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Kochbuch PDF Download - Fremdkochen für Afrika


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Archive for Oktober, 2007

Uruguay kauft 100.000 Laptops

OLPC
Das OLPC (One Laptop per Child) Programm von Visionär Negroponte scheint langsam auf Touren zu kommen: die Regierung von Uruguay hat heute den Kauf von 100.000 Laptops bekannt gegeben. Bis 2009 sollen weitere 300.000 Stück dazu gekauft werden – damit wäre dann sogut wie jedes Schulkind im Lande versorgt.

Der Kaufpreis für jedes der sparsamen Laptop-Geräte beläuft sich auf 199 USD – also weit mehr als die ursprünglich angepeilten 100 Dollar. Doch das Ziel des OLPC Projektes war die Verkleinerung der sog. digitalen Kluft – also dem Auseinanderklaffen der hochtechnisierten und vernetzten Indusrienationen und Dritte Welt Ländern vor allem in Afrika – und dies wird nun zu einem Teil erreicht.

Mehr Informationen
heise.de – Ein Laptop für nahezu jedes Kind in Uruguay
BBC.co.uk – Uruguay buys first ‘$100 laptops’

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Geburtstagsparty im Zivihaus

Letztes Wochende war es soweit, mein 20. Geburtstag (Markus) wurde im Zivihaus mit der Firma, Freunden und Nachbarn gefeiert.

Das Buffet

Mit etwas Bier, Limo, Cola wie Baguette mit Salat und Brochetten/Hackfleisch beköstigte wir die Geburstagsgäste.

Einige “weiße Gesichter” kamen auch zur Party: deutsche Freunde, unsere holländische Nachbarin, eine Schweitzerin und eine Französin. Alles war vertreten - eine sehr bunte Mischung.

Die Weiße-Gemeinschaft (europäisch - hauptsächlich deutsch)

Vor der Haustür bzw. auf der Straße

Ob bei afrikanischer Musik, Oldies oder Partyklassikern - egal -später tanzten alle zusammen.

Tasséré, Markus und Ahmidou

Es war ein sehr schöner und fröhlicher Abend - wir denken schon an die nächsten Feiern:)

Wir sind sehr glücklich über die vielen Bekanntenschaften, die wir neben der Arbeit mit anderen “Weißen”, aber besonders auch mit den vielen Burkinabé, schon gemacht haben.

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Neulich im Schilderwald

Um in Ouaga einmal joggen zu gehen oder um sich allsonntäglich die Beine zu vertreten, ist es ratsam den einzigen Park der Stadt zu nutzen. Dieser befindet sich etwas außerhalb des meist stickigen Kerns und wird besonders am Wochende viel von Studenten besucht. Die teils aus Deutschland bekannten, teils etwas sonderbaren Schilder am Wegesrand lassen einen lachen, grübeln oder zumindest schmunzeln. Aber seht selbst, was der Schilderwald an Erstaunlichem birgt:

Die folgenden Hinweise sind nicht spärlich gesäht.

Der Schilderwald

Es fehlt weder an allgemeinen Erinnerungen, doch bitte alles sauber zu halten,

Alles sauber halten!

noch an konkreten Verboten, wie denen, dass Baumschlag, Feuer und Fischen untersagt seien.

Baumschlag verboten! Feuer verboten! Fischen verboten!

Interessant wird es, wenn man zu den anderen Schildern kommt.

Hier wird vor der Erregung öffentlichen Ärgernisses gewarnt,

Öffentliches Ärgernis…

die automatische Tötung freilaufender Hunde angekündigt

Automatisch!

und abschließend versucht, die Versammlung von Sekten zu unterbinden.

Sekten verboten!

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Das neue AIM. Büro in Komenda

Wie bereits vor ein paar Wochen angekündigt, hat AIM. nun sein eigenes Büro in Komenda, Ghana. Der Jugendclub vor Ort war gern behilflich und half beim sauber machen und streichen. Lieben Dank.

Zwei grosse Hinweiseschilder weisen nun den Weg zu unserem Projekt. Ausreden werden also nicht mehr akzeptiert. Wir erwarten euch zu Besuch.

