Afrika Helfen.
Africa- Help.org Afrika Helfen.
:

Africa-Help.org - Afrika Helfen

Solaranlagen in Burkina Faso  - SEWA

COMPUTERSCHULE IN GHANA - AIM

JUGENDZENTREN IN CABO VERDE - DELTA CULTURA

 

 





Kochbuch PDF Download - Fremdkochen für Afrika

 

403 Forbidden

403 Forbidden


nginx

Jahresrückblick 2014

Der SEWA Burkina Jahresrückblick aus der Sicht der Praktikanten

Das Ende eines ereignisreichen Jahres kommt natürlich auch in Burkina Faso nicht ohne Rückblick aus. Besonders das letzte Viertel von 2014 hatte es in sich. Der Beginn des Praktikums im September bzw. Oktober von Barbara und Jens hätte besser nicht sein können. Unsere Vorgänger Jan und Keno haben uns ein ordentliches Netzwerk an guten Bekanntschaften, Freunden und Nachbarn hinterlassen. Das war für das Einleben schon ein enormer Vorteil.
Die Arbeit vor Ort wurde noch gemeinsam vorgeplant, auch wenn wir die meisten Ortsnamen der anstehenden Besichtigungen und Solarinstallationen noch nicht mal aussprechen, geschweige denn uns merken konnten. Die ersten Wochen im Oktober wurde dann das SEWA-Büro zum Messlabor für die anstehenden Aufgaben umfunktioniert. Die Analyse unserer Solarsysteme samt Laderegler, Batterien und Photovoltaikmodule sollte uns in die Lage versetzen, die auftretende Überschussenergie zur Aufladung von Mobiltelefonen zu verwenden.

Windmessungen in der Sahelzone
Die erste Reise nach Pathiri zum Austausch der Batterien unserer Windmessstation stand Mitte Oktober an. Von dem Wasserturm, an dem unsere Anlage befestigt ist, hatte man eine wunderbare Aussicht über die Region. Die Sahelzone besteht zu weiten Teilen aus flachem Land und von exponierten Orten aus kann man kilometerweit in die Ferne schauen. Das weist aber auch schon auf die Herausforderung hin, einen geeigneten Standort zur Windenergienutzung zu finden. Die gewonnenen Messdaten aus knapp einem Jahr lassen den wirtschaftlichen Betrieb einer Windenergieanlage hier nicht zu – so ist das mit der Wissenschaft. Daher wird unsere Suche nach einem weiteren potentiellen Standort für Messungen in der Region um Banfora an der Grenze zu Mali im nächsten Jahr fortgesetzt.

 

Vorbesuch der Grundschule in Baskoudré
Nach der Rückkehr aus Pathiri konnten wir noch einen Vorbesuch in einer Schule in Baskoudré machen. Mit dem Direktor verbindet uns seither eine enge Freundschaft, sodass er uns zum Kulturfest nach Korsimoro einlud. Das waren die ersten Eindrücke der traditionsreichen afrikanischen Kultur mit Tänzen, Gesang, Vorträgen, Handarbeiten und einer Theatervorstellung am Ende des Abends.

 

Die Arbeit von SEWA in aller Munde
Während des Mittagessens wurde dann deutlich, wie sich unsere Arbeit verbreitet. Ein Schuldirektor aus einem Nachbarort sprach uns an, ob wir denn nicht auch in seiner Schule vorbeischauen können. Wir gaben ihm die Nummer unseres burkinischen Kollegen und einen Monat später trafen wir uns bereits mit den Elternvertretern, Lehrern und dem Dorfältesten. Seitdem warten Baskoudré und Taonsgo auf Spenden, um die Beleuchtung der Klassenräume im Jahr 2015 durchführen zu können.

Die Burkinabé gehen gegen eine Verfassungsänderung auf die Barrikaden
Ende Oktober fanden wir uns dann inmitten eines Volksaufstandes gegen eine Verfassungsänderung wieder. Das traf uns zwar nicht unvorbereitet, vor unserer Ausreise waren wir uns bereits darüber im Klaren, aber es war durchaus eine Phase der Ungewissheit. Es wurde auch die Ausreise diskutiert, aber da die deutsche und französische Botschaft keine entsprechenden Empfehlungen gaben, blieb dieser Notfallplan in der Schublade und wir während der heißen Phase der Revolution in unserem Stadtviertel. Die Grenzen waren ohnehin abgeriegelt und eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft.


