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Archive for Dezember, 2006

Geiz ist geil

prepaid Stromzaehler Nicht nur Akkus und Handys werden in Burkina aufgeladen. Nein. Hier muss man auch den Hausstrom aufladen. Also fahren wir regelmäßig in die Stadt und kaufen Strom, der als Code über die Tastatur unseres Zählers eingetippt, und dann verbraucht wird. So oder so ähnlich. Denn beim letzten mal haben wir gepennt, und dem Zähler keinen Blick gewidmet. So bedankte er sich Sonntag morgen - und schaltete sich ab. Kein Licht, kein Ventilator, kein Kühlschrank. Nichts. Und ausgerechnet Sonntag, wo man keinen Strom kaufen kann. Das machte den Malte ganz schön traurig…
Malte ist traurig, dass es kein Strom gibt
Schnell die Lebensmittel in den Kühlschrank vom Chef verfrachtet, ehe sich unsere Küche schon bald in einen kleinen See verwandelte, weil das ganze Eisfach abtaute. Also den Tag nutzen, um noch die SOLUX- und CIP-Solarlampem zu laden. Ärgerlich, dass genau an diesem Tag so viel Staub über der Stadt hing, dass kaum Sonne durchkam. Also hieß es für den Abend, alle Lampen sparsam für den Notfall hintereinander einsetzen. Und weil weder Radio noch Computer funktionierte, verbrachten wir den Abend mit unserer Besucherin Lisa in einfacher, lustiger Gesellschaft. Nach der ersten Runde “Wer bin ich” und der Erkenntnis, das Lisa Stefan Raab, Malte Klaus Hipp und Matze Stalin sind, tasteten wir uns mit der SOLUX in die Küche vor, um im Lichtstrahl der SOLUX unsere Nudelsuppe für das Abendbrot zu kochen.
Wer bin ich im Licht der CIP-LampeKochen im Licht der Solux-Solarlampe
Weiter ging es mit einer runde Zehentheater. Authentisch die Charaktere mit Edding auf die Zehen gemalt, kämpften wir uns durch unsere Story. Shakespeare hätte seine Schauspieler nicht besser spielen lassen. Nach so viel schweißtreibender, intellektueller Beschäftigung ohne Ventilator uferte der Abend im Dunkeln in einer heftigen Wasserschlacht mit Wassersäcken aus.
Zehentheater Wasserschlacht mit Wassersäcken
… Was für ein witziger Gesellschaftsabend. Sollten wir uns überhaupt noch mal Strom kaufen?

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Der Nikolaus hat uns auch in Ouaga gefunden!

Der Nikolaus war da!Da können wir uns ans andere Ende der Welt verdrücken, und der Nikolaus findet uns trotzdem. Cooler Typ. Heute haben wir gelernt, dass er seine Geschenke den örtlichen Möglichkeiten anpasst. Statt Lebkuchen, Plätzchen, Schokolade und Apfelsinen, stopft er hier Erdnuss-Karamel, gezuckerte und gesalzene Erdnüsse, die Früchte des Affenbrotbaumes und eine Mango in den Schuh. Und das, obwohl wir unsere Schuhe nicht geputzt haben, die sich in einen Schleier aus braunrotem Staub gehüllt haben.

Auch an alle Blog-Leser eine frohe Vorweihnachtszeit und einen schönen Nikolaustag!

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Freestyle, une, deux

So schnell kann es gehen, eben noch hatte ich nichts für Hip-Hop übrig
und mich eigentlich immer ein wenig lustig über die Jungs mit den weiten
Hosen gemacht, heute schon haben einige Gruppen und Künstler einen
Stammplatz auf meinem MP3-Player. Eben noch stehe ich für Canal3 vor der
Kamera und muss seltsame Fragen zu seltsamen Themen beantworten, heute
schon hocke ich dahinter und filme Adamas Kumpane beim Rappen und
Herumalbern. Zugegeben: an weite Hosen, weiße Kopftücher und viel zu
lange T-Shirts habe ich mich bis jetzt noch nicht gewöhnt und es treibt
mir das Schmunzeln ins Gesicht. Immerhin aber faszinieren mich Texte und
Herkunft der Lieder so, dass ich tatsächlich Gefallen an dieser
Subkultur gefunden habe - bis auf die Klamotten, versteht sich.

Hier in Burkina versteht man wenig Englisch...... zieht sich aber trotzdem amerikanisch an.Was der Mundschutz zu bedeuten hat, wissen wir bis jetzt noch nicht.

In Burkina ist das Thema natürlich noch einmal interessanter, denn hier
erzählen die Künstler tatsächlich aus ihrem Leben und nicht von einem
harten Dasein im “Ghetto”, in der die größte Herausforderung darin
besteht, den Golf IV immer auf Hochglanz zu halten und darüber zu
jammern, dass sich andere zwei davon leisten können. Wenn ich hier durch
die Straßen gehe, bekomme ich direkt Mitleid mit den armen Jungs aus dem
Märkischen Viertel, die sich für so benachteiligt und doch so cool
halten, und dabei leider keine Ahnung vom Rest der Welt haben.

Ich bin schon voll in der Posse!Das Alphamännchen.

Doch ein wenig zurück. Kamelkönig Adama, seines Zeichens Sohn von Chef
Souley, und einige seiner Freunde haben seit Anfang unserer Zeit hier
recht viel mit uns zu tun. Da sich die Freizeitbeschäftigung der
burkinischen Jugendlichen meist auf Teetrinken und eben Hip-Hop
beschränkt, haben auch wir früher oder später mit der örtlichen Szene zu
tun bekommen. Adama und sein Freund Sadat rappen selbst, verborgen unter
dem für deutsche Ohren ungewohnten Namen “K.L.O.”, was aber nichts mit
dem stillen Örtchen zu tun hat, sondern im Dioulla-Dialekt “Mond”
bedeutet. Als die Gruppe Anfang Oktober ihr erstes Stück im Studio
produzieren ließ, fassten wir eine Idee: Ausgestattet mit der
SEWA-Videokamera würden wir den Jungs helfen, ein kleines Video zu
drehen, mit dem sie sich für die Clip-Rotation auf dem Sender rtb
bewerben können.

Nachwuchsstar Sadat im Fokus.

Sonntag also machten wir uns auf den Weg zu verschiedenen Plätzen im
Viertel, um ein paar erste Probeaufnahmen und viel Schnittmaterial
zusammen zu bekommen. Ich fungierte als Kameramann, Mathias handhabte
den Fotoapparat und die Jungs gaben am Mikrofon ihr Bestes. Ich musste
mir zwar ob der durchaus hier unten sehr ungewohnten “Gangster”-Kleidung
das ein oder andere Mal das Lachen verkneifen, aber immerhin kenn’ ich
die Jungs ja und weiß: die tun doch nix! Also, liebes Publikum, seid
gespannt, denn das Video soll im Laufe der Zeit auch auf dem Blog
veröffentlicht werden.

Welcome to the Burkina-Catwalk!

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AIM Wochenbericht #3

Da war es nur noch einer …

Unser erster Volontär Benjamin Drose ist nach drei Monaten Praktikum für AIM. in Komenda reich an Erfahrungen und Erlebnissen wieder wohlbehalten in Deutschland angekommen. Wer interessiert an einem Praktikum für African Information Movement und sich aber noch unsicher ist, schreibt an info@aim-ev.org. Wir werden euch weitervermitteln damit ihr von den Erfahrungsberichten profitieren und euch orientieren könnt. Anschliessend dann an die gleiche Adresse eine Email senden um sich zu bewerben.

Nun aber zu den neuesten Ereignissen und Projektfortschritten aus Komenda / Ghana.

+++ GESAMTKONZEPT +++

Die Optimierung des Gesamtkonzepts ist so gut wie abgeschlossen, die Marschrichtung ist klar. In Kürze werden wir das Gesamtkonzept unter http://www.aim-ev.org veröffentlichen.

+++ NGO-REGISTRIERUNG +++

Ghanaische Mühlen mahlen langsam. Eine deutsche Stunde entspricht in etwa vier einheimischen Stunden. Aber wir sind weiter dran, und mittlerweile haben wir zwei der notwendigen Zertifikate für die endgültige NGO-Zertifizierung. Kommende Woche bekommen wir Besuch vom Amt, bei dem das Projekt auf Herz und Nieren getestet wird. Drückt die Daumen.

+++ LOKALER VEREINSVORSTAND +++

Auch hier geht es aufwärts. Die Einladungen an die Local Board Mitglieder wurden versendet. Insgesamt wird das Board sieben Mitglieder umfassen, wobei ein Mitglied stets aus dem deutschen Vereinsvorstand kommt. Im Januar soll die erste lokale Vereinsvorstandssitzung stattfinden, wir werden euch weiter davon berichten.

+++ NEUER VOLONTÄR +++

Mitte Dezember kommt mit Eric Sommer der zweite Praktikant für AIM. aus Deutschland nach Komenda. Voller Elan möchte er die Arbeit von Ben fortsetzen und seine eigenen Erfahrungen in Ghana sammeln. Wir freuen uns sehr auf seine Ankunft.

+++ JESUS +++

Die Jesusmania in Ghana nimmt weiter seinen Lauf, nichts zu machen. Bald wird Jesus der Einladung eines kleinen Dorfes bei den Goldminen folgen und eine Stippvisite abstatten. Das kleine Dorf wird durch die grossen ausländischen Mienenunternehmen ausgebeutet; die Bevölkerung leidert unter den gebuddelten Löchern für die Goldförderung, welche anschliessend von den Unternehmern aus Preisgründen nicht verschlossen werden. Was genau vor sich geht, kann er euch bei Bedarf beim nächsten Mal erzählen. Seinen Geburtstag mag Jesus jedoch lieber nicht in Ghana verbringen, und verwandelt sich so nach dem Besuch in dem Dorf in Mohamed, seinen zweiten Rufnamen in Ghana, und wird nach Burkina Faso und Mali pilgern um wiederholt für einen Monat für „Tin Hinan“ zu arbeiten. Anfang / Mitte Januar ist die grosse Wiedersehensparty in Komenda geplant.

Auf ein baldiges Wiedersehen, gehabt euch wohl und …

PRAISE THE LORD!

[Kommentare ausdrücklich erwünscht und erhofft!!!]

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