Herzlichst,

Jörn Preuß

Projektkoordinator

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Schritt für Schritt nach vorne – der AIM. Jugendclub in Ghana

Die vierte Woche in Komenda (Ghana) hat für mich begonnen. Dabei schau ich auf eine Woche zurück, in der sich Regen und Sonne in häufig schnellem Wechsel befanden. Frustration wurde von buntem Hochzeitsgetummel abgelöst, große Müdigkeit von prägenden Beobachtungen vertrieben, und missverständliche Diskussionen im gemeinsamen Sport zur fröhlichen Veranstaltung gemacht.

Nach der ersten Pleite des Jugendclubtreffens, war die folgende Woche das Interesse für den AIM. Jugendclub unter Komendas Jugendlichen deutlich höher. Etwa dreißig Schüler und Schülerinnen erschienen am Samstag zu den Wahlen für die Jugendclubämter. Unter der Führung von Baafi, unserem Jugendclubleiter und Lehrer in Komenda, wurden „President, Secretary, Organizer, Treasurer und Porter“ gewählt.

Ein Problem tat sich jedoch für mich dabei auf: Der Schnitt der Mitglieder liegt bei 14 Jahre. Mein Englisch verstehen sie kaum; ich ihres ebenso schwer. Wie sollen wir zusammen arbeiten? Workshops, Clean Up Campaign, Sportaktivitäten, alles umsetzbar. Um jedoch den nächsten Schritt im Sinne von Planung und Selbstorganisation zu vollziehen, wird die Umsetzung schwieriger.

Um mich an dieser Stelle an alle Leser und Leserinnen zu wenden:

- Wie kann ich eine Nachhaltigkeit meiner Arbeit erzeugen?

- Gibt es einen positiven Nutzen der gegebenen Umstände?

- Welche Strategien sind denkbar, um den Kindern und Jugendlichen unseres AIM. Jugendclubs einen Rahmen zu schaffen, in dem sich Spaß und Freude mit strukturierter Planung in gemeinsamer Arbeit trotz sprachlicher, kultureller Schwierigkeiten umsetzen lassen?

Bei den Überlegungen unserer Seite kam die Idee auf, ältere Jugendliche zu finden, welche die Jüngeren in ihre Ämter einlernen, mit ihnen und für sie organisieren. Sie agieren also als Brücke zwischen den Youth Club Kids und mir.

Es fanden sich bisher drei geeignete Jungen zwischen 17 und 21. Alle drei sind momentan (ich würde sagen) „aufgabenlos“. Sie warten auf das Ergebnis ihrer Endjahresschulnoten oder die Aufnahme in eine weiterführende Schule. Sie sind sehr aktiv und motiviert. Es scheint mir, als bekämen sie erstmals die Möglichkeit, etwas selber in die Hand zu nehmen und nach eigenen Bedürfnissen auszugestalten. Die Ideen und Pläne prasselten auf mich ein.

Wir setzten uns zusammen und brachten gemeinsam die Ideen auf Papier und in eine umsetzbare Struktur. Darunter Sachen wie Meeting Time Table und Planung unserer Gründungsveranstaltung. Bekanntes, wie die Clean Up Campaign, die Fußball-/Netballspiele und verschiedene Workshops, wurde wieder aufgegriffen. Der Workshop „Beadmaking“ wird speziell Produkte zum Verkauf herstellen. Mit Spendenlisten werden die Jugendclubmitglieder unter der Bevölkerung Komenda’s kleinere Spenden sammeln. Eine Jugendordnung wird gebraucht, Tagesausflüge sowie Einladungen bekannter Persönlichkeiten und Themennachmittage sind geplant und sollen umgesetzt werden.

Dies alles und vieles mehr als Hinarbeitung auf die offizielle Einweihung (Inauguration) unseres AIM. Youth Clubs hier in Komenda.

Anregungen, Vorschläge oder Fragen zu mir nach Ghana sind dabei sehr willkommen! ;)

Das Interesse am Erlernen des Computers erlebe ich als sehr groß. Die meisten fangen bei null an und saßen noch nie vor einem Computer; so wie es jedem von uns wahrscheinlich vor ein paar Jahren selbst noch erging.

