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Archive for Januar, 2006

Afrikanische Firma entwickelt solarbetriebenes Hörgerät

Es wird geschätzt, dass bis zu 120 Millionen Menschen auf der Welt hörgeschädigt sind.

Diese Menschen sind nicht nur im alltäglichen Leben benachteiligt, sie stellen auch volkswirtschaftlich gesehen ein Problem dar. Wie soll ein hörgeschädigter Mensch eine Sprache lernen, zur Schule gehen oder seinen Lebensunterhalt verdienen?

In der dritten Welt finden sich nur selten Lösungen für solche Probleme. In dem durch Diamantenhandel und eine fähige Regierung gesegneten Land Botswana werden Hörgeräte zwar kostenlos verteilt, dennoch scheitert deren Betrieb bei einigen Menschen schon am Kauf neuer Batterien. Außerdem stellt Botswana hier eine erfreuliche aber gleichzeitig auch traurige Ausnahme dar.

Seit 1992 existiert Godisa in Botswana (zum Anfang noch mit dem Namen „Solar Aid Workshop“) mit klaren Absichten: Technologien speziell für die Bedürfnisse der dritten Welt auf Basis von Solarenergie zu entwickeln.

Godisa means to do something that is helping others to grow.“, so steht es auf der Eingangsseite der Internetseite des botswanischen Projektes. Die Entwickler haben zum Ziel, Hörgeschädigten Menschen über ihre Behinderung hinweg zu helfen und das, ohne dass sie ihre Existenz gefährden müssen.

Das Unternehmen hat einen gewaltigen Erfolg: so wurde ein Akkuladegerät auf Solarenergiebasis für u.a. eigens entwickelte Batterien entwickelt. Mithilfe dieser Batterien oder herkömlichen AA-Batterien lassen sich die Hörgeräte betreiben, welche schon für verhältnismäßig günstige 100 $ zu kaufen sind.

Doch den Mitarbeitern von Godisa reicht das nicht. Sie wollen die Baupläne für das Gerät jedem zugänglich machen und, sofern die botswanische Regierung sie lässt, massenhaft produzieren, sodaß die gesamte dritte Welt von dieser Entwicklung profitieren kann.

Godisa wird unter anderem von der botswanischen Regierung, der World Science University of Canada und der US-Amerikanischen African Development Foundation unterstützt. 10 der 14 Mitarbeiter sind selbst behindert und trotzdem haben sie ihren Humor nicht verloren.

Nun werden Spenden gesammelt, um möglichst viele Hör-und Akkuladegeräte an hörgeschädigte Kinder verteilen zu können.

> die off. Website von Godisa

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Hungersnot in Ostafrika - „Nur eine Krisen von vielen“

Dr. Dietrich Fischer vom Deutschen Roten Kreuz macht klar: „Die Krise in Kenia ist nur eine von vielen pro Jahr auf dem afrikanischen Kontinent. Mit Nachdruck fordern wir deshalb die Politik auf, Entwicklungsprojekten, die dauerhaft die Situation in Afrika verbessern können, mehr Bedeutung zu geben.“

Mit diesem Apell, der sich an die Politik Deutschlands und aller anderen Industriestaaten richtet, resümiert der Leiter der Afrika-Hilfe des DRK die Situation in Kenia.

Durch eine große Dürreperiode sind geschätzte 3.1 Millionen Menschen akut vom Hungertod bedroht. Wieder sind es die Alten, Kinder und schwangere Frauen, welche die größte Bürde tragen müssen.

Die UNO Organisation für Ernährung und Landwirtschaft geht gar von 11 Millionen bedrohten Menschen aus, denn auch Somalia, Djibouti sowie der Südosten von Äthiopien sind von der Dürre und damit dem Ausbleiben überlebenswichtiger Ernten betroffen.

Das Deutsche Rote Kreuz hat sich zum Ziel genommen, vorerst 160.000 Menschen direkt zu helfen. Zu diesem Zweck werden 16 in den betroffenen Regionen liegende Krankenhäuser mit sogenannten Gesundheitspaketen ausgestattet, welche unter anderem Medikamente, Infusionen und medizinische Geräte enhalten. Ingesamt sollen pro Paket 10.000 Menschen über einen Zeitraum von 3 Monaten medizinisch versorgt werden können.

