stromausfall. Und genau das war eben der Fall, als der lang erwartete Container für AIM. aus Deutschland endlich in Komenda ankam. Gegen 2 Uhr nachts erreichte der vollgeladene LKW aus Tema endlich sein Ziel.
AIM. Mitarbeiter und Freunde warteten schon gespannt, mehr oder weniger müde aber motiviert und bereit mit anzupacken.
Unter erschwerten bedingungen, wie dem bereits erwähnten Stromausfall und der Tatsache, dass der LKW ein gutes Stück entfernt vom angepeilten Lagerraum im Schlamm stecken blieb begann dann geschäftiges aus-, ein-, hin- und hergeräume. In einem Labyrinth aus Kisten und Kästen und Computerteilen, provisorisch mit Taschenlampen beleuchtet wurde also fleißig sortiert, geschleppt und verstaut.
Erstaunliche Dinge, wie ein winzig kleines Bügeleisen, ein Fleischwolf und eine Solarlichterkette ( in Afrika natürlich auch viel sinnvoller anzuwenden…) kamen zum Vorschein.
Computer, Drucker,und Scanner, eine Schubkarre, Fliesen, ein Betonmischer und Fahrräder machten dann doch den Großteil der Ladung aus Deutschland aus und sind ein absolut großer Gewinn und eine riesige Hilfe für die Arbeit von AIM. in Komenda. Zum wiederholtem Mal, geht ein großes Dankeschön an die Spender des Containers und all die fleißigen Helfer in Deutschland!
Um fünf Uhr früh war dann endlich alles an Bestimmungsort und Stelle und alle Helfer durchgeschwitzt übermüdet aber äußerst zufrieden. Blieb nur noch den LKW aus seiner misslichen Lage zu befreien…
Pure Muskelkraft zu frueher Morgenstunde...
Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus, so dass nach einigem Probieren und Schieben Judith noch ihren Land Rover zur Hilfe holen musste.
So kam der Laster dann auch schnell aus seinem Schlammloch heraus – etwas zu schnell allerdings, so wurde die Stromleitung einer nahegelegenen Kirche heruntergerissen. Funken sprühen zum Abschluss einer langen Nacht – der Strom war wieder gekommen…
August 17, 2009 um 16:59
verfasst von Nils Goldbeck
Vergangenen Samstag fand unsere große Abschiedsfeier statt. Wir hatten alle Kollegen und Freunde eingeladen, mit uns einen fröhlichen Abend im Zivi-Haus zu verbringen und noch ein letztes Mal die gemeinsam verbrachte Zeit zu feiern.
Um unsere Gäste auch dem Anlass angemessen bewirten zu können, karrten wir viele Kästen Cola, Fanta, Tonic und Bier an. Außerdem gab es auch lokale Getränke wie Bissap und Somkom. Um die Getränke zu kühlen, holte unser Kollege Hamidou mit dem Mofa große Eisblöcke. Unsere Freundin Kady half uns beim Großeinkauf auf dem Markt und beim Zubereiten von Salaten, wozu wir bei den Mengen unsere riesigen Waschbottiche benutzten. Außerdem bestellten wir bei unserem Lieblingsrestaurant – beim Spaghettimann – je 20 Portionen Riz gras und Spaghetti mit Tomatensauce. Dazu noch fünf gegrillte Hühnchen.
Für den Abend hatten wir uns extra noch traditionelle westafrikanische Festgewänder gekauft, sog. Boubous, womit wir beim Begrüßen der Gäste viel Aufsehen erregten. Wir freuten uns, dass so viele Freunde, die teilweise recht weit weg wohnen, kamen um sich von uns zu verabschieden. So wurde es recht voll im Zivi-Haus, aber die Stimmung war richtig gut. Nach dem Essen wurde bald die Tanzfläche eröffnet und bis in den frühen Morgen wurde noch getanzt, gefeiert oder gemütlich bei einem Bier geredet.
Das Grundeinkommen ein neuer, sehr radikaler Ansatz zur Lösung der Verteilungs- und Beschäftigungsproblematik ist, spricht sich langsam herum. Die Idee sieht vor, jedem Menschen ein Grundgehalt für ein Leben in Würde und damit die Macht über das eigene Leben in die Hand zu geben. Vielen ist diese Idee noch zu radikal und es schreit gerade zu nach Feldversuchen. In einem Dorf in Namibia wurde ein Solcher nun gestartet. Die Druckversion des Spiegel berichtet darüber.