Donnerstag galt es, den für mich ersten Sportnachmittag mitzugestalten, bei welchem nach den Spielen alle gemeinsam friedlich ein Safttütchen schlürfend zusammen saßen.

Neben dem Jugendclub konnte ich in Elmina einem HIV/AIDS Workshop des „Social Welfare Office“ beiwohnen, bei welchem ich zum Einen Ghanas Aidsproblematik, zum Andern den ghanaischen Ansatz der Sozialen Arbeit näher kennen lernen konnte. Außerdem wurden unsere Kulturmissverständnisse klärend zur Sprache gebracht und dabei deutlich, wie wichtig eine gemeinsame Strategie bei unserer Deutsch-Ghanaischer Zusammenarbeit ist.

Kritisch gilt es anzumerken, dass ich nur wenige Exekutivmitglieder unseres Jugendclubs als ganz verlässlich erlebe. Ob der Grund Vergesslichkeit, Desinteresse oder Aufgaben im Elternhaus sind, habe ich noch nicht herausbekommen.

Ich stell mir jedoch öfters die Frage, wie weit ist es meine Aufgabe, ständigen jedem hinterher zu telefonieren? Ist es mein persönliches Interesse mit den Jugendlichen etwas umzusetzen oder wollen sie es ebenso sehr? Bin ich Motivator oder Assistent? Was meint ihr dazu?

In der Hoffnung auf positive Forschritte grüße ich im Namen von AIM. Ghana alle Interessenten an unserem Projekt, ich freue mich auf eure Rückmeldungen.

Aus Ghana, Komenda AIM. Volontärin

Alrun Schnabel

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Mele yi Togo…

Heike Eggers: auf nach Togo! – so schrieb unser Dorfblatt am Samstag. Bin das wirklich ich, die diese Reise machen wird? Ich habe ein Visum, eine auf mich lautende Flugkarte, habe Koffer gepackt und wieder ausgepackt und umgepackt und zur Waage geschleppt und die schwierigste Entscheidung ist, was bleibt hier, was kann mit – ich könnte mit einem Container reisen! Statt dessen reise ich mit 90 Solargartenspießen, mindestens 150 Geschenkchen, 48 Brillen, jeder Menge Gummibärchen, Steckbriefe deutscher Kinder an ihre Freunde in Togo, diversen Umschlägen, die ich überbringen soll und ich sitze hier und kann es immer noch nicht fassen. Als das wichtigste Stück Reisegepäck hat sich schon jetzt meine kleine Schachtel entpuppt, die meine Freundin Uschi mir brachte und in die ich alles reinpacken soll, was ich ansonsten nicht verpacken kann.

Uschi meinte, wenn mir in Togo etwas zuviel würde, solle ich die Schachtel öffnen und es hinein tun. Das scheint mir eine sehr gute Idee für all das, auf was ich mich “mental” vorbereiten muss. Ich werde zum ersten Mal den Kontinent Afrika betreten und ich werde mit dem konfrontiert werden, was extreme Armut heißt, aber auch das erleben dürfen, was Afrikaner unternehmen, um dieser extremen Armut ein Ende zu setzen. Gestern erhielt ich den “Calendrier du voyage”, den meine Freunde in Togo ausgearbeitet haben. Wow! Demnach werde ich alles erleben, was wir gemeinsam in den letzten 2 Jahren realisiert haben: die Frauengruppen, die unsere Mikrokredite bekommen, möchten mit mir spechen und mir ihre Unternehmen zeigen, im Millenniumsdorf soll ich mit den Kindern Bäume pflanzen, in der Schule in Lomé soll ich unterrichten, mit den Kindern aus unserem Schulprojekt zu unserer Partnerschule nach Deutschland chatten, ich werde in unserer Schulkantine essen und in unserem Waschzentrum waschen.

