Dezember 23, 2011 um 00:04
verfasst von Jan Sonntag
Seit dem 10. November erstrahlt das Dorf Barani im Nordwesten Burkina Fasos in neuem Glanz. SEWA konnte in dem Dorf gleich zwei Projekte auf einmal durchführen und sowohl die Grundschule, als auch die Krankenstation mit Solaranlagen ausstatten. Dies wurde durch die großzügigen Spenden der Econique Group (Schule) und der Eine Welt Initiative Braunau (Krankenstation) ermöglicht.
Die Solaranlagen ermöglichen durch die Beleuchtung von Schule und Krankenstation dem Dorf völlig neue Möglichkeiten. Das Risiko bei nächtlichen Geburten und medizinischer Erstversorgung wird stark gesenkt und die Schule kann nun auch am Abend als ein Ort des Lernens genutzt werden.
Ein Haufen laut rufender Jugendlicher, ein wildes Durcheinander, alle versuchen sich gegenseitig zu übertönen. Was geht denn da vor sich?
Es sind die Teilnehmer/innen des Theaterworkshops am Komenda Kollege, die versuchen sich über eine „Autobahn“ hinweg Nachrichten zuzurufen. Doch dann wird es leise. Eine Gruppe flüstert eine Nachricht über ein monotones Ssssssssss Geräusch hinweg.
Seit Mitte September gibt es etwas neues bei AIM. In Ayensudo und Komenda führen jeweils zwei der Freiwilligen einen Theaterworkshop durch.
Da Weihnachten nun nicht mehr ganz so weit ist, steht in Ayensudo das Einstudieren eines Krippenspiels auf dem Programm. Die beiden Freiwilligen in Komenda haben sich dafür entschieden, mit improvisierten Szenen zu beginnen und verschiedene Formate des Improvisationstheaters mit den Jugendlichen durchzuspielen. Die anfängliche Skepsis, ob die Teilnehmer/innen sich darauf einlassen werden, sind sehr schnell verflogen. Die Gruppe ist mit Feuereifer dabei verschiedene Szenen auf unterschiedliche Art und Weise aus dem Stehgreif zu entwickeln. Es wurde schnell klar, dass Theaterspielen für die Schüler/innen des Komenda Kollege ein sehr passendes Angebot ist. Alle sind mit Spaß und Freude dabei und bei der ein oder dem anderen ist auch großes Talent erkennbar.
Seit einigen Monaten – wie ja schon bekannt ist – beschränken sich die Projekte von African Information Movement nicht mehr nur auf Komenda, sondern sind auf das benachbarte Dorf Ayensudo ausgeweitet worden. An den Junior High Schools New Town und Zion finden Video-, Theater, und Musikworkshops statt.
Jeweils Dienstag- und Freitagnachmittag macht sich Jojo, der mit Felix, dem Magazinprojekt-Voluntär, zusammen in Ayensudo im Wohnungskomplex von Projekt-Mentor Solomon Appiah wohnt, bepackt mit Kamera und Stativ auf den Weg zur Junior High School in New Town, Ayensudo. Die Schule liegt etwas weiter im Ortsinneren, und ist kombiniert mit einer Primary School, was in Deutschland der Grundschule entsprechen würde.
Die Gruppe der AIM.-Members in dieser JHS ist sehr unterschiedlich alt, und lustigerweise variiert die Größe der Gruppe auch ziemlich frei. Jedoch bildet sich so langsam ein Kern von einigen sehr interessierten und motivierten Schülern, die immer zum Meeting kommen.
Zu Beginn sollte Theorieunterricht über Film und seine Einzelheiten ein Fundament für spätere Praxis legen. Schnell wurde klar, dass dies ganz schön langweilig werden kann. Demnach wird seither (fast) jede Stunde durch ein Praxisbeispiel geschmückt. Um zu veranschaulichen, das Film aus 24 bzw. 25 Bildern pro Sekunde besteht, drehte man einen kleinen Stopmotion-Film mit einer Fotokamera, und um Wirkung von Einstellungsgrößen und eigentlich allem, was man mit der Kamera macht, zu testen, entstand ein weiteres kleines Übungsfilmchen.
Inzwischen ist ein erster Dokumentarfilm in Planung. Nichts großes, auch ohne großen Anspruch, aber eine gute Gelegenheit, erste richtige Praxiserfahrungen zu sammeln, und von Fehlern und auftretenden Schwierigkeiten lernen. Verschiedene Themen wurden gesammelt, von „process in farming“ über “teenage pregnancy“ bis zu „human right abuse“. Entschieden hat man sich aber für das Thema „problems facing our school“. Ausführlich wurde nun über die Probleme diskutiert, und die wesentlichen wie „lack of canteen“, „lack of toilet facilities“ und „inadequate first aid“ wurden herauskristalisiert. Nun erarbeitet sich die Gruppe Stunde für Stunde Schritt um Schritt näher an ihr erstes Drehbuch für den ersten Dokumentarfilm heran. Diese leider wiederum etwas diskussions- und theoriebelasteten Meetings werden geschmückt durch weitere Praxisübungen, wie zum Beispiel Führen von Interviews.
