Dezember 26, 2006 um 12:47 pm
verfasst von Malte Viefhues
So, da melden wir uns mal wieder. Es hat zwar etwas länger gedauert, aber das liegt an dem - aus unserer Sicht entschuldbaren - Grund, dass auch wir hier unten Weihnachten gefeiert haben. Es festet sich zwar etwas anders, wenn draußen noch immer mehr als 30C herrschen und der Weihnachtsbaum nicht aus einem benachbarten Wäldchen geschlagen, sondern aus einem benachbarten Schränkchen entstaubt wird. Dennoch konnten wir aber mit tatkräftiger Unterstützung unserer Freunde hier unten, die Feiertage fröhlich (weniger besinnlich) verbringen.
Abends ging es dann in Richtung Waisenhaus AMPO, wo wir an der jährlichen Weihnachtszeremonie mit Show- und Tanzeinlagen teilnahmen. Es wurde Hühnchen mit Couscous serviert, das ein oder andere gemütliche Bierchen getrunken und insgesamt sehr viel Spaß gehabt.
Gestern dann, am ersten Weihnachtsfeiertag also, an dem auch hier in Burkina die Anlagen still stehen, waren wir beim Chef zum Kaffe und Kuchen eingeladen. Im Anschluss an die illustre Gesprächsrunde, die nicht nur aus den Zivis, der Chefsfamilie, Ben und den Freunden Adama, Papa und Serge bestand, sondern auch die gerade auf Besuch anwesende Familie von Mathias und eine AMPO-Praktikantin, ging es gleich nahtlos weiter: eine gepflegte Runde Kartenspiel, danach doch tatsächlich ein Stück Pizza für jeden (!) und am Ende noch Kinderbelustigung mit Mathias und Malte.
Dies alles fand natürlich unter den Argusaugen von Chef Souley statt, der in bester, erzkatholischer Manier die korrekte Ausführung aller weihnachtlichen Grußrituale überprüfte. Zumindest glauben wir, dass er das mit dem skeptischen Blick ausdrücken wollte…
In diesem Sinne viele liebe Grüße aus Burkina zum Weihnachtsfest.
Dezember 19, 2006 um 5:54 pm
verfasst von Malte Viefhues
Eine meiner Hosen gab neulich den Geist auf, die ständige Handwäsche hatte sie schon stark mitgenommen und so riss mir irgendwann abends in einer Disco das Hosenbein auf. Als ich dann an die drei Wochen mit der halb zerschlissenen Hose durch die Gegend gelaufen war, nahm mich Yral “Papa” Dicko zur Seite und empfahl mir, das gute Stück wegzuwerfen. Ich erklärte ihm, dass das nicht ginge, weil ich nur noch so wenig Hosen hier hätte. Er murmelte sinngemäß “Wir sollten ‘mal an den Verein schreiben, hier nicht immer so bettelarme Zivis hinzuschicken!” und machte sich dann daran, aus meiner langen, kaputten Hose eine kurze, heile zu machen.
Wie man sehen kann, war der erste Versuch, eine annehmbare (= einigermaßen symmetrische) Hose zu schneiden, wenig erfolgversprechend. Ich lauf’ hier zwar nicht gerade wie Hugo Boss durch die Gegend, als Clown will ich aber dann doch nicht auftreten. Also Yral mit einem “Danke, danke!” aus der Tür geschoben und selbst angepackt. Nach einer guten halben Stunde rumschneiden war ich dann um drei Informationen reicher:
Schneidern ist ein Ausbildungsberuf.
Papierschere und mein Augenmaß sind nicht die optimalen Werkzeuge.
Dezember 18, 2006 um 12:31 pm
verfasst von Jörn Preuß
.. wünscht euch das gesamte AIM. Team aus Ghana.
Auch in Ghana wird die Geburt von Jesus Christus gefeiert. Schon seit Wochen erklingen Weihnachtslieder aus dem Radio. Das deutsche Lied „Stille Nacht“ ist ein Renner.