Ich zitiere den gleichen Ausschnitt, wie INITIATIVE GRUNDEINKOMMEN, die den Spiegel Artikel freundlicherweise eingescannt hat. Es beschreibt, was eine Dorfbewohnerin mit diesem Geld unternahm:
“Mit den ersten 100 Dollar kaufte sie sich einen Sack Mehl, etwas Hefe, Feuerholz und eine Alu-Platte. Sie grub ein Loch in den Sand vor ihrer Hütte, legte das Holz hinein und zündete es an. Darüber stellte sie eine Öltonne, die sich erhitzte. Aus dem Mehl hatte sie einen Teig angerührt, den sie in leere Sardinendosen füllte, stellte sie in die Tonne, legte die Platte obendrauf, wartete. Nach 20 Minuten hatte sie ihre erste Ladung Mini-Brot.
Sie fing an zu verkaufen, für einen Namibia-Dollar das Stück. Schnell sprach sich herum, dass Frieda Brot verkaufte, günstig und gut, dass man früh da sein müsse. Nach zehn Monaten hatte sie so viel Gewinn gemacht, dass sie sich einen Herd kaufen konnte für 3000 Namibia-Dollar, kaum jemand sonst besitzt einen Herd. Sie ist stolz, ‘guckmal, drei Platten’. Sie öffnet die Klappe, schliesst sie wieder, öffnet sie, holt ihr kleinen Sardinenbüchsen heruas. ‘Jetzt kann ich 250 kleine Brote am Tag backen’, sagt Frieda. Das macht täglich 250 Dollar.”
August 12, 2009 um 17:52
verfasst von Nils Goldbeck
Focus e.V. Viernheim, der Verein zur Förderung der Partnerschaft zwischen Viernheim und Satonévri in Burkina Faso, hat die Installation von Solaranlagen in den drei Grundschulen der burkinischen Kommune ermöglicht. Im Rahmen seines Engagements für Bildung hat Focus e.V. mit dem deutsch-burkinischen Verein Sonnenenergie für Westafrika (SEWA) kooperiert, um die drei Grundschulen auch am Abend zu einem Ort des Lernens zu machen.
Die Grundschulen in den drei Ortsteilen Satonévris sind stark nachgefragt. Die seit Jahren stetig steigenden Schülerzahlen belegen, dass den Menschen in Sadouin, Tonon und Névri die Bedeutung von Bildung für ihre Zukunft bewusst ist. Auch die ältere Bevölkerung würde gerne noch Lesen und Schreiben lernen. Focus e.V. unterstützt die Partnerkommune Viernheims seit 1994 unter anderem bei der Erweiterung des Bildungsangebots. Der deutsche Verein finanzierte den Bau neuer Schulgebäude und übernimmt die Kosten für Schulmaterialien und Schulspeisungen.
Eine weitere Möglichkeit, das Bildungsangebot zu erweitern, ist die Organisation von Abendkursen. Doch Satonévri liegt weit entfernt vom Stromnetz und mit Untergang der Sonne wird es sehr schnell dunkel. Nach 18 Uhr kann in den Schulen nicht mehr gearbeitet werden und nur wenige Menschen besitzen Petroleum- oder Taschenlampen.
Um den Menschen in Satonévri das Lernen am Abend zu ermöglichen, startete Focus e.V. ein Kooperationsprojekt mit dem deutsch-burkinischen Verein Sonnenenergie für Westafrika e.V. (SEWA), der bereits 38 Schulen in Burkina Faso mittels Solaranlagen elektrifiziert hat. Dank seiner Sponsoren konnte Focus e.V. die Gesamtkosten des Projekts in Höhe von 7 800 Euro finanzieren.
Das Projekt beinhaltet die Installation von Photovoltaikanlagen in den Schulen von Tonon und Sadouin, mit denen jeweils zwei Klassenräumen der Schule beleuchtet werden können. Zusätzlich wurden an den beiden Schulen Außenlampen angebracht, wodurch auch die Schulhöfe erhellt sind. Die Anlagen speichern die tagsüber von den Photovoltaikmodulen generierte Energie in wartungsfreien Solarbatterien, mit denen am Abend dann pro Klassenraum fünf 11W-Energiesparlampen betrieben werden können. In Névri ist bereits eine Solaranlage vorhanden, die jedoch um sechs Lampen in dem neuen Anbau der Schule erweitert wurde. Die Photovoltaikpaneele der alten Solaranlage in Névri lagen bisher auf dem Boden im Hof der Schule. Wie auch in Tonon und Sadouin wurden die wertvollen Module jetzt in einem Metallrahmen auf den Dächern der Schulen montiert und fest mit den Dachträgern verschweißt. So sind sie bestmöglich vor Diebstahl geschützt.
Alle technischen Aufgaben der Installationen wurden von der burkinischen Elektrofirma MicroSow übernommen, die sich auf Photovoltaikprojekte in ländlichen Gebieten spezialisiert hat. Der Verein SEWA führte Sensibilisierungen mit den Lehrern und Elternvertretern der Schulen durch, um sie in die Nutzung und Wartung der Solaranlagen einzuweisen. Außerdem wird sich SEWA für zwei Jahre um die Projektverfolgung kümmern und die Schulen regelmäßig besuchen. So soll gewährleistet werden, dass die Solaranlagen den Schulen langfristig einen Nutzen bringt.
Der Nutzen, den die Menschen in Satonévri aus der nächtlichen Beleuchtung ihrer drei Schulen ziehen, ist deutlich spürbar. In Tonon finden nun schon seit Dezember 2008 Abendkurse statt, die von ca. 50 Teilnehmern besucht werden. Doch auch viele Schüler kommen jeden Abend in die Schule um noch einmal in Ruhe für sich den Unterrichtsstoff zu wiederholen. Nicht zuletzt profitieren auch die Lehrer von den solaren Installationen, da sie nun ohne Probleme jeden Abend an ihrem Schreibtisch arbeiten und so den Unterricht besser vorbereiten können. In Sadouin erwartet der Schuldirektor Herr Paul Zida eine ähnlich starke Nachfrage nach den beleuchteten Klassenräumen: „Die Elektrifizierung wird uns wirklich sehr helfen! Wir können nun Abendkurse anbieten und die Schüler und die Lehrer können sich abends auf Prüfungen oder auf den Unterricht vorbereiten.“ Er verspricht uns, dass die Lehrer und die Elternorganisation sich gemeinsam für die Instandhaltung der Solaranlage engagieren werden.
Schließlich hat es auch eine große Symbolkraft für die Bedeutung von Bildung, dass nun die Schulen die einzigen Gebäude mit elektrischer Beleuchtung in Satonévri sind, denn Elektrizität wird in dem burkinischen Dorf klar mit Fortschritt assoziiert. So sind die Menschen in Satonévri auf einem guten Weg, ihre Lebensumstände durch Bildung zu verbessern – und sind dabei froh, von ihrer deutschen Partnerstadt unterstützt zu werden.
Vermutlich stand das ausrangierte Flugzeug schon seit Jahren am Rande des Flughafens von Ouagadougou. Jetzt wird es zerlegt.
Schon bei unserer ersten Tour durch die Stadt vor nun einem Jahr ist uns die alte Tristar-Maschine aufgefallen, die beim Place de la Paix auf dem Flughafengelände vor sich hingammelte. Irgendwie fügte sich das in der Trockenzeit dick mit Staub bedeckte Flugzeug prima in das Stadtbild ein. Es wirkte, als wäre dieser Flieger schon immer dort gewesen und würde auch immer dort bleiben. Warum auch nicht, er stört ja nicht? Aufmerksame Blog-Leser haben ihn auch schon auf dem Video zu “wie sieht Ouaga eigentlich aus?” gesehen.
Seit ein paar Wochen schrumpft die Maschine nun Stück um Stück. Jedes mal wenn man an ihr vorbei fährt, fehlt ein weiteres Teil. Es ist als würde man dem stählernen Koloss beim verwesen zusehen. Scheinbar hat man sich dazu entschieden, ihn zu demontieren. Schade eigentlich, denn der Place de la Paix wird ohne ihn nicht mehr der selbe sein .