August 28, 2008 at 2:27 pm
Verfasst von Jörn Preuß
„Akwaaba- Welcome in Ghana”, das waren die ersten Worte, mit denen ich in Accra empfangen wurde. Ich -Kathleen Reichert- 22 Jahre werde für die nächsten bisschen mehr als zwei Monate meine Zeit in Komenda verbringen. Ich selbst studiere Afrikanische Sprachen, Literatur und Kunst, sowie Interkulturelle Germanistik in Bayreuth und werde meinen Aufenthalt gleichzeitig als Praktikum für die Universität benutzen. Wie es vielleicht schon einige mitbekommen haben, komme ich auch aus der östlichsten Stadt Deutschlands- Görlitz- wie auch Jörn, der AIM. Projektleiter in Ghana, was natürlich schon ein großer Zufall gewesen ist.
Ich freue mich natürlich sehr, dass ich als offizielle AIM-Voluntärin in dem frisch-gestrichenen und eingerichteten AIM.-Haus wohnen darf und heiße dann die bald kommenden Voluntäre herzlich willkommen- freut euch auf eine nette kleine WG-Wohnung.
Auch wenn ich mich bis jetzt noch nicht lange in Ghana befinde, habe ich schon einiges erlebt. So musste ich auch schnell in Accra feststellen, dass mein Gepäckstück sich noch immer in Dubai befand- Ich also fast nichts an mir hatte, außer meiner Kamera, meinem Geld und natürlich meine dicken Sachen, die ich an hatte. Mir wurde schnell geholfen und so besaß ich binnen kurzer Zeit, T-Shirts, Sachen wurden mir geschneidert, Schuhe gebracht- ich besaß dann all das, was man zum Leben braucht- sehr gastfreundlich.
Was ich während meines Aufenthaltes in dem kleinen Städtchen machen werde? Bei dem ersten Youth Club Meeting entschieden wir uns für folgende Workshops: es wird ein Salsa-Workshop existieren mit anderen Paartänzen (Walzer, ChaCha, Rumba), desweiteren ein Fotoprojekt bei denen die Jugendlichen über die Technik einer Kamera vertraut gemacht werden und dann selbst kleine Fotographen sein werden- das Ziel ist, eine kleine Foto-Gallerie zuschaffen.
Die Drumsession, die Tanzgruppe und der Deutschunterricht werden fortgesetzt. Außerdem schließt sich an das erste Strand Clean-Up nun ein monatliches Clean-Up in Komenda (wechselweise Stadt und Strand) an - bei dem hoffentlich wieder viele anpacken werden.
Außerdem wird die ghanaische Jugend weiterhin Artikel für Africa Help schreiben; und sicher würden sich die ghanaischen Mädchen und Jungen auch über eine positive Resonanz von deutscher Seite aus freuen. Also keine Scheu vor Einträgen haben, eure Meinungen und Anregungen sind auch gefragt- jeder freut sich über geschriebene Worte.
Dann möchte ich mich hier schon an der Stelle bedanken und bin gespannt auf die kommende Zeit in Ghana. „Yεbεshiyia- We shall meet again” (Kathi)
Da ich bis jetzt noch nicht die Gelegenheit hatte, meinen obigen Eintrag auf ein Stick zu bringen, werde ich kurz einen Überblick über meinen nun doch schon zweiwöchigen Aufenthalt geben. Ich hatte leider das Vergnügen, dass mein Gepäck nicht gleichzeitig mit mir in Accra angekommen ist, so dass ich nun seit dem 6.8.08 teilweise mein Hab und Gut besitze. Ich habe zwar jetzt mein Backpack, aber leider nur zur Hälfte. Ein Teil ist verloren gegangen und den anderen Teil- den ich bekommen habe, auch nur halb kaputt. Aber ich arrangiere mich damit.
Gerade komme ich von dem Foto-Workshop-Meeting. Es war echt ein angenehmes Treffen mit interessierten Jugendlichen, die mehr über Kameras wissen wollen. Ich habe insgesamt 10 Kameras aus Deutschland mitgebracht, die nun an die ghanaischen Mädchen und Jungen gegeben habe. Es gab einen groben Überblick im Umgang mit der Kamera, was es für verschiedene Arten gibt und eine Einweisung für die Benutzung der Kamera. Die Aufgabe der Kids ist es nun, nach bestimmten Kategorien Fotos zu knippsen, die dann evtl. gemeinsam in Cape Coast entwickelt werden. Nachdem der Prozess vollendet ist, werden wir dann das Youth Club Gebäude mit den Bildern dekorieren und den Bildern entsprechende Titel geben. Als Endresultat soll eine kleine Fotogalerie entstehen.