Zusammen mit weiteren Hilfsorganisationen wie dem Roten Halbmond sollen ingesamt 329.000 Menschen mit Wasser, Nahrungsmittelrationen und medizinischer Behandlung versorgt werden.

Für alle Menschen reicht dies freilich nicht. Laut der meisten Hilfsorganisationen drohen Hunger und Krankheiten extrem viel Leid und Tod zu verursachen.

Die Kritik an den Regierungen der Länder ist wieder einmal laut geworden. Zu spät habe man die Zeichen erkannt und gehandelt. Ohnehin fehle es den Regierungen an Verantwortungsbewußtsein. Dieser Mangel und die anhaltende Armut sind die Hauptprobleme und schuld an der Hilfslosigkeit der ostafrikanischen Länder nach Katastrophen wie einer Dürre.

Zunächst sollte das Ziel sein, so viele Menschen wie nur möglich vor dem Tod zu retten. Dennoch kann man nicht oft genug wiederholen, dass nur ein stabiles, starkes Land eines Tages selbst in der Lage sein kann, sich Dürren selbst entgegenzusetzen. Vorraussetzung hierfür sind allerdings nicht zu letzt gesunde Menschen, die leben und arbeiten können.

Vogelgrippe droht Afrika in die tiefste Katastrophe zu stürzen

Die Vogelgrippe, und seien es zunächst „ nur“ die Tiere, droht die Zustände in Afrika drastisch zu verschlimmern. Die ersten Krankheitsfälle in den anliegenden Regionen wie der Türkei machen deutlich, was die Vogelgrippe in Afrika anrichten kann.

weiterführende Informationen

> UNO FAO.org – The World Hunger Map

> UNICEF – Bericht lesen und Spenden

> DRK - Hilfsappell für Hungerleidende in Kenia & Spenden

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Nigeria, ein vielfältiges Land

Öl in NigeriaEs heißt, Nigeria sei ein vielfältiges Land: Erdgas, Kohle, Blei, Eisenerz und vor allem Erdöl warten auf Förderung. Doch wo in anderen Ländern dementsprechender Wohlstand herrscht, lebt die nigerianische Bevölkerung in überwiegend ärmlichen Zuständen.

Wie in vielen andern afrikanischen Staaten wurde durch die koloniale Grenzziehung ein enormer Schaden angerichtet. So ist auch der islamische Norden Nigerias dem christlichen Süden feindlich gesinnt, nicht zuletzt wegen der Ressourcen des Landes.

Über Joint Ventures kommen internationale Erdölkonzerne an das eigentlich im Besitz der staatlichen Eigner Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC) befindlichen Rohstoffes. Für diese ist Nigeria ein guter Geschäftsort, gute Ölqualität und Preis-Unabhängigkeit machen Nigeria so attraktiver als die OPEC Länder im Nahen Osten.

Doch die Freude ist nicht ungetrübt: angesichts der anhaltenden Armut in Nigeria sieht ein großer Teil der Bevölkerung mit wachsendem Unmut das Kapital außer Landes fließen und die überlebenswichtige Umwelt in Zerstörung begriffen. Schon seit Jahren fordert sie ihr Recht auf eine Beteiligung an den Schätzen des Landes ein.

Immer öfter greifen sogenannte Rebellen mit gewalttätigen Mitteln nach diesem Recht. So wurde erst kürzlich eine Ölplattform des größten ausländischen Ölkonzerns Shell angegriffen, wobei 22 Menschen ihr Leben verloren. Es werden Pipelines in Brand gesetzt und ausländische Arbeiter entführt, Angst und Frustation werden geschürt. Gerade vor den Präsidentschaftswahlen 2007 werden Gruppen wie die „Bewegung zur Emanzipation des Nigerdeltas“ verstärkt aktiv. Sie wollen klarstellen, dass die nigerianische Führung den Ölexport einstellen muss.