In der JHS, Zion, ist alles noch ein wenig in den Anfängen. Außer Improvisationspielen und Kennenlernübungen – was jedoch auch zu den wichtigsten Voraussetzungen gehört, um frei Theater machen zu können, ist leider noch nicht so viel passiert.
Jugendprojekte durch Video und Theater sind unglaubliche Gruppenerlebnisse und eine große Chance, Dinge, über die man sich Gedanken macht und die man sagen möchte, auf ganz andere Art und Weise zu diskutieren und auszuleben, weil man sie theatral oder durch Video darstellen kann.
Durch Spiel und Spaß Welt verstehen.
Ich, Jojo, habe durch Jugendprojekte in Theater und Video, wie sie bei AIM. stattfinden, weit mehr Bewusstsein für Gemeinschaft, Welt, andere Menschen und nicht zu Letzt über mich selbst für meine Zukunft gelernt, als durch Tafelbilder aus der Schule, oder Zeigefinger-Texten und Regeln aus Zeitung, Fernsehen und den Behauptungen von anderen Menschen.
Gerade weil das Thema des Videos oder des Theaterstücks nicht mit voller Ernsthaftigkeit immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und der Konzentration steht, kann man mit mehr Freiheit und Experimenten an die Essenz des Themas herankommen, und im allerbesten Falle, es durch Schauspiel oder als wachsamer Beobachter durch den Kamerasucher am eigenen Leibe erleben und mit Erfahrungen bereichert aus jedem einzelnen Projekt hervortreten.
Der zuständige Voluntär für das Musik Projekt ist David Adu-Appeagyei. In diesem von ihm verfassten Artikel geht es um die Ziele, die Hürden und die Arbeit im Allgemeinen dieses Projekts. David selbst schwelgt im besten Wohlbefinden und fühlt sich wie zu Hause.
Nun zu dem Musikprojekt. Sein Zeitplan sieht folgendermaßen aus:
Mittwochs und freitags hat er seine Meetings mit der Schule in Komenda. Donnerstags hat er ein Meeting mit der Schule in Ayensudo. Jedes Meeting dauert etwa eine Stunde an.
Komenda:
David und sein ghanaischer Co-Arbeiter (Samuel) bringen den Kindern ein paar Lieder bei, die Kinder singen und wenn das Lied dann klappt, dann kommt schön Stimmung und Schwung in den Laden. Er hat begonnen mit zwei Liedern, in denen es zwei Gruppen gibt, die fast dasselbe singen, nur versetzt, eine Art Kanon. Das nächste was jetzt ansteht, ist ein Lied von Samuel. Dies ist bereits mehrstimmig. Neben der ganzen Praxis gibt es auch ein paar theoretische Aspekte, die das allgemeine Musikverständnis fördern sollen. Außerdem wird es auch Gesangs- und Chorübungen geben, da das Team vorhat einen Chor zu bilden. Dazu benötigt es in der Zukunft Übungen, um die Intonations-, Gesangs- und Klangqualität aufzubessern. Zudem muss die Gruppe zu einem Chor zusammenwachsen, die Stimmen müssen für sich stehen und doch mit den anderen korrespondieren.
Ayensudo:
In Ayensudo sieht das ganze etwas anders aus. Bei Davids erstem Meeting war eine eher kleinere Gruppe anwesend. Diese war sehr interessiert an Gitarre lernen. Dies ist etwas schwierig, da AIM nur eine Gitarre hat und ich eine Gitarre habe. Dennoch hat er bereits angefangen ihnen Akkorde auf der Gitarre beizubringen.
Es gibt aber noch ein weiteres Problem, welches da sei, dass bei dem zweiten Meeting eine viel größere Gruppe anwesend war wovon nur so ca. fünf Leute von der ersten Gruppe waren. Das bedeutet, dass es bisher noch keine feste Gruppe gibt, mit der er auf die Zukunft blicken kann. Bisher ist er also bei dieser Gruppe am Improvisieren, was er machen kann und wie es weiter geht.
Deshalb ist sein primäres Ziel, eine feste Gruppe zu formen, die sich auf einen Inhalt einigt. Wenn die einen am Gitarre spielen, die anderen am Trommeln, die anderen am Singen, die anderen am Tanzen interessiert sind, kann man einen Art Showgruppe gründen, die Musik und Tanz beinhaltet.