Am Montag habe ich Deutschunterricht gegeben, was natürlich für mich auch sehr interessant gewesen ist, weil ich sehen konnte, wer wirklich gern mehr über die Sprache lernen möchte. Ich habe noch einmal eine kleine Einführung in die Aussprache gegeben, bin mit ihnen das Alphabet durchgegangen und habe mit einfachen Dingen, wie den Begrüßungen und Zahlen angefangen. Ich möchte mit den Kids soweit kommen, dass wir mit einer schon vorhandenen Melodie einen Songtext schreiben und den dann vielleicht den neuen Voluntären oder Eltern vorführen. Ich werde sehen, wie sich die nächsten Wochen gestalten lassen und was wir erreichen. Im Moment planen wir den Tripp nach Cape Coast. Es ist vorgesehen bei einem Festival in Cape Coast die Tanz-Perfomance zu zeigen.
Ich bin sehr herzlich hier aufgenommen worden, meine Nachbarn kümmern sich sehr um mich, alle sind sie besorgt, fragen ob es einen gut geht, helfen einem beim Wasser holen oder Wäsche waschen und laden dich zum Essen ein- sehr familiär alles hier, was ich wirklich sehr schätze.
Okey dann verbringe ich meine Zeit weiterhin hier in Ghana und genieße das einfache, angenehme Leben hier. Bis zum nächsten Eintrag.
August 23, 2008 at 9:46 pm
Verfasst von Jan Sonntag
Vom 14.-16. August waren wir in Youba, einem kleinem Dorf im Norden nahe Ouahiguya, wo wir unsere erste Elektrifizierung miterleben durften.
Am Donnerstag war es so weit, wir - Hannes, Nils, Jan und Lukas (als Gast) - setzten uns zusammen mit den zwei Technikern von Microsow in einen Kleinbus, um nach Youba zu fahren, einem Dorf, dass etwa 250 Km nördlich von Ouaga liegt. Unsere erste Reise über Land führte uns uns vorbei an wunderschönen Landschaften, die dank der Regenzeit in saftigem Grün erstrahlten. Je weiter wir jedoch nach Norden kamen, umso mehr machte das Grün bereits dem Rot des Sandes Platz.
Als wir am späten Nachmittag in Youba eintrafen, begann es gerade in Strömen zu regnen. Trotzdem begannen die Techniker von Microsow sofort mit dem Verlegen der Kabel in der Maternité, der Geburtenstation.
Eine ländliche Krankenstation, ein so genanntes CSPS, besteht neben der Maternité in der Regel aus zwei weiteren Gebäuden: einer Station zur Versorgung von Kranken und Verletzten (Dispensaire), sowie einer Apotheke.
Die hygienischen Verhältnisse reichen jedoch in keinster Weise an europäische Krankenhäuser heran. Obwohl wir uns dessen natürlich bewusst waren, schockierte uns der erste Rundgang durch die Räumlichkeiten: strenger Geruch, Schmutz, verkommene Matratzen, undichtes Dach, Schimmel an den Wänden. Und bei wolkenverhangenem Himmel waren schon ab 16 Uhr die Lichtverhältnisse unzureichend. Wir haben sehr großen Respekt dafür, was die Hebamme und die Krankenpflegerin unter diesen Bedingungen lesiten.
Nachdem bereits am ersten Abend die Arbeiten an der Maternité abgeschlossen werden konnten, wurde am darauffolgenden Tag die zweite Solaranlage in der Dispensaire installiert - nun bei strahlendem Sonnenschein. Dabei unterstützen wir die Techniker bei kleinen Handgriffen und dokumentierten die Installation. Außerdem erklärtem wir dem Personal die Wartung der Anlage und machten einige Interviews, z.B. mit den Hebammen.
Als wir am Abend dann das vollendete Werk begutachten konnte, bot sich uns ein neues Bild der Krankenstation. Alle Räume des CSPS waren nun taghell erleuchtet, was die Versorgung der Kranken bei Nacht doch erhablich verbessern und vor allem Geburten erleichtern wird. Viele Einwohner des Dorfes kamen vorbei, um sich das neu beleuchtete CSPS anzusehen. Sowohl das Personal, als auch einige Patienten zeigten sich dankbar für unsere Hilfe.
Währed der Arbeiten am CSPS besuchte uns der Abgeordnete des burkinischen Parlaments Sidiki Belem, unter dessen Schirmherrschaft die Elektrifizierung stand. M. Belem organisierte uns auch die Unterbringung in der nahegelegenen Schule. Die Krankenpflegerin des CSPS versorgte uns sogar mit sehr leckeren Mahlzeiten.
Neben der eigentlichen Projektarbeit war es für uns vor allem sehr spannend, einen kleinen Einblick in das Leben auf einem burkinsichen Dorf zu bekommen. Die Dörfer und die Großstadt Ouagadougou sind zwei völlig verschiedene Welten. Besonders angenehm fanden wir es, wie freundlich und offen wir von den Menschen in Youba empfangen wurden. Sie schienen sich offensichtlich darüber zu freuen, dass sich jemand für ihren Alltag interessiert. Stolz zeigten sie uns ihr Dorf, ihre Felder und den Viehmarkt, der gerade stattfand. Für uns war es einfach sehr schön, sich ein wenig mit den Menschen unterhalten zu können und mehr über ihr Leben zu erfahren.
August 14, 2008 at 9:33 am
Verfasst von Nils Goldbeck
Ni zaabre!
Am Montag hatten wir unsere ersten Mooré-Stunden. Mooré ist eine der einheimischen Sprachen und wird vor allem in der Gegend um Ouagadougou gesprochen. Zwar kommt man mit hier mit Französisch sehr weit, allerdings ist es auch ein Zeichen des Interesses und des guten Willens, wenn man ein wenig Mooré spricht. Außerdem macht es schlicht und ergreifend Spaß.
Abel, unser Lehrer, hat hier Linguistik studiert und arbeitet außerdem als Volontär bei ICCV, eine Organisation, die einen Kindergarten, eine Schule und ein Waisenheim betreibt. Bis jetzt haben wir nur die verschiedenen Begrüßungen gelernt, was sich zwar wenig anhört, doch aber einiges ist, da man die Begrüßungen je nach dem Stand der Sonne anpasst. Wenn die Sonne zu sehen ist, sagt man für “Guten Tag” z.B. “Ni winga!” Wenn die Sonne allerdings nicht zu sehen ist, heißt es “Ni yibeogo!” Daraus ergibt sich dann jeweils ein unterschiedlicher Begrüßungsdialog.
Auch ist es sehr wichtig, auf die richtige Aussprache zu achten. Es gibt Wörter, die bei verschiedenen Betonungen völlig andere Bedeutungen haben. Das Problem ist, dass die verschiedenen Betonungen für unsere Ohren sehr sehr ähnlich klingen.
Unsere neuen Erkenntnisse können wir dann die nächsten Tage auf dem Markt anwenden, den wir heute das erste mal besucht haben. Dort stapeln sich die verschiedensten Obst-und Gemüsesorten, sowie rohes Fleisch und Fisch auf den Ständen, hinter denen die Marktfrauen sitzen. Die Stände sind entweder einfache Holzkonstruktionen oder einfach Decken, die auf dem Boden ausgebreitet werden. Das ganze wird von einer unglaublichen Menge an Fliegen umschwirrt. Auf dem Markt ist man als Weißer scheinbar wirklich eine Seltenheit, es wird einem ständig “Nassara”, Weißer, hinterhergerufen. Allerdings ist das überhaupt nicht böse oder geringschätzig gemeint, sondern einfach nur Ausdruck des Erstaunens der Kinder, die teilweise noch nie einen Weißen gesehen haben. Es ist uns übrigens auch schon öfters passiert, dass Kinder auf uns zu kamen, um uns die Hand zu geben. Bis jetzt ist all das für uns noch ganz lustig, wir sind jedoch gespannt, wie wir in einigen Monaten damit umgehen werden, ständig und überall aufzufallen.