Dabei hatte Shell erst Anfang der 90er Jahre einen schweren Imageschaden erlitten. Es geschah bei der Ölfördernung im Nigerdelta, wo der Stamm der Ogoni mehr Beteiligung an den Förderungen und einen Stopp der Zerstörung der Umwelt bei der Regierung einforderte. Als der Streit in gewalttätige Auseinandersetzungen eskalierte wurde der Führer ogonischen Widerstandsbewegung, Ken Sawo-Wiwa, sowie einige seiner Mitstreiter, von der Regierung festgenommen und hingerichtet. Shell wurde zu dieser Zeit für die Unruhen verantwortlich gemacht und setzt sich seit dieser Zeit für einen eher versöhnlichen Kurs mit der ansässigen Bevölkerung ein.

Doch ändert das prinzipiell nichts an der Armut und Chancenlosigkeit. Langfristig gesehen kann nur eine bessere Politik der nigerianischen Regierung für eine bessere Verteilung sorgen und so den Boden für Unruhen entziehen.

weiterführende Informationen

> weltpolitik.net - Analysen Nigeria

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Kaum Einigungen auf der WTO-Konferenz in Hong Kong

Die von teilweise heftigen Protesten begleiteten WTO-Verhandlungen in Hong Kong endeten am 18. Dezember 2005 und die Beobachter sind sich einig, dass weder die Industrieländer noch die Entwicklungsländer ihre Ziele verwirklichen konnten.

Die äußerst zähen Verhandlungen der 149 Mitgliedstaaten kamen einige Male fast zum Kollaps, da Entwicklungsländer mit dem mutwilligen Scheitern von Gesprächen drohten um für sie negative Ergebnisse zu verhindern.

Die Ergebnisse der Verhandlungen

Erfreulich klingt zunächst, dass die Exportsubventionen im Bereich von Agrargütern (AOA) der Industrieländer stufenweise bis 2013 abgebaut werden sollen. Der ehemailge Termin für die Exportsubventionen von 2010 wurde maßgeblich von der EU herausgezögert, allerdings enthält die Erklärung auch die Klausel, dass bis zur ersten Hälfte des Umsetzungszeitraums ein „bedeutender Teil“ der Subventionen bereits abeschafft werden soll.

NGOs wie attac kritisieren dabei, dass es sich bei den Exportsubventionen nur um einen Teil der Agrarsubventionen handelt, welche es den Entwicklungsländern auf dem Welthandelsmarkt so schwer machen. Das sogenannte Agrardumping wird von der WTO weiterhin erlaubt. Für einen wirklich fairen, liberalen Markt müssen alle Subventionen abgeschafft werden.

Subventionierungen für den Export von Baumwolle sollen schon 2006 beendet werden. Der massive Druck von afrikanischen Ländern wie Burkina Faso und Niger, welche mit der Scheitern der Verhandlungen angesichts von geschätzen 450 Mio. US Dollar Verlust im Jahr bei rund 4 Mrd. US Dollar internen Subventionen seitens der USA, drohten.

Das Ergebnis hier ist leider sehr mager ausgefallen: ein verbesserter USA-Marktzugang wird den afrikanischen Ländern keinen Vorteil bringen. Der Grund hierfür besteht darin, dass bislang keine Handelsbeziehungen auf dem Baumwollmarkt zwischen den USA und Afrika bestehen. Außerdem werden lediglich die Subventionen für den Export abgebaut, die internen werden zunächst bleiben. Die Aufstockung der US-Entwicklungshilfegelder wird von vielen NGOs daher als „Ablenkungsmanöver“ bezeichnet. Das Ziel der afrikanischen Länder, alle Subventionen im Baumwollmarkt abzubauen – auch in der EU, wurde nicht erreicht.

Um die Handelschancen von Entwicklungsländern zu stärken, wurde eine Zoll-und Quotenfreiheit für 97% der Exporte ab 2008 vereinbart. Die UNO rechnete aus, dass diese Regelung ein plus von 5 Mrd. Euro bei den Ausfuhrerlösen für die 50 ärmsten Entwicklungsländer bedeuten könnte.

Mithilfe der sogenannten „Schweizer Formel“ sollen die höchsten Zolltarife für Industriegüter (NAMA) am stärksten fallen. Die höchsten Zölle im Welthandelsmaßstab liegen allerdings oft bei den Entwicklungsländern die ihre unterentwickelten Märkte vor denen der Industrieländer zu schützen versuchen. Sonderregeln für Entwicklungsländer wurden diskutiert doch am Ende konnte die „Schweizer Formel“ nicht konkretisiert werden und ein abschließendes Ergebnis bleibt offen.

Das strittigste Thema stellte mit Sicherheit die Liberalisierung des Dienstleistungsmarktes (GATS) dar. Vor allem die EU drängte auf eine Öffnung des Marktes, der Wasser- und Energieversorgung sowie Telekommunikation einschließt. Ein enger Zeitplan für 2006 und Vorschläge aus der EU wie „Mindest-Liberalisierungsverpflichtungen“ bei einem Abbau innerstaatlicher Regulierungen stellen eine große Gefahr für Entwicklungsländer dar. Allerdings bieten sie auch gleichzeitig eine Chance für Schwellenländer wie Indien, die ihren Diensleistungsektor somit weiter ausbauen können.

Abschluß der DOHA-Entwicklungsagenda blieb aus

Die 2001 im arabischen Doha verabschiedete Agenda der WTO zur Verbesserung der Chancen von Entwicklungsländern sollte in Hong Kong abgeschlossen werden. Konkrete Ziele waren Abbau von Subventionen vor allem im Agrarbereich, Abbau von Zöllen auf Seiten der Industrieländer sowie Neuverhandlungen über das TRIPS Abkommen zum Schutz von geistigem Eigentum in Hinsicht auf dringende Medikamente.

Zwar wurden die Themen in Hong Kong diskutiert, doch durch die Uneinigkeit beider Seiten kam es nicht zu den erwarteten Ergebnissen. Es konnte nun ein endgültiger Termin für den Abbau der Agrarsubventionen ausgehandelt werden, nur der war schon längst fällig und ist in Wirklichkeit um 3 Jahre verschoben worden. Ein Abbau sämtlicher Subventionen, die das Preisdumping erlauben, ist noch immer nicht erreicht. Bei dem TRIPS Abkommen gab es offensichtlich keine Fortschritte, wobei es hier iin vorhergehenden Verhandlungen schon Erleichterungen für den Zugang von Medikamenten gab.

Der Zusammenschluß von 110 Entwicklungsländern zur G110, die damit immerhin über zwei-drittel der gesamten Mitgliedsstaaten darstellen, konnte die ihr wichtigen Punkte auf der Tagesordnung prominent platzieren und verteidigen. Durchsetzen konnte sie leider wenig. Als Ergebnis bleiben Abschlüße, die keine brauchbaren Ergebnisse sind und in den nächsten Konferenzen erneut ausgehandelt werden müssen. Ein neuer Termin für den Abschluß der DOHA-Entwicklungsagenda steht bereits: der 30. April 2006.

Fazit

Die Ergebnisse der WTO stellen niemanden zufrieden, nicht zuletzt da es in den meisten Punkten zu keiner Einigung kommen konnte. Neoliberale Marktöffnungen, vor allem im Dienstleistungssektor, konnten von Industrieländern auf den Weg gebracht werden und wurden von den Entwicklungsländern zunächst abgeschwächt.

NGOs wie WEED kritisieren die Ergebnisse als überwiegend schädlich für Entwicklungsländer während einige neoliberale Medien oder das Auswärtige Amt dagegen einen Fortschritt für alle Seiten sehen: „Die Weltbank schätzt die potentiellen Einkommenszuwächse auf jährlich 350 Mrd $ für die Entwicklungsländer und 170 Mrd $ für die Industrieländer.“

Bei den WTO Verhandlungen zeigt sich die wirtschaftliche Ungleichheit im Welthandel womit klar wird, dass Reformen innerhalb der WTO dringend nötig sind um die selbst gesteckten Ziele verwirklichen zu können.

Gerade durch das Scheitern eines DOHA-Abschlußes und durch die zahlreichen Proteste und scharfen Kritiken seitens NGOs und auch Medien leidet das Image der WTO schwer. Die von vielen Seiten geforderte neue Ausrichtung der WTO auf humanistische Prioritäten und eine parlamentarische Kontrolle könnten hier einen Ausweg bieten.

Weitere Informationen

> offizielle Webseite der WTO – 6th Conference in Hong Kong

> wikipedia.org – WTO Artikel

> Radiohongkong.de (NGO weed) - Fachbegriffe der WTO

> weltpolitik.net – WTO Konferenz in Hong Kong Zusammenfassung

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