Geiz ist geil
Nicht nur Akkus und Handys werden in Burkina aufgeladen. Nein. Hier muss man auch den Hausstrom aufladen. Also fahren wir regelmäßig in die Stadt und kaufen Strom, der als Code über die Tastatur unseres Zählers eingetippt, und dann verbraucht wird. So oder so ähnlich. Denn beim letzten mal haben wir gepennt, und dem Zähler keinen Blick gewidmet. So bedankte er sich Sonntag morgen - und schaltete sich ab. Kein Licht, kein Ventilator, kein Kühlschrank. Nichts. Und ausgerechnet Sonntag, wo man keinen Strom kaufen kann. Das machte den Malte ganz schön traurig…
Schnell die Lebensmittel in den Kühlschrank vom Chef verfrachtet, ehe sich unsere Küche schon bald in einen kleinen See verwandelte, weil das ganze Eisfach abtaute. Also den Tag nutzen, um noch die SOLUX- und CIP-Solarlampem zu laden. Ärgerlich, dass genau an diesem Tag so viel Staub über der Stadt hing, dass kaum Sonne durchkam. Also hieß es für den Abend, alle Lampen sparsam für den Notfall hintereinander einsetzen. Und weil weder Radio noch Computer funktionierte, verbrachten wir den Abend mit unserer Besucherin Lisa in einfacher, lustiger Gesellschaft. Nach der ersten Runde “Wer bin ich” und der Erkenntnis, das Lisa Stefan Raab, Malte Klaus Hipp und Matze Stalin sind, tasteten wir uns mit der SOLUX in die Küche vor, um im Lichtstrahl der SOLUX unsere Nudelsuppe für das Abendbrot zu kochen.
Weiter ging es mit einer runde Zehentheater. Authentisch die Charaktere mit Edding auf die Zehen gemalt, kämpften wir uns durch unsere Story. Shakespeare hätte seine Schauspieler nicht besser spielen lassen. Nach so viel schweißtreibender, intellektueller Beschäftigung ohne Ventilator uferte der Abend im Dunkeln in einer heftigen Wasserschlacht mit Wassersäcken aus.
… Was für ein witziger Gesellschaftsabend. Sollten wir uns überhaupt noch mal Strom kaufen?