Tannenbäume gibt es hier freilich nicht, dennoch werden die Räume festlich geschmückt: mit Luftballons, Girlanden, oder sonstigen Dekomaterial. Geschenke sind nur in den reicheren Familien üblich, ansonsten gibt es unter Umständen kleinere Aufmerksamkeiten oder Süssigkeiten für die Kinder. Das wichtigste am hiesigen Weihachtsfest ist, dass die Familie zusammen ist und gemeinsam gefeiert wird. Dorfbewohner, die während des Jahres in der Elfenbeinküste oder in Togo weilen, um ihr Geld zu verdienen, kommen über die Festtage nach Komenda zurück.
Weihnachtskonsummaerkte, Glühwein, Bratwurst und Lebkuchen, kannst du nicht in Ghana finden. So hat sich das Land noch das ursprüngliche des Christfestes erhalten: das Beisammensein der Familie.
Euch frohe Festtage und ein gesundes neues Jahr.
Lasst es euch gutgehen, wir sehen uns im neuen Jahr wieder ..
Dezember 15, 2006 um 3:16 pm
verfasst von Jörn Preuß
[Dies ist der sechste Artikel unseres Projektmanagers Solomon Appiah. Mit seinen wöchentlichen Berichten im AIM. – Blog möchte er uns einen Einblick in die Geschichte, die grossen und kleinen Probleme der Gegenwart, tägliche Begebenheiten und Traditionen in Komenda geben.
„Eric Arrives Ghana”
“It was a moment of joy when Eric (the new volunteer of African Information Movement AIM.) set his feat on our motherland. Actually, we kept very long before seeing him as many people were trouping in and out of the airport after the plane has arrived (12:54 pm). Thank God he came out with smiles all over his face. Looking as if he was going to be welcomed with a “Big Fufu”. If Eric could look very cheerful without a fufu then he could dance even more then Mr. Ben (our first volunteer) after having his first experience with the famous Ghanaian dish (fufu). I am not a prophet but I could prophesise that Eric may like fufu even more than Mr. Joe Evers. For Mr. Michi (Michael von Stackelberg; beide im Vorstand von AIM. in Deutschland), I can’t tell, for I learnt he holds Professor in fufu eating. Well, that was a comic relief. Hope things will move on successfully vis-à-vis the activities of African Information Movement.
You know what? Guess!. It was a “boom” and merry-making after the Salsa Man (Mr. Kojo Mbir, Vorsitzender des Vorbereitungskommitees für den Aufbau des ghanaischen Vereinsvorstandes, begleitet den Verein in Ghana seit seiner Gründung) finally had his salsa music. I wish you could be there to see the drama but as saying goes “if wishes were to be horses, beggars might have ride” i.e. adage of our culture. For me I will reserve my comment for the time being. Now let review the fufu chat with their qualifications
NameQualification
Joe Evers Doctorate in fufu eating
Michi Professor in fufu eating
Ben First degree in fufu eating
Joern First degree in fufu eating
Eric Undergraduate
Gosh! Who holds masters in fufu? Find out for yourself. Till then, keep smiling. Will you? “
Afeshiapa” – Merry Christmas and “Joseph” – New Year. Adieu!”
Solomon Appiah
Projektmanager von African Information Movement AIM. in Ghana;
Lehrer und Journalist;
Gewählter Gemeinderat vom K.E.E.A. Distrikt, Wahlbereich Komenda / Amatoe.
Dezember 14, 2006 um 2:56 pm
verfasst von Jörn Preuß
Neueste Ereignisse und Projektfortschritte aus Komenda / Ghana.
+++ NEUER VOLONTÄR +++
Eric Sommer, der zweite Praktikant von African Information Movement e.V., hat Ghana und den Projektort Komenda gesund und wohlerhalten erreicht. Wir sind sehr dankbar für seine Mithilfe und sind überzeugt, dass auch er AIM. einen ordentlichen Schritt voran bringen wird.