August 8, 2008 at 4:57 pm
Verfasst von Nils Goldbeck
Nach einer langen Reise von insgesamt 22 Stunden sind wir in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gut in Ouaga angekommen. Nun beginnen also endlich die 13 Monate, auf die wir uns das letzte halbe Jahr vorbereitet haben.
Am 5.8. setzten wir uns morgens in den Zug um uns dann am Frankfurter Flughafen mit dem AMPO-Zivi Lukas zu treffen. Das Einchecken war entgegen unseren Befürchtungen auch mit großzügigen Handgepäck (3 Gitarren + 3 Rucksäcke mit je 10 kg) kein Problem.
Frankfurter Flughafen
Letzter Blick auf Deutschland
Von Frankfurt ging es weiter nach Casablanca, wo wir die 6 Stunden Aufenthalt mit spontanen Gitarren-Jam-Session überbrückten. Dabei machten wir Bekanntschaft mit einem netten Polizisten, der einfach gleich mitspielte.
Jam-Session am Flughafen Casablanca
In Ouaga wurden wir dann mitten in der Nacht von Souley (unserem Chef), Hannes (unserem Vorgänger) und Serge (einem Freund von Hannes) abgeholt. Auf der nächtlichen Fahrt zu unserem neuen Zuhause, dem Zivi-Haus, konnten wir gleich einen ersten Eindruck von Ouagadougou bekommen.
Am nächsten Tag machten wir uns dann daran, unser Stadtviertel Somgandé zu erkunden, die ersten Bekanntschaften zu machen und Mofas zu kaufen. Letztere werden für die nächsten 13 Monate unsere wichtigsten Transportmittel sein. Auf guten Rat von Hannes und mit Verhandlungshilfe von Yéral haben wir uns zwei P50 (Peugeot) gekauft.
Erkundung des Stadtviertels (v.l.n.r. Jan, Fiene, Hannes)
Fahrt durch unser Stadtviertel Somgande (Tasséré und Jan)
Beim Mofakaufen mit Yéral
Nils beim ersten Fahrversuch mit der P50
Wir melden uns bald mit weiteren Berichten - jetzt lassen wir uns erstmal mit von den unzähligen neuen Eindrücken überwältigen und genießen noch die gemeinsame Zeit mit Hannes, der uns ein bisschen in die für uns noch neue und unbekannte Welt Burkinas einführen wird.
August 1, 2008 at 6:45 pm
Verfasst von Hannes Mehrer
Vor einigen Tagen wurde hier im Nachbarviertel eine Schule eingeweiht, zu deren Eröffnungsfeier ich eingeladen war. Dabei habe ich von den Vorführungen, Danksagungen und Ähnlichem ein paar Aufnahmen machen. Seht selbst:
August 1, 2008 at 11:46 am
Verfasst von Jan Sonntag
Vom 16.-25. Juli waren wir beide, Nils und Jan, auf einem Vorbereitungsseminar der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe (AGEH) in Köln. 22 Freiwillige, die für die verschiedensten Oragnisationen in alle Welt gehen, wurden dort intensiv auf ihren Dienst vorbereitet.
Verschiedene Referenten haben mit uns Workshops zu interessanten Themen wie interkulturelle Kommunikation, Sicherheit in der Zusammenarbeit und Ähnlichem gemacht. Dann gab es auch noch sehr praktische Informationen von einem Tropenarzt und einer Versicherungsexpertin von FID und vieles mehr. Außerdem gaben die 10 Tage in Köln Nils und mir auch die Möglichkeit, uns gegenseitig besser kennen zu lernen und viel über uns und unseren Dienst nachzudenken. Auch mit dem dritten deutschen ADA-Leistenden, Lukas Terwitte, der mit uns nach Ouagadougou fliegen und für das Waisenhaus AMPO arbeiten wird, sind wir nun schon sehr gut befreundet.
v.l.n.r.: Nils Jan Lukas
Das Seminar hat uns viele neue und interessante Impulse gegeben. Außerdem hatten wir eine unglaublich nette Gruppe von 22 Freiwilligen und drei BegleiterInnen, die für uns diese 10 Tage unvergesslich gemacht haben. Danke an Euch, falls Ihr das lest!