Am 6. September sind fünf neue Freiwillige in Komenda eingetroffen. Unterstütz vom ,,weltwärts”-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe werden sie ein Jahr lang in Ghana leben und arbeiten. Jeder der jungen Menschen wird einen Workshop für Jugendliche in der KEEA-Region leiten. An dieser Stelle stellen sich die Volontäre vor.
Johannes Jojo Herden (20): Zuständig bin ich hier zusammen mit Kathrin für den Filmworkshop, sowie einen Theater-Workshop. Außerdem ist ein drittes Projekt der Aufbau eines Erste-Hilfe-Kurses für Schüler sowie Lehrer. Zusammen mit Felix, dem Zeitungs-Freiwilligen lebe ich in einem kleinen Bungalow in Ayensudo, ein Dorf in der Nähe von Komenda, auf das die AIM.-Projekte ausgeweitet wurden. Demnach werden meine Projekte auch an Schulen hier in Ayensudo stattfinden.
Ayensudo ist etwas kleiner als Komenda, aber die Menschen sind um einiges herzlicher. Trotz gewöhnungsbedürftiger Toilettensituation gefällt es mir hier inzwischen um einiges besser als in Komenda. Ich freue mich auf erlebniss- und lehrreiche kommende Monate.
Julica Dotter (25): Ich werde in meinem Jahr in Komenda unter anderem einen Theaterworkshop an einer Senior Highschool durchführen.
Sobald es einen Raum gibt und sich zu der bereits vorhandenen Handnähmaschine noch weitere gesellt haben, kommt noch ein Nähworkshop hinzu, in dem wir Plastikbeutel verwerten und daraus Taschen und ähnliches herstellen. Außerdem werde ich wöchentliche Treffen für Jugendliche mit Sport und Spiel, sowie Umweltaktivitäten, wie zum Beispiel Clean up Kampagnen, organisieren.
Hier in Ghana fühle ich mich bislang sehr gut aufgenommen. Mir gefällt die gelebte Flexibilität, die meinem doch stärker als gedacht spürbaren Drang nach Struktur und Planung widerspricht und wenn man sich darauf einlässt vieles vereinfacht. Ich erlebe die Menschen hier meist sehr freundlich und interessiert. An Einschränkungen, insbesondere im Bezug auf Komfort habe ich mich sehr schnell gewöhnt und ich genieße meinen Aufenthalt hier.
David Kojo Adu-Appeagyei (18): Ich komme aus der Stadt Frankfurt am Main und bin nun in Komenda, Ghana. Cool !!
Ich bin bei der Organisation AIM zuständig für das Musikprojekt. Ich erarbeite mit den Kindern also keine Feuerkunststücke, was sogar für show-events doch auch von Bedeutung sein könnte. Sondern ich erarbeite Musikstücke, im Moment geht es noch eher darum Lieder zu singen und vielleicht ein paar Sachen auf der Gitarre beizubringen, jedoch je nach Interessenslage würde ich das jeweils gewünschte Gebiet ausbauen zu einem Chor, einer Art Band, begleitete Tanzchoreographien, Theater mit integrierter Musik, etc. Dies sind grob meine Vorstellungen für das Projekt in der Zukunft. Komenda und Ghana und dat janze Pii-Paa-Poo gefällt mir übrigens auch super gut !!! Ich glaube ich fühle mich hier mehr zu Hause als beispielsweise in Lettland.
Kathrin Adam (18): Ich leite einen Filmworkshop an einer Junior High School in Komenda. Zweimal die Woche erarbeite ich zusammen mit den Jugendlichen praktisches Wissen rund um das Medium Film. Angefangen von der Arbeit mit Kamera, Ton, über Drehbuchentwicklung und Schnitt bis hin zum eigenen Filmprojekt. Dabei ist es wichtig, die Jugendlichen kontinuierlich mit einzubeziehen, ihnen eigene praktische Erfahrungen mit dem Bereich Film/Medien zu ermöglichen und sie zur Realisierung von eigenen Projekten zu befähigen.
Die Jungen und Mädchen zwischen 13 und 16 Jahren sind dabei bisher absolut motiviert und zeigen großes Interesse sowohl an der Arbeit vor als auch hinter der Kamera. Für mich als Freiwillige ist es wichtig zu wissen, was die Jugendlichen bewegt und welche Themen sie gerne filmisch umsetzen möchten und sie dabei bestmöglich zu unterstützen. Langfristiges Ziel der Medienarbeit von AIM in Komenda ist es, die Jugendlichen dazu zu befähigen, Filmprojekte auch ohne fremde Hilfe zu realisieren. Zusammen mit dem AIM Film-Voluntär in Ayensudo, Johannes Herden leite ich an der dortigen Junior High School einen Theaterworkshop, der dort von AIM erstmalig angeboten wird. Unsere Zusammenarbeit, gerade was allgemeine Projekte von AIM, wie etwa eine Dokumentation oder ein schulexterner Schnittworkshop, ist ein wesentlicher Teil unserer Freiwilligenarbeit.