So erlebten wir die Flucht des seit 27 Jahren im Amt befindlichen Präsidenten Blaise Compaore samt seines Clans. In der anschließenden Phase war unklar, wie das Militär agieren würde, aber es kam nicht zu weiteren Ausschreitungen. General Zida erklärte sich zum vorübergehenden Staatschef und ist derzeit auch Premierminister bis zu den regulären Wahlen im November 2015.
Die Ausgangssperre wurde auf angenehmere Zeiten von 0–5 Uhr verschoben – man witzelte, dass die Frauen der ehemaligen Minister während dieser Zeit ungestört ihre üppige Garderobe außer Landes schaffen würden.


Wiederaufnahme der Reisetätigkeiten
Und am 17.11.2014 stand dann eine Übergangsregierung fest und damit auch die Wiederaufnahme der Arbeiten für SEWA. In den darauf folgenden Wochen wurde die Krankenstation in Rakaye, sowie die Grundschulen von Gambo A und Issiri-Yaoghin mit unseren Anlagen ausgestattet. Eine spannende Zeit für uns, bei den ersten Solarinstallationen mit Hand anlegen zu können.

Das sind gleichzeitig die ersten Anlagen, mit denen wir tagsüber bei voller Batterie die Überschussenergie nutzen, um Handys aufzuladen. Dazu haben wir unterschiedliche Reglertypen eingesetzt und untersuchen derzeit die ersten Messergebnisse. Das Projekt läuft laut Nutzerbefragung sehr gut und sowohl medizinisches Personal als auch die Lehrer sind sehr zufrieden mit dieser zusätzlichen Arbeitserleichterung, denn die nächste Steckdose ist ja oft einige Kilometer entfernt.

Ein großes Dankeschön und eine schöne Weihnachtszeit!

 

In den kommenden Tagen werden wir erfahren, wie sich Weihnachten bei über 30°C anfühlt. Auf diesem Wege möchten wir uns im Auftrag aller Eltern, Lehrer, Kinder, Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger und Patienten für die Unterstützung und Verbesserung der Versorgung bedanken und euch gleichzeitig ermutigen, anderen von unserer Arbeit zu berichten.
Denn ohne Euch könnten wir hier nur sehr wenig ausrichten, bei unserer Arbeit zur Erhöhung der Bildungschancen und Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Ärmsten und Jüngsten hier in Westafrika.

Gesegnete und besinnliche Weihnachten und kommt gut in das neue Jahr!

Barbara und Jens

Kommentare

Schnupperstunde in der AIM. Culture Troup

Wir befinden uns bei einer von den AIM. Freiwilligen initierten Veranstaltung, bei der es darum geht, den Jugendlichen der Musik- und dem Film-Workshop Raum zu bieten, sich kennen zu lernen. Schließlich steht das gemeinsame Peace Projekt bevor. Kinder toben über den Schulhof, die Älteren spielen Fußball oder Volleyball, während die kleinen Geschwister übermütig umher rennen und ihren Spaß zu haben scheinen. Bei dem zwei Meter hohen Boxenturm, hat sich eine kleine Tanzgruppe gebildet, die sich synchron und sehr gekonnt zu der ghanaischen High-Life Musik bewegen, die über den Schulhof tönt. Die AIM. Culture Troup hat sich mittlerweile versammelt und bereitet ihre Trommeln und Tänzer auf den bevorstehenden Auftritt vor. Abrupt wird die Musik unterbrochen und als auch der letzte Mann auf dem Fußballfeld mitbekommen hat, dass es im Programm weitergeht, heißt es: Bühne frei für Oboye und seine Tänzer und Trommler. Sowohl Kinder als auch Erwachsene haben sichtlich Spaß, den Jungs und Mädels zuzugucken und wir Freiwillige sind begeistert, besonders, wenn wir an unsere bevorstehende Tanzstunde mit dem Lehrer der Culture Troup denken. Uns geht in diesem Moment wohl allen die Frage durch den Kopf, ob wir uns überhaupt jemals wie James und Martha bewegen können werden. Mit unglaublich viel Elan springen und tanzen die beiden, bis sie von einer staubig roten Sandwolke umgeben sind und das Publikum zum Jubeln bringen.