Ich werde mit unseren Produzenten über unsere Kooperative Art of Africa sprechen und über unseren Internethandel (welche “Fertigungstoleranzen” werden von deutschen Kunden akzeptiert und wie erhalten wir uns unsere Individualität?) ; ich soll an der Schulgesundheitsstation mitbauen und unseren in der letzten Woche angekommenen 16 Jahre alten Mercedes kutschieren… und damit sind unsere Projekte im Groben auch schon umrissen. Wer mehr wissen möchte besuche www.anayiafrica.de. Ich habe wunderbare Reisegrüße erhalten und sage “Miagadogo” aus Togo! Auf Wiedersehen aus Togo!

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Schulennachbesuch – Mit dem Moped durch den Busch

Auch wenn wir uns seit 2 Wochen aufgrund von diversen Gründen u.a. einer Reise - über die wir später noch berichten werden - nicht melden gemeldet haben, meld wir uns ab jetzt wieder wie gewöhnlich und regelmäßiger :)

Vor 2 Wochen machten wir, Hannes und ich, die erste Nachbesuchsreise und damit auch die erste offizielle Reise für SEWA. An diesem Tag besuchten wir insgesamt drei Schule im Süden von Ouagadaougou.

Zunächst wurden die Mopeds von Yéral und uns für die Reise durchgecheckt.

Vorbereitung - das Moped wird gecheckt

Hannes und Yéral auf dem Moped

Danach gings mit der Rallyegeschwindigkeit von Yéral durch den Busch zur Grundschule von Bassem Yam, darauf nach Kienfangué und schließlich nach Singhdin.

Wir besuchten die Schulen und überprüften den technischen Stand der Photovoltaik-Anlage, die bei allen drei “defekt” sein müsste. Dabei wurde eine Installation bereits von einer anderen Organisation in stand gesetzt. Bei einer anderen Schule restaurierte der Staat gerade noch das Schulgebäude, obwohl die Schule bereits wieder begonnen hatte - die Schüler waren da nur der Unterricht konnte nun nur in einzelnen Häusern des Dorfes gegeben werden.

Im Gespräch: Yéral, Lehrer und ADA Markus Maassen Klassenraum von Bassem-Yam Das Schulgebäude von Singhdin

Für uns war diese erste Reise zum einen sehr interessant und spannend, zum anderen hat sie uns schlicht und einfach die Schul-Projektarbeit näher gebracht. Das erstemal selbst rausfahren und agieren: Das hat sehr gut getan nach der oftmals bürolastigen Projektarbeit.

Wir waren begeistert von der Fröhlichkeit und Kontakfreudigkeit der Schulkinder und freuen uns somit schon auf die nächsten Nachbesuche.

Gruppenfoto mit den Kindern

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AIM = „Alrun´s Integration Movement”?

Vierzehn Tage in Komenda, Ghana dem Westen Afrikas liegen hinter mir. Mein erstes Fufu ist gegessen, einige Brocken Fanti gelernt, das Verständnis für stehende Zeit bildet sich langsam aus und die Arbeit mit AIM ist in vollem Gange.

Samstag, 29.09.2007, 7:15 hebt ein Flieger nach Mailand ab. Mit and Bord: eine 22 jährige Studentin der Fachrichtung Sozialwesen, welche langsam zu realisieren beginnt, wohin ihre Reise gehen wird. Schon am Flughafen in Mailand bekomme ich den ersten Eindruck afrikanischer Kultur: Die Menschen tragen ihre Kinder in Tüchern auf dem Rücken! Zehn Stunden später, erster Atemzug afrikanischer Luft: warm, heiß, meine Haut wird sofort feucht und ein völlig anderer Geruch erwartet mich. Wie in Trance folge ich den Menschen. Draußen vor dem Flughafen warten unzählige Afrikaner hinter einem Gitter. Ich komm mir vor wie eine Marathonläuferin vor der Ziellinie. Alle rufen durcheinander, drängeln, schauen und quatschen mich an.

Solomon, unserer Projektmanager, holt mich ab. Alles klappt problemlos. Übernachtung in Accra bei unserem Bauleiter, dem Ingenieur Kwasi. Am nächsten Tag geht’s nach Komenda. Es beginnt ruhig doch mit tausend neuen Eindrücken. Ich treffe noch auf Andreas und Johanna (zwei deutsche AIM. – Mitglieder, die einen Monat lang das Projekt besucht haben), welchen ich eine dankenswerte Einführung in heimischer Sprache verdanke.