Das Leben in Ghana gestaltet sich, unter anderem dank meiner Mit-Freiwilligen, als äußerst vielseitig und interessant. Im Vergleich zu Deutschland ein Kulturschock im positiven Sinne. Dank der Einheimischen und der Mitarbeiter von AIM fühlte ich mich schnell zuhause, auch wenn hier die Uhren anders ticken als in Deutschland (im wahrsten Sinne des Wortes).
Felix Blatt (18): Ein Jahr lang werde ich zusammen mit ghanaischen Jugendlichen ein Magazin erarbeiten. In den letzten Wochen hat der erste Kontakt mit den Schülern stattgefunden. Die Verständigungs- und Kulturunterschiede können nicht darüber hinwegtäuschen, das die Schüler unheimlich am Projekt interessiert sind. Noch bevor wir wirklich losgelegt haben, erreichen mich schon viele gute Ideen für Artikel. Da ich 5 Senior High Schools betreue, wurde mir schon von vielen Seiten prophezeit das ich einiges zu tun haben werde. Daneben betreue ich auch den Blog und werde hier regelmäßig etwas veröffentlichen.
Privat erfreue ich mich an der Gastfreundschaft der Ghanaer, der Musik und Kunst und dem einfach absolut konträren Lebensstil zu Deutschland. Zum Feierabend kurz ins Meer springen und in den Ferien mal eben in einen Nationalpark, das sind wohl die Vorzüge eines Freiwilligen hier. Mein Mitbewohner Jojo musste schon Katzensuppe probieren, mir ist das noch erspart geblieben.
September 10, 2011 um 11:16
verfasst von Jörn Preuß
Unser Komenda AIM. JugendFclubleiter Francis Aidoo nimmt in Namen von AIM. an einem Video Wettbewerb des Goethe Instituts teil. Das Video ist seine erste komplett selbstständige Filmproduktion und behandelt entlang der Wettbewerbskriterien die Themen Kakao und Schokolade.
Mit einem Klick zur Abstimmung für Video “17″ helft ihr uns in den Entausscheid zu kommen, und honoriert Francis Leistung. Mit anschließend etwas Glück können wir einen der 3 Geldpreise gewinnen. Das Geld fließt selbstverständlich in unsere nachhaltigen Entwicklungsprojekte und unsere Jugendarbeit.
Am Wochenende zum 13.8.2011 unternahm der AIM. Movieworkshop einen Trip nach Appiakrom, einem Dorf in der Nähe von Mankessim. Ein Preisausschreiben veranlasste die Filcmrew, eine Dokumentation über Anbau und Stationen der Kakaoverarbeitung zu drehen. Die Befragten berichteten über ihre Erfahrungen, Probleme und Verbesserungsvorschläge im Anbau der Bohne.
In dem kleinen Dorf Appiakrom leben hauptsächlich Kakaobauern, die ihre Tage auf ihrer Farm verbringen, oder die die fertig fermentierten Bohnen auf Bambusmatten ausbreiten, um sie in der Sonne zu trocknen. Dies ist ein schwieriges Unterfangen, da derzeit Regenzeit vorherrscht und das wechselhafte Wetter unvorhergesehene und plötzliche Regenfälle mit sich bringt. Ist die Feuchtigkeit endlich aus der Edelbohne gewichen, werden sie im Lagerhaus gewogen, bevor sie in Säcken der Regierung abgeliefert werden.
Befragt wurden Bauern, die auf unterschiedliche Art und Weise anbauen. Sie setzen auf verschiedene Kakaopflanzen oder benutzen unterschiedliche Chemikalien zur Schädlingsbekämpfung. Die Bauern zeigten sich sehr interessiert am Projekt, gaben vor laufender Kamera Interviews und waren gern bereit, uns in einem Rundgang durch ihre Farm zu führen. Das Filmmaterial muss nun in mühsamer Arbeit zusammengestellt und geschnitten werden. Ob die Dokumentation in die nähere Auswahl der Juroren kommt, wird sich zeigen.
Die nächste Station wird eine Schokoladenfabrik in Takoradi sein.
In wenigen Tagen werden wir euch den Film zeigen – und da es zur Hälfte ein Publikumspreis ist, brauchen wir dann eure Unterstützung.