In den Stunden mit dem Tänzer und Trommler aus Cape Coast lernen wir verschiedene Trommelrhythmen und –techniken kennen und spielen und studieren traditionell ghanaische Tänze ein. Dazu muss man sagen, dass der kleine Mann, mit Rastalocken und dem nettesten Lächeln der Welt, ein wirklich guter Lehrer ist, der es schafft, uns die Rhythmen und Schritte Stück für Stück beizubringen, ohne uns zu überfordern, wenn wir sie dann verbinden. Auch wenn die meisten Bewegungen für uns teilweise sehr gewöhnungsbedürftig sind, oder vielleicht auch gerade deswegen, hatten wir alle großen Spaß, einen der Dwarf-Tänze zu lernen. Einer ghanaischen Legende zufolge, hat sich ein Jäger diesen Tanz bei einem Volk von kleinwüchsigen Waldbewohnern abgeguckt, über die er auf seiner Suche nach Wild, gestolpert ist. Die Ghanaer erzählen sich außerdem, dass diese Menschen um 180 Grad gedrehte Füße haben, bei denen die Zehen nach hinten zeigen und die Ferse nach vorne. Der Tanz sieht dementsprechend sehr amüsant aus und hat bei uns allen für Unterhaltung gesorgt.

Sowohl Trommeln, als auch Tanzen ist ein ganz schönes Workout, das einen – besonders in ghanaischem Klima – sehr zum Schwitzen bringt. Trotz leichtem Muskelkater und blauen Flecken an den Händen, haben mir (Johanna) die zwei Stunden mit Oboye unglaublich Spaß gemacht und ich freue mich sehr darauf, das nun wöchentlich machen zu können.  Ich fände es genial, am Ende des Jahres wenigstens einen Tanz gemeinsam mit der AIM. Culture Troup aufführen zu können. Dafür ist allerdings regelmäßiger Unterricht und Spaß unserer Seits Voraussetzung, schließlich wollen wir uns neben den Culture Troup Mitgliedern nicht komplett blamieren. Bis dahin sind wir alle gespannt und, wer weiß, vielleicht kann einer von uns in ein paar Monaten von einem grandiosen Auftritt der AIM. Culture Troup, inklusive der Volus 2015, berichten. Wir werden sehen!

Kommentare

AIM.’s Peace Project

Und schon sind es zwei Monate seit wir unser ‚Abenteuer‘ Ghana begonnen haben. Wie die Zeit verfliegt. Langeweile gibt es selten und wir lernen immer mehr von unserer neuen Heimat Komenda und dem dortigen Alltag und Arbeitsleben kennen von dem es sich zu berichten lohnt. Diesmal sitze ich, Janna, vor dem Laptop auf unserer schattigen Veranda in Komenda um diese Zeilen für euch zu schreiben. Es ist 16 Uhr. Wenn der Strom heute Abend, wie auch schon den ganzen Tag, weiterhin wegbleibt, wird das bunte Treiben hier im Dorf ein frühes Ende nehmen. Was es aber eigentlich auch mit Strom tut. Gegen 18:30 Uhr geht die Sonne unter und der Tag neigt sich dem Ende zu. Auch wir passen uns dem Rhythmus an, gehen meist zwischen 21 und 22 Uhr ins Bett um in aller Frühe wie auch alle unsere Nachbarn zwischen fünf und sechs Uhr (der ein oder andere auch ein wenig später) wieder den Tag zu beginnen. Ein komplett neuer Rhythmus, besonders das frühe Schlafengehen. Aber ich finde es sehr schön mich an den hier herrschenden Alltagsrhythmus anzupassen. Auch  wenn wir unsere Workshops meist erst gegen frühen Nachmittag beginnen bleibt so viel Zeit um die morgendliche Energie zu nutzen.

Aber nun zu den wichtigeren Dingen, nämlich unserer Arbeit für AIM. im Rahmen unserer Workshops mit Kindern und Jugendlichen an Schulen in und um Komenda. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, Kommunikationsproblemen mit den Schulen sowie dem ein oder anderen krankheitsbedingten Hindernis stehen wir nun alle, nach mehr als einem Monat Projektarbeit, auf festen Füßen im Musikworkshop, den ich gemeinsam mit Melli und Lea betreue, in Hannes‘ Movie Workshop sowie in der Arbeit rund um das K.E.E.A district übergreifende Jugendmagazin welches Johanna und Selina betreuen. Wir alle haben große und kleine Ziele vor Augen und arbeiten mittlerweile mit mehr oder weniger festen Gruppen an interessierten und motivierten Schülern in den unterschiedlichen Junior und Senior High-Schools. Da lassen wir uns auch nicht so leicht von dem Lehrer Streik, welcher letze Woche in Ghana  begonnen hat und die Schüler dadurch momentan auf unbestimmte Zeit keinen Unterricht haben, abschrecken und organisieren uns selbst mit unseren Schülern. Denn wir sind motiviert in unserer Zeit hier etwas zu bewegen!

Zusammen haben wir als Leiter des Music und des Movie Workshops schon früh beschlossen gemeinschaftlich etwas anzugehen. Angeregt von der Idee des AIM. Mitarbeiters Francis setzen wir unsere Arbeit für das nächste halbe Jahr vorerst, dann werde ich für meinen Teil Ghana verlassen, unter das Thema ‚Frieden‘. Im Rahmen des von uns ins Leben gerufenen ‚Peace Projects‘ soll es nun darum gehen zum Einen die beiden Workshops durch die thematische Arbeit und durch geplante gemeinschaftliche Freizeitaktionen zu verbinden um einen Zusammenhalt in der AIM. Jugend zu kreieren, zum Anderen soll unser Projekt den Kindern und Jugendlichen Raum geben sich mit dem Thema Frieden, mit all seinen Facetten, auf  künstlerischer Art und Weise  auseinanderzusetzen. Im Musikworkshop wird das Thema also musikalisch verarbeitet und neben aktiver Chorarbeit  ist ein Ziel selbst geschriebene Lieder mit den Jugendlichen zu erarbeiten. Der Filmworkshop wird eine Dokumentation zum Thema drehen, die Interviews mit interessanten Personen der Umgebung zeigt sowie die Perspektive zum Thema Frieden seitens der ghanaischen Jugend. Auch die Arbeit des Musikworkshop soll dokumentarisch begleitet werden. Später wird dann auch, als Highlight und wenn die Arbeit so läuft wie wir uns das vorstellen, ein Musikvideo zu einem der selbstgeschriebenen Songs entstehen. Zum Abschluss des Projekts Ende Februar 2015 planen wir mehrere Besuche in einem Tonstudio in Cape Coast sowie als Highlight ein Abschlusskonzert, bei welchem wir einerseits die eigenen Lieder aber auch Chorstücke zum Thema Frieden vortragen wollen. Anschließend soll die Premiere des Dokumentarfilms im Rahmen des Konzertabends stattfinden. Ihr seht, große Pläne! Wir freuen uns riesig auf die bevorstehende Arbeit. Weitere Infos zu unserem Projekt und wie ihr uns unterstützen könnt unter https://www.betterplace.org/de/projects/21324-african-information-movement-peace-project.

Kommentare

Akwabaa in Ghana!

Am 1. September 2014 machten sich sechs Deutsche auf den Weg in das kleine Fischerdorf Komenda an der Küste Ghanas. Diese sechs Deutschen sind eine Praktikantin namens Janna, die sechs Monate in Ghana bleibt und fünf weltwärts- Freiwillige, die ein Jahr in Komenda verbringen: Selina, Johanna, Lea, Hannes und ich, Melli. Nach einer Nacht in Accra, wo wir von David und James, zwei Mitarbeitern von AIM. Ghana, abgeholt wurden fanden wir uns nach vier-stündiger Trotro Fahrt in Komenda ein. Zusammen bewohnen wir ein kleines Haus im Stadtteil Zongo und teilen uns jeweils zu zweit ein Zimmer. Die Zimmer sind also groß genug, dass zwei Menschen dort angemessen wohnen können. Außerdem haben wir eine kleine Küche, eine Sitztoilette und einen Duschraum. Meistens halten wir uns auf der Veranda auf, die für uns das Wohnzimmer geworden ist. Hier sitzen wir abends gerne zusammen und machen zusammen Musik, häkeln oder quatschen einfach. Neben vielen menschlichen Nachbarn haben wir auch viele tierische. Ziegen, Katzen und Schafe laufen öfter mal über den Hof und besuchen uns auch gerne mal. Wir wohnen nicht nur zu sechst sondern es gibt noch einen siebten Mitbewohner: Unsere Hündin Emma. Emma darf als einziges Tier offiziell auf die Veranda, da hier ihr Futternapf steht. Gerne schleichen sich aber auch Ziegen auf die Veranda und naschen von Emmas Futter. Als Wachhund taugt Emma aber gar nicht, deshalb müssen wir die eine oder andere Ziege regelmäßig von der Veranda scheuchen. Neben dem Haus findt man einen Hahn, wo wir morgens immer Wasser holen und eine große Tonne füllen, die 180l fassen kann. So eine Tonne reicht uns für einen Tag. Dabei benutzen wir das Wasser aus der Tonne zum duschen, abwaschen, putzen und spülen. Bei sechs Leuten ist das ganz schön sparsam.

In der ersten Woche, wurden wir dem Chief von Komenda vorgestellt. Der Chief ist sozusagen wie der König von Komenda und einigen umliegenden Dörfern. Er ist der demokratischen Regierung Ghanas untergeordnet und hat deutlich weniger Macht, als wärend der Kolonialzeit und davor, wo die Chiefs die Exekutive der Regierung waren. Dennoch hat er eine gewisse Einflusskraft, was bestimmte Entscheidungen angeht. Bei einer Audienz bei dem Chief ist es nicht erlaubt, direkt mit ihm zu sprechen, stattdessen spricht man zu einer „Kontaktperson“. Der Chief strahlt unheimlich viel Respekt aus, weshalb ich am Anfang recht eingeschüchtert war und Angst hatte etwas falsch zu machen, da der Chief mich auch aus seiner Region schicken dürfte, was ich natürlich auf keinen Fall möchte. Letztendlich hat der Chief sich aber als freundlicher aber forderndernder Mensch gezeigt. Er hat uns herzlich Willkommen geheißen und uns aufgefordert aus diesem Aufenthalt keinen Urlaub zu machen, sondern etwas zu tun, das der Kommune weiterhelfen kann und eine bleibende Wirkung hat. Das ist eine große Aufgabe, die der Chief uns aufgetragen hat, doch wir werden versuchen sie zu bewältigen. Vor zwei Wochen haben auch schon die Workshops begonnen. Zunächst müssen die Kinder sich an uns und wir uns an die Kinder gewöhnen, doch wir haben schon ein paar top secret Pläne, um das meiste aus dem Aufenthalt herauszuholen und nicht nur den Chief sondern auch oder vielleicht eher die Kinder positiv zu beeinflussen und ein für uns zufriedenstellendes Jahr und Projekt zu erleben.

Kommentare

Das Nkanbɔmu Festival vom 4.-6. Juli 2014

Am Freitag, den vierten Juli war es endlich soweit: das Nkanbɔmu Festival begann! Ein Festival, bei welchem die Jugendlichen zeigen können, was sie in den AIM. Projekten gelernt haben, um über die Aktivitäten von AIM. aufzuklären und gemeinsam zu feiern.

Francis, Emmanuel und Anna vom Organisationsteam schauten am Freitagmittag etwas mulmig gen Himmel – der Regen wollte nicht aufhören und stundenlanger Stromausfall ließ die letzten Vorbereitungen stocken. Keine guten Voraussetzungen für Filmvorführungen im Freien – doch rechtzeitig zwei Stunden vor der Festivaleröffnung verzog sich der Regen und der Strom kam zurück. So konnten wir pünktlich starten. Schnell füllte sich der Marktplatz Komendas, vor allem Kinder und Jugendliche waren im Publikum. Das Musikvideo „Go Blackstars“ eröffnete den Abend, es folgten Dokumentationen – unter anderem die Uraufführung der Reportage des jetzigen Movie Workshops von Ayensudo – und der Trailer des Akatakyi Dance Theatre. Der Movie Workshop aus Komenda hatte kleine Clips vorbereitet, auf denen z.B. Ohrfeigen oder Fußballtricks imitiert und durch geschickte Szenenfolgen realisiert wurden. Dies war ein schöner und lustiger Abschluss des Abends. Unser Moderator Isaac Mensah verstand es, aus der Filmshow ein interaktives Entertainment zu machen – das Publikum hat gelacht, gerufen, gelernt und Spaß gehabt.

Auch am Samstag drohte der Regen das Programm zu verzögern – doch wieder hörte es pünktlich auf. Der Marktplatz wurde blitzblank gefegt, dekoriert, und die Bühne mit Pavillons und Stühlen umstellt. Nach Eröffnungsgebet, der Nationalhymne und einer Rede von Papa Kojo Mbir, dem Vorsitzenden von AIM., begann das Festival mit einem Welcome Dance des Akatakyi Dance Theatres. Es folgten zwei Culture Groups, unter anderem die des Flüchtlings-Camps nahe Ayensudo, welche hauptsächlich aus Tänzerinnen und Trommlern von der Elfenbeinküste besteht. Es war spannend zu sehen, wie sich der ghanaische und der ivorische Tanz stilistisch so unterschieden und dann doch Gemeinsamkeiten zu entdecken. Die K2 Group tanzte zu Hip Hop und die Heroes gaben sich ein Fußballmatch. Leider mussten wir das Samstag-Programm wegen eines Stromausfalls verkürzen – dies nutzten die Culture Groups, um zusammen mit dem Publikum den Tag ausklingen zu lassen, eine Möglichkeit für alle, mitzumachen.

Am Sonntag war das Wetter fantastisch, perfekt für den Strandtag. Die Musikanlage sorgte für gute Laune, der Strand wurde zum Tanzen, für Spiele und Fußball genutzt und es war ein wunderschöner Abschluss eines spannenden Wochenendes.

 

Die ersten Ideen für eine Durchführung im nächsten Jahr stehen bereits!

 

Beitrag von Anna Kallage, weltwärts-Freiwillige bei AIM.

 

Kommentare

Elektrifizierung in Selbo

Danke, Internet!

Als wir 2011 das Dorf Selbo im Norden burkina Fasos besucht haben, bot uns die dortige Schule ein trauriges, für Burkina Faso leider typisches Bild. Die ca. 180 Schülerinnen und Schüler lernten in einer Umgebung, die man aus europäischer Perspektive nur mit gutem Willen als Schule bezeichnen kann. Es waren wesentlich mehr Schulkinder dort, als in die wenigen Klassenräume passen würden. Also wurde der Unterricht teilweise nach draußen, unter improvisierte Sonnendächer verlagert. Die vorhandenen Gebäude der Schule bieteten allerdings nicht viel mehr Schutz als die Sonnendächer. Im Dach der Schule klaffte ein großes Loch.

Die 1800 Einwohner von Selbo haben gelernt, aus dem Wenigen was sie haben das Beste zu machen. Improvisieren war auch an der Schule in Selbo an der Tagesordnung. Aber es werde besser, wurde uns versichert. Die Lehrer und die Eltern der Kinder  waren engagiert und haben am ersten Tag nach unserem ersten Vorbesuch bereits einen Antrag für eine Solaranlage bei uns eingereicht. Im Antrag stand, dass ein neues Schulgebäude in Planung ist, und die Anlage dann auf dem neuen Gebäude installiert werden kann. Tatsächlich hatten die Bewohner von Selbo sich bereits seit längerer Zeit für ein neues Schulgebäude engagiert. Unser Eintreffen war also ein Glück für die Schule, da wir die neuen Klassenräume gleich mit elektrischem Licht ausstatten könnten. Aufgrund des außergewöhnlichen Engagements der Schule und des Dorfes wollten wir Selbo unbedingt unterstützen. Wir hatten innerhalb eines Jahres einen Spender für die Schule gefunden.


In Burkina Faso sollte man sich nicht darauf verlassen, dass Projekte -  insbesondere Bauprojekte - so laufen wie sie geplant waren.  Diesmal war es leider anders. Die neuen Klassenzimmer wurden gebaut. Wir (SEWA) konnten unser Versprechen, die Schule mit einer Solaranlage auszustatten, nicht einhalten. Das Unternehmen, das uns die Spende schon fest zugesagt hatte, ist in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, und konnte die nötigen Mittel nicht aufbringen.

Um das Projekt nicht sterben zu lassen, haben wir uns nach der Absage des Spender-Unternehmens dazu entschlossen, die Spendenportale im Internet auszuprobieren. Betterplace bietet hierfür eine exzellente Plattform und auch die nötigen Werkzeuge um Formulare direkt in unsere Internetseite einzubinden. Wir hatten noch nicht viel Erfahrung damit gemacht, Spenden im Internet zu sammeln. Und dennoch: langsam aber sicher kamen mehr und mehr Spenden zwischen 10€ und 1000€ zusammen, von insgesamt 14 teilweise anonymen Spendern.

Nach einem weiteren Vorbesuch im Februar konnten wir schließlich Nägel mit Köpfen machen.  Unsere Techniker sind am Abend des 18. März angereist, und haben früh morgens am nächsten Tag mit den Arbeiten begonnen. Zwei 75 Watt SolarWorld Paneele wurden auf dem Dach fest geschweißt. Vor dort aus wurden spezielle Gleichstromkabel verlegt, die die PV-Paneele, Laderegler, Batterien, Lichtschalter und schließlich die Lampen mit Strom versorgen.


Es hat den ganzen Tag gedauert, bis die Anlage installiert war und die Lichtschalter in zwei der neuen Klassenzimmer das erste mal gedrückt werden konnten. Die Lehrer und Elternvertreter, die schon vorher mit Interesse das Geschehen verfolgt hatten, wurden von uns noch  einmal  für die Benutzung und Pflege der Anlage geschult. Die wichtigsten Regeln und Kontaktinformationen werden bei jeder Installation auf einer großen Tafel fest an die Wand geschraubt.

Am Abend des 19. März 2014 hatte die Schule in Selbo etwas bekommen, was für Schulen in vielen anderen Teilen der Welt die völlige Normalität ist: Lichtschalter, die man nach Bedarf drücken kann. Die Anlage liefert völlig kostenfrei bis zu 6 Stunden Licht pro Tag. Die Klassenräume können nun auch genutzt werden, wenn wegen starken Sandwinden die Fensterläden zugeklappt werden müssen. Abends können sich die Lehrer nun in der Schule auf den Unterricht vorbereiten oder fortbilden, statt vor einer schwachen Petroleumlampe zu sitzen. An vielen solar beleuchteten Schulen bieten die Lehrer abends auch Alphabetisierungskurse für die erwachsene Dorfbevölkerung an.  Die Schülerinnen und Schüler kommen abends noch einmal in die Schule, weil sie zu hause kein Licht zum Lesen haben.

In den nächsten zwei Jahren werden wir noch mindestens drei mal in Selbo vorbei schauen. Bei den Besuchen kontrollieren wir den technischen Stand der Anlage, und ob sie auch korrekt gewartet wird. Außerdem versuchen wir festzuhalten, was sich durch die Installation im Dorf geändert hat. Die meisten Faktoren lassen sich nicht einfach in Zahlen ausdrücken, aber einer der Faktoren die wir messen können ist die Entwicklung der Abschlussquote - also wie viel Prozent der Schüler ihre Abschlussprüfung bestehen. Unserer Erfahrung nach (bisher 63 elektrifizierte Schulen) ist bis 2016 ein Anstieg von 20-40% nicht ungewöhnlich.

Improvisation ist an der Schule in Selbo wahrscheinlich weiterhin an der Tagesordnung. In Burkina gibt es immer zu wenig Schulbänke und Bücher. Durch das Engagement der Bevölkerung sind aber in den letzten Jahren neue Gebäude entstanden und eine Solarlichtanlage installiert worden. Die Schule kann sich jetzt sehen lassen und bietet eine gute Umgebung für die mehr als 200 Schüler, 6 Lehrer und hoffentlich zahlreiche Erwachsene die lesen und schreiben lernen wollen.

Übrigens: es gibt auch weiterhin die Möglichkeit SEWA über betterplace.org zu unterstützen! Hier können Sie einer Krankenstation zu einer Solaranlage verhelfen!

 

 

Projektreferenz: 

Kommentare

Solarenergie für Schulen – warum eigentlich?

Vor 5 Jahren hat SEWA an der Grundschule Yagances eine Solaranlage installiert. Die Anlage wird täglich von den Schülern und Lehrern genutzt. Doch warum ist abendliche Beleuchtung für eine Grundschule eigentlich ein so großer Vorteil? Der Direktor Sokoma Bambara hat es uns erklärt:

 

Projektreferenz: 
Schlagworte: 

Kommentare

Erster Nachbesuch der Krankenstation in Sambin

Nachdem im Mai 2013 die Krankenstation des Dorfes Sambin durch Spenden des Georg Thieme Verlags mit einer Solaranlage ausgestattet werden konnte, hat SEWA der Krankenstation im Januar den ersten Follow-up Besuch abgestattet. Die Solaranlage wird stark genutzt und erleichtert dem Personal die Arbeit ungemein.

Auf den letzten Kilometern führt die Reise über eine staubige SandpisteObwohl das Dorf Sambin nicht einmal 80 Kilometer von Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, entfernt liegt, ist es nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen. Seit Mai 2013 jedoch verfügt dort zumindest die Krankenstation über elektrisches Licht. Mit der finanziellen Unterstützung des Georg Thieme Verlags konnte SEWA dort eine Solar­anlage installieren, die nun auch nachts die Räume der Geburten- und Krankenstation beleuchten kann.

Um mit den Angestellten der Krankenstation über ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit der Solaranlage zu sprechen, hat sich nun erneut ein Team von SEWA auf den Weg ins Dorf gemacht. Das Dorf ist nur über staubige Sandpisten zu erreichen, die lediglich mit einem Geländewagen zu bewältigen ist. Einige Kilometer von der Teerstraße entfernt erreicht man den Markt von Sambin. Doch bevor das Team sich zur Krankenstation begibt, stattet es dem Dorfchef einen Besuch ab. Nach Tradition der Mossi wird allen Fremden noch vor der Begrüßung Wasser angeboten, erst nach dieser Erfrischung unterhält man sich über den Grund des Besuchs.

Der Dorfchef empfängt die Gäste vor seinem HausDer Dorfchef, der Sab Naba, erzählt, dass sich eine seiner älteren Verwandten erst kürzlich nächtlich behandeln lassen musste, wobei die Solaranlage enorm geholfen hätte. Damit ist sie kein Einzelfall: An der Krankenstation angekommen berichtet die Krankenschwester das im Monat etwa 180 Patienten Nachts an der Krankenstation behandelt werden. Besonders Geburten finden häufiger nachts statt und sind ohne anständige Beleuchtung schwierig. Monatlich erblicken nachts durchschnittlich 15 Kinder an der Krankenstation Sambins das Licht der Welt. Durch die Solaranlage sind die Zeiten nun vorbei, in denen die Hebamme sich eine Taschenlampe zwischen Kopf und Schulter klemmen musste oder Angehörige bitten musste, ihr eine Lampe zu halten. „Das Licht hat unsere Aufgabe sehr, sehr viel leichter gemacht und das kommt auch den Patienten zu Gute“, so die Krankenschwester Seïtta Sana.

Im Gespräch mit dem Verwaltungsrat der Krankenstation, der aus Bewohnern Sambins besteht, und dem Krankenpersonal wird klar, dass die Regeln zur Wartung und Nutzung der Solaranlage bekannt sind und eingehalten werden: So werden beispielsweise die Solarpaneele regelmäßig gereinigt, was besonders in den staubigen Monaten von Januar bis März wichtig ist, um die Leistungsfähigkeit der Solarpaneele zur erhalten.

Das Projekt scheint auf sehr gutem Weg zu sein. Über die kommenden eineinhalb Jahre wird SEWA der Krankenstation noch mindestens zwei weitere Besuche abstatten, um nach dem Rechten zu sehen. Nach einem Gruppenfoto und den Verab­schiedungen macht sich das Team auf in ein benachbartes Dorf. Nur ein Dutzend Kilometer entfernt liegt das Dorf Rakaye, das auch über eine Krankenstation verfügt, aber ebenfalls nicht an das Stromnetz ange­schlossen ist. Der Besuch soll prüfen, ob hier schon bald die nächste Solaranlage SEWAs installiert werden könnte.

Kommentare

« Vorherige Seite


Sehen wie nachhaltig unterstützt wird und Projekte selbst bewegen! Afrika helfen. Africa-Help.org e.V.

Africa-Help.org Sponsoren - Werbit, Spreadshirt & HUYNH Communications

· XHTML · CSS



2005-2011 Africa-Help.org e.V. | Impressum & Kontakt | Presse
Details Blog Beitraege