Dafür, dass ich die erste Woche vorhatte, nur mit schlafen, essen, spazieren, beobachten und kleinen Unterhaltungen verbringen wollte, ging es doch sehr schnell schon richtig los. Hier soll ich hin, dort werde ich hingebracht. Der Container unserer Partnerorganisation „Baobab Children Foundation“ (Danke, dass wir ein paar Sachen mitsenden konnten) ist angekommen, Dinge müssen durchgeschaut und im Büro verstaut werden. Meeting: dies muss besorgt, jenes geklärt werden. Cape Coast, Chaos! So viel Menschen, alles sieht erstmal gleich aus, wie find ich mich da nur zurecht? Glücklicherweise hatte ich einheimische Begleitung dabei, Besorgungen erledigt und zurück gings nach Komenda.

alrun_africahelp1.JPG

Ehe ich mich versah ist es Samstag. Erstes Youth Club Treffen. Jetzt kann auch meine Arbeit losgehen! Doch, große Enttäuschung: Niemand kommt. Irgendwann trudelt Solomon ein, ist genauso überrascht. Liegt ein Missverständnis vor? Wo sind unsere Jugendlichen? Das Erste, was ich brauche, um meine Pläne abzusprechen, zu konkretisieren und umzusetzen, sind Jugendliche!

Es stellte sich heraus, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt hätte, die Jugendlichen warten bei unserem Büro (Ja, ihr lest richtig: AIM. Hat in Ghana seit Anfang September ein eigenes Büro). Trotzdem versuche ich die Jugendlichen neu zu motivieren und ging von Schule zu Schule, um für Samstag ein offizielles Treffen anzukündigen, an dem bitte alle pünktlich erscheinen sollen.

Anschließend Visite bei unserem Büro. Der Computer funktioniert nicht, durch Decke und Wände tropft das Wasser herein. Ein Haufen von Bürodokumenten liegt vor mir, den es zu ordnen gilt. Hanson kommt nach Komenda, unser Computerfachmann. Nach einigem Tüffteln funktioniert der PC wieder – mit Ausnahme spontaner Ausfälle der Tastatur.

Am Mittwoch Treffen der „Functional Executive“, allen Projektaktiven in Komenda. Eine Fülle an Diskussionen, Missverständnissen, unbeantworteten Fragen. Ein Durcheinander. Völlig verschiedene Kulturen mit unterschiedlichen Vorstellungen von Notwendigkeiten prallen aufeinander. Deutscher Perfektionismus und überstrukturiertes Denken wird von ghanaischen Lebensvorstellungen überschwemmt. Das Verwaltungsbudget ist überschritten. Was sind wirklich wichtige Kosten, was kann man sich sparen? Wie geht man mit den angefallenen Kosten um, wieso sind sie so hoch? Was bedeutet eine Exceltabelle und warum ist deren Korrektheit so wichtig?

In den nächsten Tagen liegt einiges an Klärungsbedarf vor. Eine gemeinsame Linie muss gefunden werden. Annahme verschiedener Bedürfnisse, Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen und Kritikfähigkeit ist gefragt. Um in Ghana mit Einheimischen arbeiten zu können, reicht es nicht, wie sie aus Plastikbeuteln zu trinken, durch Autofenster einzukaufen und in Trotro (kleine Busse) eine Stunde auf die Abfahrt zu warten. Man muss sich ganz auf das Geschehen einlassen, eigene Erwartungen zurückschrauben, Vorschläge machen, aber diese nicht für das einzig Richtige halten.

Ich bin am Anfang meiner Reise, einem Lernprozess, bei welchem ich hoffe, für AIM. fortschrittlich wirken zu können. Jetzt geht’s nach Cape Coast, in der Hoffnung auf ein schnell startendes Trotro. Aber ansonsten hab ich Zeit, gemütlich aus den Fenstern heraus mich mit Wasser, Früchten oder Snacks einzudecken.

Alrun Schnabel

AIM. Volontärin in Komenda, Ghana

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