+++ NGO-REGISTRIERUNG +++
Ghanaische Mühlen mahlen langsam – noch immer. Aber wir sind voller Hoffnung, dass AIM. noch im alten Jahr das ghanaische NGO-Zertifikat erhalten wird.
+++ LOKALER VEREINSVORSTAND +++
Alle 7 vorgeschlagenen Mitglieder haben Ihre Einladung angenommen. Das erste Local Board Treffen wird nun am 21. Januar 2007 stattfinden. Wir halten euch auf dem Laufenden.
+++ CHRISTUS GEBURT +++
Die ghanaischen Verantwortlichen freuen sich sehr ueber die Weihnachtsmarktaktionen von AIM. in Deutschland. Durch die ehrenamtliche Arbeit unserer AIM. – Mitglieder und der AIM. – Jugendgruppe in Freiburg konnten viele Spenden gesammelt werden, welche dringend für den weiteren Projektverlauf (die Fundamentlegung der AIM. – Computerschule) benötigt werden. Wir danken allen Helfern und Spendern. Ihr ermöglicht es uns, dass wir unsere Arbeit in Ghana kontinuierlich und erfolgreich weiterführen können.
Lieben Dank fürs Lesen und Spenden, und euch eine stressfreie Vorweihnachtszeit,
euer AIM. – Ghana Team
[Kommentare ausdrücklich erwünscht und erhofft!!!]
Dezember 14, 2006 um 12:16 pm
verfasst von Malte Viefhues
Für alle Interessierten gibt es mittlerweile eine Bildergalerie mit Fotos direkt aus Ouaga. Sie ist auf der Homepage von Mathias und Malte zu erreichen, oder direkt über folgende Adresse:
Hier werden die beiden Solar-Zivis einige ihrer Fotos hochladen, die den Weg ins Blog noch nicht gefunden haben. Viel Spaß dabei, die bunten Eindrücke aus Ouaga auf euch wirken zu lassen!
Dezember 14, 2006 um 12:09 pm
verfasst von Malte Viefhues
Mathias hatte ja schon darüber informiert, dass uns der Nikolaus auch hier im letzten Eck erwischt und unsere Schuhe mit Geschenken vollgestopft hat. Eine Besucherin beschwerte sich daraufhin über meine ungeputzten Schuhe. An dieser Stelle ein großes “Danke!” dafür, denn der Nikolaus höchstpersönlich stand am nächsten Tag vor der Tür und meinte, ihm sei das bislang nicht aufgefallen. Und so etwas könne er mir auf keinen Fall durchgehen lassen. Knecht Ruprecht - der bemerke so etwas sonst immer - sei leider momentan mit einem seltsamen Juckreiz ans Bett gefesselt, hätte aber glücklicherweise seine “Robe” dagelassen.
Damit war dann geklärt, wie ich den nächsten Samstag verbringen sollte. In die Arbeitskleidung gezwängt, einen falschen Bart aufgesetzt und ab in die Mittagssonne! Mir wurde schlagartig klar, warum Knecht Ruprecht einen ominösen “Juckreiz” hatte - grober Sackleinen ist nicht gerade hautverträglich. Auch, warum er gerade während der Ouaga-Tour krankfeiern musste - die Kluft zeichnete sich auch nicht durch fortschrittliche Anti-Schwitz-Technologie aus.
Und schließlich, warum auch christliche Heilige endlich im 21. Jahrhundert ankommen sollten - leider mussten wir den geplanten RenEselsSchlittKarren durch weihnachtlich dekorierte Mofas ersetzen.
Nach der Show, die sehr zu meinem Leidwesen teils auf Französisch gehalten war (die Kinder fragen sich sicherlich, warum die Weltbürger Nikolaus und Ruprecht so viele Grammatikfehler machen), ging es dann noch zum Radio. Dort konnten wir in Alex’ deutschsprachiger Sendung über unseren Alltag als Gaben-Geber sprechen, den Mathias hier sehr gut auf einem Foto festgehalten hat: