UNICEF – Fast die Hälfte aller Kinder weltweit lebt in Armut
Letzen Montag, dem internationalen Kindertag, legte die UNICEF einen neuen Bericht über die Lage der Kinder unserer Welt unter dem Titel „Kindheit in Gefahr“ vor.
Der Bericht kommt mit detaillierten Statistiken über verschiedene Faktoren wie Bildung oder den Kindersterblichkeitsraten sowie Reports über Not-Situationen von Kindern aus der ganzen Welt daher. So zählt die UNICEF 2.2 Milliarden Kinder weltweit und davon etwa 1.9 Milliarden Kinder in Entwicklungsländern, die dort den Hauptanteil der Bevölkerung stellen. Eine Milliarde Kinder leben in Armut – das ist mehr als die Hälfte.
Nun ist schon lange bekannt, dass in der dritten Welt Kinder unter Kriegen, Hunger, Krankheiten und mangelnder Zukunftsperspektiven leiden. Die UNICEF greift diese Probleme einzeln und äußerst detailliert auf und man muss nicht lange lesen, um festzustellen, dass afrikanische Länder wieder einmal die traurigen ersten Ränge einnehmen müssen.
Auch wenn man sich mit deratigen Rankings nur schwer anfreunden mag, da sie ja ein so schmerzvolles Thema beinhalten – sie sind nützlich bei der Koordinierung von Hilfesmaßnahmen und Ausrichtung einer entwicklungspolitschen Strategie. So stellt die UNICEF in einem Ranking über „Länder, in denen die Höchste Wahrscheinlichkeit besteht, dass Kinder vor ihrem 5. Geburtstag sterben“ fest, dass 8 dieser Länder in Afrika liegen, darunter Burkina Faso und Somalia.
Der Bericht bezeichnet die Fortschritte zum Erreichen einer Grundschul-Ausbildung für alle Kinder als „gemischt“. In allen Teilen der Welt geht es anhand der Zielstellungen voran, nur in Schwarzafrika müssen Defizite verzeichnet werden. Analphabetenraten sind immernoch erschreckend hoch, vor allem bei Mädchen. Diesen Kindern wird das Recht auf Bildung verwehrt, nur weil sie in einem armen Teil der Welt geboren worden.
In Sachen Lebenserwartung besetzt das ebenfalls afrikanische Sambia den hintersten Platz, mit kläglichen 33 Jahren. Während Industrieländer ihre Lebenserwartung durch moderne Medizin und Forschung immer höher schrauben, fällt Afrika mangels Grundversorgung an Wasser und lebensnotwendiger ärztlicher Versorgung weiter zurück.
Die UNICEF schätzt weiterhin, dass bis zu 15 Millonen Kinder weltweit mit HIV/AIDS infiziert sind und bringt gleich einen schrecklichen Vergleich dazu: geschätzte Anzahl der Kinder in Deutschland: 15,2 Millionen. Über 1,2 Millionen Kinder mit der Krankheit leben allein schon in den schwarzafrikanischen Ländern.
Blick in die Zukunft
Auch wird ein kritscher Blick auf den Stand der Milleniumsziele geworfen, sind doch alle 8 Ziele nicht zuletzt auch an die Kinder in Entwicklungsländern gerichtet. Nur fünf der insgesamt 192 Unterzeichnerstaaten haben die Weichen für das Erreichen der Milleniumsziele bis 2015 gestellt.
Wie soll sich also nun die Welt von Morgen bessern, wenn wir die Hälfte aller Kinder in der dritten Welt schon von Geburt an in Armut leben lassen und nichtmal für die Zukunft eine Besserung versprechen können?
Einer der letzten von wort-wörtlich zahlreichen Vergleichen in dem Bericht ist eine Schätzung auf die Summe, welche zum Erreichen der Milleniumsziele wohl von Nöten wäre: $40 – $70 Milliarden. Dagegen steht die Welt mit ihren Ausgaben für das Militär im Jahr 2003 mit insgesamt 956 Milliarden Dollar.
Wenn man dabei wütent auf die westliche Welt blickt, sollte man allerdings nicht vergessen, dass afrikanische Regierungen bei ihren Ausgaben wie am Beispiel der „Demokratischen Republik Kongo“ mit ihren 250 Millionen Dollar immerhin im Mittelfeld stehen (Schätzung von 1997, Quelle: GlobalSecurity.org)
weiterführende Informationen
> UNICEF – Lage der Kinder unserer Welt 2005 | Download PDF








